Kommentar

Note ungenügend für die Kommunikation im VBL-Subventionsdebakel

Haben die Verkehrsbetriebe Luzern VBL während sieben Jahre 16 Millionen Franken zu viel an Subventionen bezogen? Die Akteure widersprechen sich diametral - nun müssen alle Fakten auf den Tisch. 

Jérôme Martinu, Chefredaktor
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Jérôme Martinu, Chefredaktor

Jérôme Martinu, Chefredaktor

Bild Luzerner Zeitung

Nicht nur die Postauto AG, SBB und BLS haben jahrelang zu hohe Subventionen bezogen. Nein, auch die Verkehrsbetriebe Luzern (VBL)haben zu viel kassiert. Während sieben Jahren soll das grösste Zentralschweizer ÖV-Unternehmen zu viele öffentliche Gelder erhalten haben, insbesondere vom Verkehrsverbund Luzern (VVL). Die VBL AG gehört der Stadt Luzern.

Der rückgeforderte Betrag von 16 Millionen Franken sei nicht nachvollziehbar. «Wir haben alle Vorgaben eingehalten, Eingriffe in die Buchhaltung gab es nicht», betont VBL-Verwaltungsratspräsidentin Yvonne Hunkeler. Der VVL hingegen sagt, Abklärungen zeigten eine «Differenz zwischen den effektiven Zinskosten und den intern verrechneten kalkulatorischen Zinsen». Zudem: Man habe schon früh Vorbehalte geäussert. Und der Bund dementiert, dass die Verrechnungspraxis abgesegnet sei. Was stimmt nun? Im komplexen Abgeltungssystem öffentlicher Subventionen ist das von aussen kaum eruierbar.

Das Ganze riecht zumindest eigenartig. Darum: Alles andere als eine schonungslose Offenlegung aller relevanten Fakten und Parameter in dieser Causa VBL ist inakzeptabel. Und was die Kommunikation betrifft: Ungenügend! Da wissen VBL, VVL und Luzerner Stadtrat seit Wochen von dieser Grossbaustelle, an die Öffentlichkeit will man aber erst, wenn alles aufgeräumt ist. Die VBL hätten von Anfang an informieren und für eine klare Ausgangslage sorgen sollen. Kein Wunder, hat nun jemand vorzeitig geplaudert. In vier Wochen wird in Luzern gewählt.

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