NOTTWIL: «SimMan»: Der blinzelnde Patienten-Dummy

Er hat einen Puls, öffnet die Augen, schreit, schwitzt – und blutet: Mit «SimMan 3G» kann Notfallversorgung unglaublich realistisch geübt werden.

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Ziemlich lebensecht: Das Gesicht von «SimMan 3G» (Bild Walter Eggenberger/pd)

Ziemlich lebensecht: Das Gesicht von «SimMan 3G» (Bild Walter Eggenberger/pd)

Am (heutigen) Mittwoch wird der europaweit erste Patientensimulator der neusten Generation von der Schweizer Paraplegiker-Stiftung und ihre Tochtergesellschaft Sirmed (Schweizer Institut für Rettungsmedizin) in Betrieb genommen, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Es handelt sich um die schweizweit ersten Institutionen, welche die rund 75'000 Franken kostende Puppe mit dem Namen «SimMan 3G» angeschafft haben.

Es handle sich dabei um eine Innovation, die völlig neue Trainingsmöglichkeiten im Rettungsdienst und in der klinischen Notfallversorgung ermögliche. Dieser Patientensimulator stelle ein wichtiges Glied in der Leistungskette der ganzheitlichen Betreuung von querschnittgelähmten Patienten dar.

Sogar Röntgen ist möglich
«3G» steht beim SimMan für 3. Generation – und der Simulator hat viel von seinen Vorgängern gelernt: Er ist in der Lage, alle für die Versorgung akuter Notfallsituationen relevanten Symptome darzustellen und Versorgungen anwenden zu lassen. SimMan kann atmen und hat Pulse, er öffnet die Augen, deren Pupillen auf Licht reagieren. Neu kann der SimMan schreien und husten, jammern und stöhnen. Er blutet und krampft, Schweiss steht ihm auf der Stirn. Es lassen sich EKG-Bilder ableiten, Herz- und Lungengeräusche abhören und Röntgenbilder darstellen. SimMan lässt sich geduldig Infusionen legen, Sauerstoff verabreichen und er reagiert realistisch auf Medikamente. Zudem ist er dank Kabellosigkeit uneingeschränkt mobil.


                                                                                                              Bild pd

Simulation mehrstufiger Szenarien
Bei Sirmed wird grosser Wert auf die mobile Simulation gelegt, wie es weiter heisst. «Gerade im Rettungsdienst finden Notfallversorgungen nicht nur an einem Ort statt», so Helge Regener, Geschäftsführer bei Sirmed. «In der mobilen Simulation lassen sich mit SimMan 3G dynamisch mehrstufige Szenarien darstellen, die selbst erfahrene Rettungsprofis vor echte Herausforderungen stellen und damit einen echten Mehrwert in der Ausbildung darstellen.» Der Simulator der norwegischen Firma Laerdal wird in der Schweiz von Carbamed vertrieben.

scd


                                                                          Bild Walter Eggenberger/pd