NOTTWIL: Kampfwahl um die Schulpflege

Die CVP will ihre beiden Vakanzen in der Schulpflege verteidigen. Doch die SVP und eine parteilose Kandidatin machen ihr Konkurrenz.

Ernesto Piazza
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«Kampfwahl» in Nottwil um die beiden frei werdenden Sitze in der vierköpfigen Schulpflege: Für die zurücktretenden CVP-Mitglieder Jeannette Stäuble-Bäuerle (Präsidentin) und Beatrice Bieri-Stifani schickt die Partei am 9. Februar Cordula Reding-Lobsiger und Bastian Graeff ins Rennen. Konkurrenz bekommen sie durch die SVP-Frau Sonja Planje-Koch und die Parteilose Judith Dobler-Imfeld. Während sich Graeff für die Gesamtleitung aufstellen lässt, bewerben sich alle drei Frauen um das Ressort Personal- und Konfliktmanagement, Qualitätssicherung.

«Wir wollen Verantwortung»

Mit ins Rennen um einen Sitz in der Nottwiler Schulpflege steigt auch die SVP, die noch nie in der Schulpflege vertreten war. Präsidentin Angela Lüthold-Sidler ist überzeugt, dass die Ortspartei mit Sonja Planje-Koch den Stimmbürgern eine kompetente Kandidatin zur Wahl empfehlen kann. Und daher sagt Angela Lüthold: «Es ist an der Zeit, dass wir Verantwortung übernehmen.» Mitentscheidend wird zudem sein, wie die SVP ihre Wähler zu mobilisieren vermag. Immerhin hat die Partei in Nottwil bei den Kantonsratswahlen 2011 einen Parteistimmen-Anteil von 25,8 Prozent erhalten. Damit erreichte die SVP vor der CVP (25,7 Prozent) und der FDP (15,6 Prozent) das beste Resultat.

Für die Familienfrau Sonja Planje (41) sind solche Wahlen primär Personenwahlen. Die verheiratete Mutter von zwei Töchtern betrachtet jedoch den Zeitpunkt für einen Einsitz in die Schulpflege persönlich als ideal. Sie sagt: «Dadurch, dass Vivien bereits in der Ausbildung steht und Gioia in Buttisholz die Sekundarschule besucht, glaube ich Problemstellungen mit der notwendigen Neutralität begegnen zu können.» Zudem möchte sie künftige Projekte im Bereich Schule nach deren Notwendigkeit und Nutzen prüfen und wenn nötig die Kosten kritisch hinterfragen. Und weiter liege ihr am Herzen, die Kommunikation zwischen Schülern, Lehrern und Eltern zu optimieren, sagt sie.

«Am gleichen Strick ziehen»

«Ich bin von der CVP für eine Kandidatur angefragt worden», erklärt Cordula Reding-Lobsiger auf Anfrage. Und sie stellt sich für einen Sitz in der Schulpflege zur Verfügung, «weil ich überzeugt bin, dass dieses Amt auf meine Fähigkeiten zugeschnitten ist». Die 36-Jährige, die in einem kleinen Pensum in einer IT-Firma in Grosswangen arbeitet, kennt die Dorfschule aus eigener Erfahrung, besuchte sie doch die Sekundarklassen in Nottwil und Buttisholz. Die mit einem 10-Prozent-Pensum definierte neue Aufgabe käme für sie zudem in einem Moment, «wo ich mich nach einer zusätzlichen beruflichen Herausforderung umschaue». Bei einer Wahl will sich Cordula Reding dafür einsetzen, «dass die Schülerinnen und Schüler ein positives Verhältnis zum Lernen entwickeln und mit den Lehrpersonen am gleichen Strick ziehen».

Vertrauen und Kontinuität

Durch ihre drei noch schulpflichtigen Kinder werde sie tagtäglich mit dem Thema Schule konfrontiert, sagt die parteilose Judith Dobler-Imfeld. Die heutige Schule sei nicht zuletzt mit den neuen Kommunikationsmitteln sehr stark gefordert. Die 45-jährige verheiratete Mutter, die Teilzeit als Assistentin bei einem selbstständigen Finanzberater arbeitet, erklärt: «Für mich ist vor allem massgebend, dass die Kinder die Möglichkeit für eine gute Bildung bekommen.» Und weiter sind ihr Worte wie Vertrauen oder Kontinuität – hier vor allem im Zusammenspiel zwischen Eltern, Schule und Lehrpersonen – wichtig. Sie sei zudem eine Person, die am Leben in der Gemeinde teilnehme, sagt Judith Dobler. Unter anderem ist sie seit 2011 im Pfarreirat und seit 2004 Rechnungsrevisorin der Katholischen Kirchgemeinde.

Mann in einer Frauendomäne

Während alle drei kandidierenden Frauen nach dem Ressort Personal- und Konfliktmanagement, Qualitätssicherung schielen, zielt der einzige Mann in der Ausmarchung auf das Präsidium. Bastian Graeff (40), auch von der CVP portiert, möchte für dieses Amt vor allem seine Management-Erfahrung – nicht zuletzt auf Behördenstufe – mit in die Waagschale werfen. Für den Stadtgeometer sind die Herausforderungen vielschichtig. Beispielsweise ist es die Situation, dass mit Nottwil und Buttisholz zwei Schulkreise bestünden, sagt er. Bis zur 2. Oberstufe besuchen die Schüler die Klassen in Nottwil, anschliessend müssen sie nach Buttisholz. «Hier macht der Kanton Druck, dass die beiden Gemeinden eine andere Lösung finden.» Zudem ist Bildung für ihn eine Investition in die Zukunft, «weshalb die Schulpolitik für mich einen hohen Stellenwert geniesst». Bastian Graeff ist sich aber bewusst: «Ich bin der einzige Mann, welcher in einer traditionellen Frauendomäne zur Wahl steht.»

Wahlprozedere sorgt für Spannung

Für zusätzliche Spannung könnte zudem das Wahlprozedere sorgen. Da gewählte Kandidaten über das absolute Mehr verfügen müssen, scheint ein zweiter Wahlgang wahrscheinlich. Und: Sollten zwei Frauen den Einzug in die Schulpflege schaffen, wäre auch noch die Frage des Präsidiums zu klären.