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Kunst am Bau: Nun hat auch Wauwil seine «Eigernordwand»

Die Fassade der Schulerweiterung beim Zentrum Linde in Wauwil ist nun mit einem monumentalen Kunstwerk bestückt. Dessen Schöpfer hat sich mit «Metropolitan» an ein Novum gewagt.
Evelyne Fischer
Künstler Michaël Lucerne bei der Einweihung des Werks «Metropolitan» beim Schulhaus Linde. (Bild: Manuela Jans-Koch, Wauwil, 27. Juni 2019)

Künstler Michaël Lucerne bei der Einweihung des Werks «Metropolitan» beim Schulhaus Linde. (Bild: Manuela Jans-Koch, Wauwil, 27. Juni 2019)

Am Santenberg sehnt man sich nach einem Hauch Urbanität. Schon eine ganze Weile: Mit dem Slogan «Ländlich. Städtisch. Und so nah.» wirbt man in der knapp 2300-Einwohner-Gemeinde Wauwil für die Überbauung, die auf dem Glasi-Areal beim Bahnhof in die Höhe wächst.

Mit dem Werk «Metropolitan» – der Name steht für «grossstädtisch», «hauptstädtisch» – zementiert sich das Streben nach Grösserem nun auch im öffentlichen Raum: Am Donnerstagabend hat der Gemeinderat die monumentale Installation an der Fassade der Schulhaus-Erweiterung beim Zentrum Linde präsentiert. Eine Aluminiumkonstruktion aus 162 lackierten Einzelteilen, 11 mal 5,5 Meter gross, geschaffen von Künstler Michaël Lucerne (55).

Gemeindepräsidentin Annelies Gassmann (CVP) sagt auf Anfrage: «Weil in unmittelbarer Nähe die Bronze-Figur ‹Begegnungen› von Rolf Brem steht, kam hier für uns keine weitere Statue, sondern nur Kunst am Bau in Frage. Michaël Lucerne, der in Ruswil aufgewachsen ist und heute in Luzern sein Atelier hat, war die richtige Wahl, um ein Stück Urbanität auf die Landschaft zu holen.»

Impression von der Montage der Installation. (Bild: PD)

Impression von der Montage der Installation. (Bild: PD)

Inspiration in der Antike gefunden

Gemäss Gassmann widerspiegelt Lucernes Werk die Begegnungen, die das Schulhausareal und die Mehrzweckhalle täglich ermöglichen und korrespondiert «perfekt» mit der Brem-Statue.

Für Lucerne, der unter anderem schon in Georgien, Dubai und Australien ausgestellt und für die Pilatus Bahnen oder die Raiffeisenbank in Kriens und Malters Werke geschaffen hat, war die Schulhaus-Installation eine Premiere. Inspiration dafür holte er sich in der Antike:

«Bei den meisten erhaltenen Skulpturen aus dem Mittelmeerraum fehlen Körperteile. Sie wurden von Grabräubern abgeschlagen. Damit wurden die Geister der Verstorbenen vertrieben.»

Die Installation besteht aus 162 Einzelteilen. (Bild: PD)

Die Installation besteht aus 162 Einzelteilen. (Bild: PD)

Lucerne war frei in der Gestaltung. Einzige Vorgabe: Es durfte keine erotische Darstellung sein. Rund ein halbes Jahr brauchte er für die Planung und Umsetzung. Die Grösse und Anordnung der 162 Einzelteile sei die grösste Herausforderung gewesen. Lucerne sagt: «Nun hat auch Wauwil seine Eigernordwand.»

Handwerker finanzieren Kunst am Bau

Die Kunst am Bau vollende das Schulhausprojekt, sagt Gemeindepräsidentin Annelies Gassmann. «Wir signalisieren damit: Kunst und Kultur ist der Gemeinde wichtig.» Wie teuer war das Werk? «Fast so teuer wie Mona Lisa», sagt Michaël Lucerne mit einem Augenzwinkern. Der genaue Betrag wird nicht kommuniziert. Gassmann betont aber:

«Die Gemeinde kam einzig für die elektrischen Anschlüsse der Beleuchtung auf, die Handwerker haben eine Abgabe für Kunst am Bau geleistet und damit die Installation ermöglicht.»

Der Erweiterungsbau ist bereits im September 2017 eingeweiht worden. «Wir haben uns diese Zeit bewusst eingeräumt, um den richtigen Künstler zu finden», sagt Gassmann. Der Buchstabe «T» wurde bei im Partizipationsprojekt der Schule mit dem Wortspiel «Schul(T)räume und Pausen(T)räume» in den Mittelpunkt gestellt. Lucerne hat dieses im liegenden «T» auf der Fassade wieder aufgenommen.

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