NÖLLITURM: Sanierung kostet 1,23 Millionen

Die Sanierung des Nölliturms ist über 40 Prozent teurer als ursprünglich angenommen. Jetzt ist auch klar, wer wie viel daran zahlen muss.

Benno Mattli
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Beat Fischer (links) von der Museggmauer-Stiftung und Restaurator Vitus Wey begutachteten gestern Nachmittag den Nölliturm. (Bild Boris Bürgisser)

Beat Fischer (links) von der Museggmauer-Stiftung und Restaurator Vitus Wey begutachteten gestern Nachmittag den Nölliturm. (Bild Boris Bürgisser)

1,226 Millionen Franken: So viel kostet die im November 2013 in Angriff genommene Sanierung des Nölliturms am Luzerner St.-Karli-Quai. Das sind 366 000 Franken oder 42,5 Prozent mehr als die ursprünglich angenommenen 860 000 Franken. Diese Zahlen hat Urs Käppeli, Projektleiter bei der Stadt, gestern auf Anfrage unserer Zeitung bekannt gegeben. Der Grund dafür, dass die Sanierung fast die Hälfte mehr kostet als geplant, liegt laut Käppeli an der Sandsteinfassade, die überall massive Schäden aufweise. Man habe zwar gewusst, dass Schäden vorhanden seien, aber das wahre Ausmass der Zerstörung sei erst bei den Begehungen vom Baugerüst aus sichtbar geworden.

Laut dem Surseer Restaurator Vitus Wey, der mit der Leitung der Arbeiten an der Fassade betraut ist, hat sich gezeigt, dass der Sandstein unter der Oberfläche viele Hohlstellen aufweise. «In der äusseren Mauerschicht hat es so viele brüchige Steine und tiefe Löcher, dass die langfristige Sicherung des Turms einen Ersatz von zahlreichen Steinen unabdingbar macht.»

Stadt zahlt über eine halbe Million

Die Gesamtsanierungskosten von 1,226 Millionen Franken sollen nun wie folgt aufgeteilt werden:

  • mindestens 506 000 Franken von der Stadt (ursprünglich war von 420 000 Franken die Rede)
  • maximal 460 000 Franken von der eidgenössischen und der kantonalen Denkmalpflege
  • 210 000 Franken von der Albert­KoechlinStiftung
  • 50 000 Franken von der Stiftung zur Erhaltung der Museggmauer.

Der Kostenanteil der Stadt – der Eigentümerin der Museggmauer – könnte sich laut Käppeli aber noch erhöhen, da noch nicht genau klar sei, wie viel die eidgenössische und die kantonale Denkmalpflege an die Sanierung zahlten.

Ende Oktober ist alles saniert

Beat Fischer, Präsident der Stiftung zur Erhaltung der Museggmauer, geht davon aus, dass die Sanierung des Nölliturms im Oktober abgeschlossen sein wird. Bis dann will man auch mit der Sanierung des Männliturms fertig sein. «Damit sind dann alle neun Mauerabschnitte auf einer Gesamtlänge von 870 Metern fertig saniert – einmal abgesehen von einigen kleineren Arbeiten, die noch anstehen.»

Vereinbarung mit der Stadt

Die Stiftung zur Erhaltung der Museggmauer hat mit der Stadt eine Leistungsvereinbarung abgeschlossen. Diese verpflichtet die Stiftung dazu, bis spätestens Ende 2015 für 12 Millionen Franken die gesamte Museggmauer und sechs der insgesamt neun Türme zu sanieren. Von der Leistungsvereinbarung ausgenommen sind – weil sie bereits in jüngerer Zeit saniert worden sind – der Nölli-, der Schirmer- und der Luegislandturm.

Dass der Nölliturm nun doch saniert wird, liegt daran, dass die Zunft zu Safran, die den Turm als Zunftlokal mietet, im November des Jahres 2012 massive Schäden an der Dachkonstruktion entdeckt hatte. Diese Schäden machten eine sofortige statische Sanierung unabdingbar. Diese Arbeiten lösten in der Folge auch die Sandsteinsanierungen des ohnehin eingerüsteten Nölliturms aus. Auf Anfrage der Stadt hat die Stiftung zur Erhaltung der Museggmauer das Mandat für die Sanierung des Nölliturms übernommen.