Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

NOTHILFE: Immer mehr elektronische Helfer

Im Kanton gibt es mittlerweile fast 500 Defibrillatoren. Nur in den Einsatzfahrzeugen der Luzerner Polizei fehlen sie – mit Absicht. Dafür weiss der Sanitätsnotruf, wo die kleinen Geräte stehen.
Alexander von Däniken
Schritt für Schritt zur Wiederbelebung: ein Defibrillator im Luzerner Kantonsspital. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 10. Januar 2018))

Schritt für Schritt zur Wiederbelebung: ein Defibrillator im Luzerner Kantonsspital. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 10. Januar 2018))

Alexander von Däniken

alexander.vondaeniken@ luzernerzeitung.ch

Ihr Name ist ein Zungenbrecher, aber sie retten Leben: Defibrillatoren. Die kleinen Geräte, auch AED (Automatisierte Externe Defibrillatoren) genannt, gibt es mittlerweile in praktisch jeder Luzerner Gemeinde. 492 AED sind dem Sanitätsnotruf 144 beim Kanton Luzern derzeit gemeldet – 132 mehr als vor knapp zwei Jahren. Die Zahl dürfte noch höher sein, weil es für die Besitzer keine Meldepflicht gibt. AED kommen bei einem Herzstillstand zum Einsatz und geben Stromstösse ab.

Nur: In den Einsatzfahrzeugen der Luzerner Polizei fahren die mobilen Geräte nicht mit, wie Mediensprecher Kurt Graf auf Anfrage bestätigt. Und das, obwohl zumindest in der allgemeinen Wahrnehmung die Polizisten oft zuerst am Einsatzort sind.

Strikte Trennung zwischen Polizei und Lebensrettung

Laut Kurt Graf ist dies ein bewusster Entscheid: «Es hat sich in den letzten Jahren eine immer striktere Trennung zwischen Polizeiarbeit und Lebensrettungsdiensten entwickelt.» Dies aus mehreren Gründen. Einerseits treffe die Ambulanz oder der Notarzt oft gleichzeitig oder kurz nach der Polizei am Ort des Geschehens ein. Andererseits seien die Rollen gerade an Tatorten klar verteilt. Während die Polizei die Umgebung sichere und unter Umständen nach der Täterschaft fahndet, seien die Rettungsteams auf eine sichere Umgebung angewiesen, um sich um Verletzte zu kümmern.

«Ist es im Einzelfall doch einmal nötig, dass ein Polizist einen Menschen wiederbeleben muss, macht er das auch», sagt Graf. Denn die Polizisten hätten in ihrer Ausbildung eine vertiefte Nothelferausbildung und üben solche Notfälle auch regelmässig. «Bei den Übungen ist regelmässig auch der Sanitätsnotruf 144 Zentralschweiz dabei. So können die Abläufe und Absprachen trainiert werden», sagt Graf. Im Übrigen wüssten die meisten Polizisten, wo sich die nächsten Defibrillatoren befinden.

Auch der Sanitätsnotruf 144 Zentralschweiz mit Sitz im Luzerner Kantonsspital (Luks) in Luzern weiss über die Standorte Bescheid und gibt sie bei Notrufen von Passanten weiter. Peter Amstutz ist stellvertretender Gruppenleiter. Auch er betont die enge und gut funktionierende Zusammenarbeit mit der Polizei. Und macht ein Beispiel: «Wir stellen einen Notarzt, der rund um die Uhr zur Verfügung steht. Ist er bei einem Einsatz und es kommt zu einem weiteren Notfall, dann stellen wir einen zweiten Notarzt, der bei Bedarf von der Luzerner Polizei am Spital abgeholt und an den Einsatzort gebracht wird.»

Auch bei den Ambulanzen sei man gut aufgestellt. So gibt es neben den drei Luks-Standorten in Luzern, Sursee und Wolhusen noch eine vierte Ambulanzbasis in Hochdorf. Bei einem Notruf aus der Landschaft rücken nicht nur Polizei und Notarzt oder ­Ambulanz aus, auch ein Flugrettungsdienst wird automatisch alarmiert. Dank des Alarmierungsdispositivs und der guten Abdeckung müssen die Luzerner Polizisten also keine Defibrilla­toren im Auto haben. Laut Kurt Graf sehe das in kleineren, ländlichen Kantonen zum Teil anders aus. Dort seien einzelne Fahrzeuge mit AED ausgerüstet. Das sei aber kein Vergleich zu früher, als in Polizeifahrzeugen sogar Bahren mitgeführt wurden, wie Graf berichtet.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.