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NOTTWIL: Nottwiler Klinik braucht flüssige Mittel

Für 150 Millionen Franken erneuert und erweitert das Paraplegiker-Zentrum die Klinik. Ein Teil dieser Kosten wird mit der Veräusserung von Liegenschaften gedeckt. Ein Blick in die Verkaufsdokumente zeigt interessante Details.
Thomas Heer
Symbolbild / Archiv Neue LZ

Symbolbild / Archiv Neue LZ

Es war im letzten Herbst, als Agnes Jenowein, Leiterin der Corporate Communications bei der Schweizer Paraplegiker-Stiftung SPS, die Frage zu möglichen Immobilienveräusserungen, folgendermassen beantwortete: «Der Verkauf von Anlageliegenschaften ist noch nicht offiziell gestartet und steht derzeit in einer Prüfphase.»

Gut ein halbes Jahr später ist nun klar, dass sich die Paraplegiker-Stiftung, die für das finanzielle Fundament der Klinik sorgt, neun nicht betriebsnotwendige Liegenschaften abstossen will. Das geht aus Verkaufsdokumentationen hervor, welche der «Zentralschweiz am Sonntag» vorliegen.

Für die Abwicklung dieser Transaktionen hat die Paraplegiker-Stiftung die Zürcher Kantonalbank ZKB mandatiert. Das – gemessen an der Bilanzsumme – viertgrösste Geldinstitut der Schweiz, hält in einem Papier fest: «Wir verkaufen im Auftrag der Schweizer Paraplegiker-Stiftung sechs Liegenschaften in den Kantonen Aargau, Basel und Zürich.» Zur Erläuterung: In der Gemeinde Muhen besitzt die Paraplegiker-Stiftung insgesamt vier Häuser. Diese werden in den ZKB-Verkaufsdokumenten als eine Einheit geführt. Daher ist bei der ZKB nicht von neun, sondern von sechs Verkaufsobjekten die Rede.

Übereinstimmende Studien

Bereits letztes Jahr erarbeitete ein Aarauer Immobilienspezialist die Zusammenstellung jener Liegenschaften, die möglicherweise veräussert werden können. Die Aarauer errechneten damals einen potenziellen Verkaufserlös von insgesamt knapp über 22 Millionen Franken. Dieser Wert wurde als Maximum ausgewiesen, und er überstieg den im Minimum zu erwartende Erlös um rund 4,3 Millionen Franken. Das Total der Richtpreise, das nun die ZKB berechnete, entspricht mit 19,75 Millionen Franken ziemlich genau dem mittleren Wert, der einst von den Immobilienfachleuten in Aarau erhoben wurde.

Das Interesse ist geweckt

Ein Blick in die beiden Studien zeigt, dass die grösste Differenz jene Immobilie betrifft, die sich zwischen Limmat und Sihl mitten im Stadtzürcher Geschäftsdistrikt befindet. Bei diesem Objekt an der Usteristrasse handelt es sich um ein Wohn- und Geschäftshaus mit einer vermietbaren Gesamtfläche von 521 Quadratmetern. Das Haus, derzeit vollständig ausgelastet, spült der Paraplegiker-Stiftung pro Jahr 226 601 Franken in die Kasse. Die ZKB-Experten gehen davon, dass bei der Handänderung dieses Gebäudes 6 Millionen Franken fliessen werden. Hingegen prognostizierte das Immobilienunternehmen in Aarau lediglich einen Verkaufspreis von 4,79 Millionen Franken. Ein Branchenexperte, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, erwähnt, dass die Liegenschaft in der Schweizer Wirtschaftsmetropole bereits das Interesse eines Versicherungskonzerns sowie einer Pensionskasse geweckt hat.

Lukratives Objekt in Basel

Eine Liegenschaft aus dem Portefeuille der Paraplegiker-Stiftung könnte dem künftigen Besitzer besonders viel Freude bereiten. Dieses Wohn- und Geschäftsgebäude liegt in der St.-Alban-Vorstadt in Basel. Exklusive der halben Notariats- und Grundbuchgebühren wird der Verkaufspreis von der ZKB mit 3,6 Millionen Franken beziffert. Dafür kann der Investor mit jährlichen Netto-Mietzinseinnahmen in der Höhe von 198 130 Franken rechnen. Das entspricht einer Rendite von 5,5 Prozent. Das ist im heutigen Tiefzinsumfeld ein sehr guter Wert. Auf die Frage, bis wann die Liegenschaften verkauft sein sollen, sagt Agnes Jenowein: «Es besteht kein Zeitdruck. Wir gehen davon aus, dass die Immobilien bis Ende Jahr verkauft sein werden.»

Spatenstich bereits im Oktober

Dem Schweizer Paraplegiker-Zentrums SPZ, das nicht nur hierzulande sondern weit über die Landesgrenzen hinaus auf dem Gebiet der Tetra- und Paraplegiebehandlung einen ausgezeichneten Ruf geniesst, stehen intensive Jahre bevor. Im kommenden Oktober erfolgt nämlich der Spatenstich zu umfangreichen Erneuerungs- und Erweiterungsarbeiten. Der Löwenanteil des Bauprogrammes betrifft das Paraplegiker-Zentrum. Teilprojekte betreffen aber auch eine Passerelle sowie eine Tiefgarage. Die Gesamtkosten sind mit 150 Millionen Franken veranschlagt. Davon müssen rund 90 Millionen fremd finanziert werden. Umso wichtiger ist es für die SPS, dass die anstehenden Immobilienverkäufe möglichst erfolgreich abgewickelt werden können.

Thomas Heer

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