Klimademo-Mitorganisatorin: «Nur der harte Kern ist vor Ort»

Am Freitag findet in Lausanne eine internationale Klimademonstration statt. Mit dabei sind auch Zentralschweizer – etwa die Sarnerin Mirjam Hostetmann, Mitorganisatorin der Zentralschweizer Klimastreik-Bewegung. Die 19-Jährige erklärt weshalb.

Julian Spörri
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Mirjam Hostetmann, Mitorganisatorin der Zentralschweizer Klimastreik-Bewegung. <(Bild: PD)

Mirjam Hostetmann, Mitorganisatorin der Zentralschweizer Klimastreik-Bewegung. <(Bild: PD)

Wieso nehmen Sie die über zweistündige Zugfahrt nach Lausanne auf sich?

Mirjam Hostetmann: Die Klimademonstration in Lausanne lockt Menschen aus ganz Europa an. Es ist darum wichtig, dass auch viele Leute aus der Schweiz hingehen. Die Gesellschaft nimmt die Klimaprobleme nämlich nicht genug ernst. Viele achten darauf, zu Hause das Licht abzuschalten oder den Müll zu trennen. Dafür fliegen sie mehrmals pro Jahr in die Ferien. So kann man die Welt nicht retten.

Wie haben sich die Zentralschweizer organisiert?

Die Klimabewegung der Innerschweiz organisiert sich vor allem über Social Media. In den Whatsapp-Gruppenchats haben wir über die Demo in Lausanne informiert und ein Treffpunkt am Luzerner Bahnhof abgemacht. Wir reisen gemeinsam mit dem Zug. Die lange Fahrt ermöglicht interessante Gespräche ­– auch weil nicht alle die gleiche politische Auffassung teilen.

Wie viele Personen aus der Region werden dabei sein?

Wir rechnen nur mit wenigen Zentralschweizern. Wie viele es sind, sehen wir erst am Treffpunkt. Wahrscheinlich tritt nur der harte Kern der Bewegung die lange und teure Reise in die Westschweiz an. Zudem gibt es nicht nur in der Politik ein Sommerloch, sondern auch in der Klimabewegung. Viele unserer Mitstreiter sind in den Ferien.

Haben Sie Mühe, ihre Leute zu mobilisieren?

Die Klimabewegung hat einen grossen Hype ausgelöst. Dieser flacht jetzt wieder ab. An die letzte Demo kamen weniger Leute als bei früheren Aktionen. Deshalb organisiert die Klimabewegung der Zentralschweiz ein grosses Plenum. Wir wollen über unsere zukünftige Ausrichtung diskutieren.

Was wollen Sie verändern?

Unseren Grundsätzen werden wir treu bleiben. Wir wollen aber neue Leute ansprechen, etwa in den ländlichen Regionen. Es ist wichtig, dass sich die intensive Arbeit in der Klimastreik-Bewegung auf viele Schultern verteilt. Gerade die Arbeitslast durch den Papierkram wird oft unterschätzt.