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Interview

«Nichts tun ist keine Option»

Im Kampf gegen den Fachkräftemangel fährt der Verband Bernisches Gemeindekader eine breite Kampagne. Trotzdem dürfte sich das Problem weiter verschärfen, sagt Geschäftsführerin Monika Gerber.
Raphael Zemp
Monika Gerber, Geschäftsführerin des Verbands Bernisches Gemeindekader. (Bild: PD)

Monika Gerber, Geschäftsführerin des Verbands Bernisches Gemeindekader. (Bild: PD)

Monika Gerber ist Geschäftsführerin des Verbandes Bernisches Gemeindekader. Dieser fährt im Nachbarkanton eine breite Kampagne, um den zunehmenden Mangel an qualifiziertem Fachpersonal für Gemeindeverwaltungen anzugehen.

Ihre Kampagne läuft nun schon seit zweieinhalb Jahren. Wie sind Sie konkret vorgegangen?

In einem ersten Schritt haben wir uns an die Gemeinden gewendet – mit einem 70-seitigen Ratgeber zum Thema «Attraktive Arbeitgeberin Gemeinde». Wie rekrutiert man professionell neue Angestellte? Was sind attraktive Arbeitszeitmodelle? Wie kann eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf erreicht werden? Über solche Themen und viele mehr klärt der Ratgeber auf. Gerade kleineren Gemeinden soll er helfen, sich zu professionalisieren.

Und in einem zweiten Schritt?

Haben wir unsere Aus- und Weiterbildung angepasst. Das heisst, wir haben die Hürden gesenkt, für Quereinsteiger, aber auch für Lehrabgänger. Das war ein interner Prozess. Erst in einem dritten Schritt haben wir uns dann an die Öffentlichkeit gewendet: mit einer Image-Kampagne.

Um sich des verstaubten Images von Dorfverwaltungen zu entledigen?

Ja, auch. Vor allem aber, um unser Alleinerkennungsmerkmal hervorzuheben: Wer für die Gemeinde arbeitet, der arbeitet für seinen Nachbarn, für die Schulkinder – für die Leute im Dorf. Das ist eine sehr sinnvolle und -stiftende Arbeit. Darin bekräftigen uns auch Fachleute, die sagen: Die nachrückende Generation ist wieder vielmehr darauf bedacht, eine sinnvolle Arbeit zu verrichten. Für einen anonymen, womöglich ausbeuterischen Konzern zu arbeiten, empfinden viele ihrer Vertreter als wenig erstrebenswert.

Ist es damit getan?

Nein, selbstverständlich nicht. Zwar hat unsere Kampagne für viel Resonanz gesorgt, auch in den Medien. Der Fachkräftemangel ist aber nach wie vor eine Realität in den Berner Gemeindeverwaltungen. Wie stark unsere Kampagne Schlimmeres verhindert hat, ist schwierig zu sagen. So oder so ist klar: Nichts tun ist keine Option. Aufgrund der geburtenschwachen nachrückenden Jahrgänge verschärft sich die Situation zwangsläufig. Und während andere Branchen mit Zuwanderung ihre Probleme lösen können, ist das im Gemeindeumfeld kaum möglich: Hier gelten andere Gesetze – auf nicht weniger als drei Ebenen: auf kommunaler, kantonaler und nationaler.

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