NOSTALGIEFAHRT: Knatternd kurven sie den Rooter Berg hinauf

Am Wochenende findet das Michaelskreuzrennen statt. Historische Fahrzeuge der ganz edlen Sorte stehen dabei am Start.

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Oldtimer der Marke La France, Baujahr 1917, am Michaelskreuzrennen 2014. Ähnliche Fahrzeuge gibt’s auch diesmal zu bestaunen. (Bild: Leserbild: Norbert W. Saul)

Oldtimer der Marke La France, Baujahr 1917, am Michaelskreuzrennen 2014. Ähnliche Fahrzeuge gibt’s auch diesmal zu bestaunen. (Bild: Leserbild: Norbert W. Saul)

160 Autos, 100 Töffs, 10 Töff-Renngespanne, fast alles Old­timer: das ist das imposante ­Teilnehmerfeld beim Michaelskreuzrennen am kommenden Wochenende. Es führt von der Schulstrasse Root die kurvenreiche Strasse hinauf zum Michaelskreuz. Die Teilnehmer müssen 3,4 Kilometer zurücklegen und 305 Höhenmeter überwinden.

Natürlich ist es kein richtiges Rennen, sondern eine Nostalgiefahrt. «Es gibt weder Zeitmessung noch Ranglisten», sagt Hans Bründler vom Organisationskomitee. Erinnert wird damit an die sechs legendären Rennen von 1923 und 1933 auf der Originalstrecke von Gisikon-Root bis Michaelskreuz. «Bergprüfungsfahrten» nannte man sie.

Fasnächtler spotteten über den «Cabutti»

Vorwiegend Motorräder, aber auch Rennvelos starteten damals. Besonderes Aufsehen erregte der Kompressor-Rennwagen Bugatti Typ 35, den Alois Muff aus Hellbühl pilotierte – und am 9. Juli 1933 bei einem spektakulären Unfall in einen Baum fuhr, wie der OK-Website zu entnehmen ist. Muff überlebte den Unfall ohne grössere Verletzungen heil. Die Rooter Fasnächtler spotteten danach: «Muff fuhr ans Rennen mit dem Bugatti und kam nach Hause mit einem Cabutti.»

Danach gab’s keine Michaelskreuzrennen mehr. Erst 2005 wurde die Tradition wieder aufgenommen. Im Dreijahresrhythmus findet die Veranstaltung seither statt – heuer also zum fünften Mal. Und die Nostalgiker im Publikum werden auch diesmal auf ihre Kosten kommen. Am Start stehen historische Fahrzeuge der ganz edlen Sorte – vom Ford mit Herstellungsjahr 1929 über einen MG von 1935 bis zum Buick Big 8 Special (1938) und einem Chevrolet C3 Cor­vette Convertible (1968). Bei den Töffs sind unter anderen ein Motosacoche von 1939, ein Moto Guzzi Falcone Sport von 1952 und ein Honda CR 750 Daytona Replica von 1972 zu bestaunen.

Je drei Läufe gibt es am Samstag und Sonntag, jeweils um 9.30, 13.15 und 15.15 Uhr. Der Eintrittspreis für Zuschauer beträgt 12 Franken pro Tag oder 20 Franken fürs ganze Wochenende. Der Erlös kommt der Institution Murimoos zugute (geschützte Arbeitsplätze für benachteiligte Menschen und betreute Pflegeplätze). Es gibt einen Shuttleservice zum Festgelände an der Schulstrasse und zum Zielgelände.

Hugo Bischof

hugo.bischof@luzernerzeitung.ch

Hinweis

www.michaelskreuzrennen.ch