NOTTWIL: Zäch arbeitet wieder für Paraplegiker-Stiftung

Der Arzt und ehemalige CVP-Nationalrat Guido A. Zäch ist wieder für die Schweizerische Paraplegiker-Stiftung tätig – der Veruntreuungen zum Trotz.

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Guido A. Zäch. im September 2005. (Bild Eveline Bachmann/Neue LZ)

Guido A. Zäch. im September 2005. (Bild Eveline Bachmann/Neue LZ)

«Die Stiftung hat mit Guido Zäch Mitte Oktober einen Mandatsvertrag abgeschlossen» bestätigte SPS-Vizepräsident Fibo Deutsch zu Medienberichten vom Sonntag. Zäch werde Führungen machen, Grossspender und Legate betreuen. «Mit der Verteilung der Gelder wird er aber nichts mehr zu tun haben», betonte Deutsch. Die Höhe von Zächs Lohn wollte Deutsch nicht bekannt geben, sagte aber, dieser sei «sehr angemessen».

«Friedensschluss» und Fest
Zäch, der Gründer der Stiftung, hatte nach seiner Verurteilung wegen mehrfacher Veruntreuung zu einer Strafe von 16 Monaten Gefängnis 2007 alle Ämter abgegeben. Es handle sich nun um eine Art «Friedensschluss», sagte Deutsch. Der Vizepräsident unterstrich die Verdienste von Zäch, der heute zwischen Zofingen und Djerba pendle: «Es gibt viele, die nach wie vor zu ihm stehen.» Im kommenden März soll denn auch ein Fest für den Ehrenpräsidenten stattfinden. «Für dessen grosse Verdienste ist das sicher angebracht», sagte Deutsch. Es handle sich aber nicht um eine grosse Geschichte. Das Fest findet im Paraplegikerzentrum in Nottwil statt.

Zäch war vom Gericht zu einer Rückzahlung von 970'000 Franken verurteilt worden. Laut Angaben von Deutsch sind bisher 200'000 Franken zurückerstattet worden, für den Rest habe man eine Sicherheit durch eine Pfandverschreibung eines Hauses.

Denkpause beschlossen
Nach dem Weggang von Zäch hatte die Schweizerische Paraplegiker-Stiftung SPS von der Stiftungsaufsicht den Auftrag erhalten, die alten Strukturen zu entflechten, wie Deutsch weiter sagte. Diese seien auf die Person von Zäch ausgerichtet gewesen. Auch die Einführung einer Dachmarke steht nun zur Diskussion. Die Reformen sind aber vorerst gestoppt: Man habe festgestellt, dass ein Teil der Reformen bisher zu wenig kommuniziert worden seien und zu Verunsicherung geführt hätten. «Der Stiftungsrat hat eine Denkpause bis zum 27. November beschlossen», sagte Deutsch. Bis dann solle das weitere Vorgehen festgelegt und nochmals mit Betroffenen kommuniziert werden.

ap