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Nichts für schwache Nerven: Eine Fahrt auf dem «Chaos-Pendel» an der Lozärner Määs

Der «Chaos Pendel» an der Lozärner Määs befördert Besucher auf 43 Meter Höhe. Die Fahrt ist turbulent.
Fabienne Mühlemann
Martin Arnet und seine Tochter Lynn haben auf dem «Chaos Pendel» sichtlich Spass. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 8. Oktober 2019)

Martin Arnet und seine Tochter Lynn haben auf dem «Chaos Pendel» sichtlich Spass. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 8. Oktober 2019)

«Da wird mir ja beim Zuschauen schwindlig», sagt ein Besucher an der Lozärner Määs zu seinem Begleiter, während sich die beiden schmunzelnd eine Fahrt des «Chaos Pendel» vom festen Boden aus ansehen. Das Fahrgeschäft ist dieses Jahr zum ersten Mal auf dem Inseli in Luzern und lockt viele Leute an – ob als Zuschauer oder als Passagiere.

In der Tat braucht man einen stabilen Magen, wenn man sich auf den Pendel mit Baujahr 2018 wagt. Die Fahrt katapultiert die Passagiere 43 Meter in die Höhe. Der gelbe Pendelarm, an dem an beiden Enden je eine Gondel mit acht Sitzen befestigt ist, dreht sich pro Minute maximal fünf Mal um die eigene Achse. Die Gondeln sind ebenfalls in Bewegung – sie drehen sich zusätzlich maximal sieben Mal pro Minute.

Herzrasen und ein flauer Magen

Bringt man den Mut auf, sich einen Chip für acht Franken zu kaufen, heisst es zuerst Schlangestehen. Die einen können es kaum erwarten, endlich einzusteigen, andere zweifeln bereits sichtlich an ihrer Entscheidung. Doch hat man erst einmal den roten Sitz auf der Bahn eingenommen und den gelben Gurt befestigt, gibt es kein Zurück mehr. Das Herz rast, die Beine baumeln, die Hände sind feucht – los geht es.

Bereits bei der Fahrt nach oben ertönen die ersten Schreie, eine Mischung aus Vorfreude und Panik. «Ich mache so etwas zum ersten Mal», schreit ein Besucher. Die rund 2000 LEDs an der Bahn blinken unaufhörlich, die Musik dröhnt aus den Boxen – alles, was man für ein unvergessliches Kilbi-Erlebnis braucht. Der Start ist gemächlich und oben angekommen, bietet sich eine wunderbare Aussicht auf den Vierwaldstättersee und die umliegenden Berge. Die Zuschauer unten sind nur noch als kleine Punkte erkennbar. Doch kommt der Pendel einmal richtig in Fahrt, ist einem nicht mehr nach Aussicht zu Mute. Die Passagiere werden herumgeschleudert, wo vorne und hinten ist, lässt sich nicht mehr ausmachen. Die Haare verdecken das Gesicht und man hält – obwohl eigentlich unnötig – mit beiden Händen an der Gurte kräftig fest. Als die Fahrt nach rund fünf Minuten stoppt, zittern die Beine und der Magen ist flau. Aber es erfüllt die Leute mit Stolz, sich diesem Monstrum gestellt zu haben.

Eine Fahrt auf der Chaos-Bahn haben auch Martin Arnet und Tochter Lynn aus Meggen gewagt, die zusammen an der Määs einen Chilbi-Tag verbringen. Beide strahlen, als sie nach der Fahrt auf den Ausgang zusteuern. «Das hat richtig Spass gemacht», so der 52-Jährige begeistert. Auch der 12-jährigen Lynn hat es gefallen. Sie sei aber froh gewesen, als die Fahrt vorbei war. Zum Glück habe sie eine Cola dabei, die ihr nach der turbulenten Fahrt wieder Energie gebe. Schlimmer empfand es die 13-jährige Melinda, die den Pendel zuvor ausprobiert hat. «Ich hatte das Gefühl, dass ich bald aus dem Sitz falle.» Ihre Kollegin Anna fand es ein «cooles Erlebnis» und würde eine zweite Fahrt begrüssen. Die Tipps der beiden für eine erfolgreiche Fahrt: «Augen zu, festhalten und einfach tief durchatmen.»

Die Tochter des Chaos-Pendel-Inhabers, Gina Maier, arbeitet aktuell fast täglich an der Määs. Sie zieht ein gutes Zwischenfazit. «Die Rückmeldungen sind bis jetzt sehr positiv.» Drei Mädchen kämen gar jeden Tag für eine Fahrt vorbei.

Wetter hat Betreibern dazwischen gefunkt

Das Wetter habe aber insbesondere am vergangenen Wochenende nicht mitgespielt. Sie ist aber optimistisch, dass es in den nächsten Tagen besser wird. Am besten ausgelastet sei der «Chaos Pendel» an den Nachmittagen und Abenden. «Das liegt daran, dass am Vormittag eher Familien und ältere Leute an der Määs sind», so Gina Maier. Ob Jung oder Alt – der «Chaos Pendel» ist etwas für Adrenalinjunkies in jedem Alter. Und Martin Arnet hat für Chaos-Frischlinge noch einen letzten Tipp: «Cool bleiben, sich auf etwas einlassen und einfach geniessen.»

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