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NIKLAUS TROXLER: Er verbindet Jazz mit grafischer Kunst

Niklaus Troxler hat mit seinen Festivals Jazzgeschichte geschrieben. Als Plakatgestalter ist er weltweit bekannt. Am Montag wird der vielseitig kreative Willisauer 70 Jahre alt. Und hat eine positive Sicht auf das Leben.
Niklaus «Knox» Troxler vor einem seiner Plakate. (Bild: Aargauer Zeitung/Nicole Nars-Zimmer (Basel, 4. April 2017))

Niklaus «Knox» Troxler vor einem seiner Plakate. (Bild: Aargauer Zeitung/Nicole Nars-Zimmer (Basel, 4. April 2017))

Pirmin Bossart

kultur@luzernerzeitung.ch

Ohne Niklaus Troxler hätten sehr viele Menschen, gerade aus dem Luzerner Hinterland, nie einen Zugang zum Jazz gefunden. Mit seinen jährlichen Konzerten seit Ende der 1960er-Jahre hat er dem avantgardistischen Jazz an ungewohntem Ort eine Bühne gegeben. Und mit dem Jazz Festival Willisau, das 1975 zum ersten Mal stattfand, hat Troxler den Namen Willisau definitiv auf die Weltkarte des Jazz gesetzt. Jazz und Niklaus Troxler: Diese Verbindung hat die zeitgenössische Kultur in der Schweiz bereichert und auch über die Grenzen getragen.

Für Hunderte von Konzerten und über 30 Festivals, die unter seiner Ägide entstanden sind, hat Troxler von Anfang an die Plakate gestaltet. Damit hat der ausgebildete Typograf und Grafiker einen weiteren kulturellen Grundstein gelegt, der sein Wirken bis heute auszeichnet. Die Troxler-Plakate mit ihren knalligen Farben und schrägen Sujets wurden schnell bekannt und begehrt. Fans lösten sie von Scheunenwänden und sammelten sie. Heute hängen einige von ihnen im Metropolitan Museum of Art in New York.

Die Musik floss in sein grafisches Werk ein

Jazz und Kunst/Grafik/Design haben bei Troxler immer zusammengespielt. Was er im Jazz hörte und was ihn in diesem bunten Wechselspiel aus Energie und Form, Komposition und Freiheit faszinierte, ist in sein gestalterisches Werk eingeflossen. Obwohl sein Lebenswerk Jazz seit 2009 von seinem Neffen Arno Troxler souverän weitergeführt wird, lässt sich Niklaus Troxler auch im Rentenalter weiterhin vom Jazz inspirieren.

Heute, da er sich fast ausschliesslich dem freien Arbeiten widmet – Klebebilder und Aquarellmalerei –, bleibt der Jazz seine grösste Beeinflussung. «Rhythmus, Klang, Improvisation sind wichtig. Sie inspirieren mich!» Er sei auch sehr froh, dass er jährlich fünf bis sechs Plakate für Jazzkonzerte im Bau 4 in Altbüron schaffen könne, sagt Troxler. «Das hält mich weiter auf Trab und fordert mich, immer wieder neue Wege zu finden.»

Jazz bedient sich heute bei Pop und Klassik

Die heutige Szene sei nicht schlechter als in früheren Zeiten, vor allem sei sie unglaublich breit geworden, konstatiert Troxler. «Sowohl die europäische wie auch die Schweizer Szene sind heute auf höchstem Niveau und werden gegenüber der amerikanischen gleichwertig aufgenommen.» Einen grundsätzlichen Unterschied zu früher sieht er darin, dass sich damals Pop und Rock und Klassik eher beim Jazz bedient hätten, während sich der sogenannte Jazz heute eher bei diesen bediene.

Seine Plakate und grafischen Arbeiten sind international ausgestellt worden und haben renommierte Designerpreise gewonnen. Auch dieses Jahr ist die Troxler-Art gleich an mehreren Ausstellungen zu bewundern, allen voran im Rappaz Museum in Basel, in Sursee (August) und ab September 2017 im Museum Folkwang in Essen (D). Ebenso im Mai 2017 an der Hochschule Luzern – Design und Kunst, zusammen mit den Werken seiner Töchter Annik und Paula.

Da hat einer aus dem Hinterland Spuren hinterlassen, die bis heute leuchten und auch eine junge Generation motivieren, dranzubleiben. Troxler freut sich immer wieder, wenn ihn junge Designer oder auch Studenten aus aller Welt anschreiben und kontaktieren, Fragen an ihn haben. «Das zeigt mir, dass ich wahrgenommen werde. Es ist auch Beweis, dass ich mit meinen Arbeiten immer auch auf die Zeit reagieren wollte und nicht in einem Stil stehen geblieben bin.»

Er geniesst die Freiheit pur

Nach 15 Jahren Tätigkeit als Professor für Kommunikationsdesign in Stuttgart geniesst Niklaus Troxler heute die neu gewonnene Freiheit, ohne Zwang an seinen Projekten weiterarbeiten zu können. «Ich muss und will nichts mehr beweisen», sagt er. «Der Freiraum und die viele Zeit, die ich nun zur Verfügung habe, schaffen mir ein sehr unbelastetes Gefühl. Es ist Freiheit pur!»

Neben seinem bildnerischen Schaffen geht Troxler häufig ins Theater und ins Kino, vorwiegend in Berlin, wo er mit seiner Frau Ems Troxler ein zweites Domizil eingerichtet hat. Auch liest er viel und «geniesst die Zeit», wie er sagt. Auf die Frage, was ihm im Leben immer wichtig geblieben sei, meint er spontan – und es klingt wie frischer Jazz: «Positiv denken – alles wird besser!»

Hinweis

Ausstellung im Rappaz Museum Basel: «Niklaus Troxler: Jazz-Plakate» noch bis am 28. Mai.: www.rappazmuseum.ch

Ausstellung in Sursee mit Konzerten «World Wide Willisau»: 19. August 2017 bis 7. Januar 2018

30. August 2009: Niklaus Troxler und seine Frau Ems haben zum letzten Mal das Jazzfestival Willisau organisiert und verabschieden sich. (Archivbild: Philipp Schmidli/LZ)

30. August 2009: Niklaus Troxler und seine Frau Ems haben zum letzten Mal das Jazzfestival Willisau organisiert und verabschieden sich. (Archivbild: Philipp Schmidli/LZ)

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