NUMMER 143: Dargebotene Hand von Juxanrufen torpediert

50 Jahre «Die Dargebotene Hand Zentralschweiz»: Ein Grund zum Feiern. Eigentlich schon – wenn nur die zahlreichen Juxanrufe das Beraterleben nicht vergällen würden.

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(Karikatur Jals/Neue LZ)

(Karikatur Jals/Neue LZ)

Für das Jahr 2007 hatte die Hotline 143 19?800 Anrufe ausgewiesen, 2008 aber nur noch 8500, wie es im Jahresbericht der Zentralschweizer Sektion der Hotline 143 heisst. Das Telefon habe zwar ununterbrochen geklingelt, und trotzdem führe man aufgrund zahlreicher nicht ernst genommener Telefonate weniger Anrufe auf. Einerseits seiten erfundene Geschichten erzählt, andererseits die Beratenden beschimpft und/oder beleidigt worden.

Auf erfundene Storys eingegangen
Bis Ende 2007 bearbeitete Telefon 143 Zentralschweiz jeden Juxanruf ernsthaft, wie es weiter heisst. Die Berater liessen sich auf die Inhalte der erfundenen Geschichten ein. Denn manchmal bräuchten Menschen für den ersten Anruf Mut. Man kenne dieses Phänomen auch bei Erwachsenen. Sie fragen nach den Kosten, nach Gesprächsdauer oder erzählen eine Geschichte, die einer Bekannten passiert ist. Dieses Vortasten sei eine legitime Art und Weise, einen Erstkontakt zu knüpfen.

Ende 2007 waren genug Erstkontakte mit Kindern und Jugendlichen geknüpft (6000). Als man die steigende Zahl der Juxanrufe unter die Lupe genommen habe, zeigte sich, dass sich die gewählte Strategie nicht bewährt hatte. Die erfolgreiche Bearbeitung eines Juxgespräches mit erfundener Geschichte weckte den Ehrgeiz der Kinder und Jugendlichen, mit noch komplexeren Inhalten aufzuwarten.

Schweigen als Reaktion
Seit Anfang Jahr wird auf Anrufe mit Juxinhalten nicht mehr eingegangen. Diese Anrufe seien zum Glück gut erkennbar. Sie werden von mehreren Jugendlichen oder Kindern geführt. Im Hintergrund sind die «Ratschläge», was weiter gesagt werden soll, hörbar. Man nehme zwar immer noch alle Anrufe ab, schweige aber, sobald man einen Juxanruf identifiziert habe. Das Problem sei so für aber nicht aus der Welt geschafft, da diese Anrufe lästig seien und ernsthaft Ratsuchende blockierten.

Ab Anfang 2009 ist nun eine Telefonsoftware eingeführt worden, die es möglich macht, solche Störanrufe zu sperren.

scd