NOTTWIL: Joggi will Amt sofort von Frick übernehmen

Daniel Joggi will sein neues Amt nach der Wahl zum Präsidenten der Schwei­ze­rischen Paraplegiker-Stiftung (SPS) sofort vom umstrit­tenen Bruno Frick überneh­men.

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Der neue und der alte SPS-Präsident: Daniel Joggi (links) und Bruno Frick. (Bild Manuela Jans/ Neue LZ)

Der neue und der alte SPS-Präsident: Daniel Joggi (links) und Bruno Frick. (Bild Manuela Jans/ Neue LZ)

Zu Joggis Nachfolger ernannten die Delegierten am Samstag Christian Betl. Joggi habe in den vergangenen neun Jahren die Geschicke der SPV als Präsident entscheidend mitgeprägt und deren Anliegen in der SPS vertreten. Als langjähriger Tetraplegiker kenne er die Herausforderungen und Bedürfnisse der Querschnittgelähmten aus eigener Erfahrung.

Die SPV-Delegierten haben es laut Mitteilung daher ausserordentlich begrüsst, dass nach 35 Jahren mit Daniel Joggi eine querschnittgelähmte Person das Präsidium der SPS übernimmt.

Joggi: «Ich bin keine Marionette»
Joggi könne in seiner neuen Funktion als SPS-Präsident auf die volle und uneingeschränkte Unterstützung der SPV. «Das ist für mich eine wichtige Voraussetzung, um dieses anspruchsvolle Amt zu übernehmen. Nur mit dieser Unterstützung kann ich die Paraplegiker-Gruppe in ruhigere Gewässer führen», wird er zitiert. Er habe klar mitgeteilt, dass er ab sofort seine Ideen realisieren wolle.

Er sei keine Marionette, die im April die Entscheidungen umsetzt, die in der Zeit von heute bis zu seinem Amtsantritt beschlossen würden. Diese Unterstützung der Querschnittgelähmten geniesse auch Heinz Frei, der Bruno Frick vor kurzem öffentlich zum Rücktritt aufgefordert hatte, schreibt der SPV.

Zusammenarbeitsvertrag: Stiftungsrat trifft sich heute Sonntag
Zwischen der SPS und der SPV war ein Machtkampf entbrannt. Der Stiftungsrat hatte sich vor Wochenfrist trotz anhaltender Querelen entschlossen hinter seinem abtretenden Präsidenten Frick gestellt. Eine Mehrheit hatte gewünscht, dass Frick auch nach seinem Rücktritt als Präsident Ende März Mitglied des Stiftungsrats bleibe. Einzige Ausnahme war damals der Rollstuhl-Sportler Frei, der sich öffentlich gegen Frick stellte.

Die Rollstuhlfahrer-Gruppierung parawatch.ch hatte nach Fricks Rücktrittserklärung als Präsident seinen Rücktritt aus allen Ämtern gefordert und angekündigt, den Druck aufrechtzuerhalten. Sie wirft Frick Machtmissbrauch und fehlende Sozialkompetenz vor.

Die Delegierten der SPV verabschiedeten am Samstag zudem den gemeinsam mit der SPS ausgearbeiteten strategischen Zusammenarbeitsvertrag. Nun werde dessen Genehmigung durch den Stiftungsrat erwartet. Dieser trifft sich heute Sonntag.

ap