Bildstrecke

Nur mit geladenen Gästen – die Gedenkfeier von Sempach steht ganz im Zeichen von Corona

Die alljährliche Gedenkfeier fand am Sonntag im kleinen Rahmen ohne Volksfest statt. Das hat auch seine guten Seiten.

Peter Weingartner
Drucken
Teilen

Kein Städtlifest, keine öffentliche Feier: Die Gedenkfeier Sempach, einst als Schlachtjahrzeit ein Begriff, erinnert an die Schlacht bei Sempach 1386. Dieses Jahr fand sie in lauschigem Ambiente nordwestlich der Schlachtkapelle statt, und das wegen Corona ohne freie Volksbeteiligung. Geladen waren am Sonntag rund 120 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Armee. Uri fungierte als Gastkanton und Kriens als Gastgemeinde.

In der ersten Reihe: Kantonsratspräsident Josef Wyss, Korpskommandant und Armeechef Thomas Süssli sowie Regierungspräsident Paul Winiker (von links).
8 Bilder
Vorbildlich mit Abstand: die Festgemeinde im Park hinter der Schlachtkapelle.
Viele Vertreterinnen und Vertreter der in der Coronakrise engagierten Organisationen waren mit Delegationen an die Gedenkfeier Sempach eingeladen.
In der ersten Reihe: Regierungsrat Marcel Schwerzmann, Regierungsrat Reto Wyss, Korpskommandant Thomas Süssli, Chef der Armee (von links).
Die Schlachtkapelle von Sempach.
Birgit Höntzsch, die Frau von Armeechef Thomas Süssli, Armeechef Thomas Süssli, Standesweibelin Anita Imfeld und Regierungspräsident Paul Winiker (von links).
Thomas Süssli und Paul Winiker
Die Krienser Polit-Legende Alexander Wili. Kriens war Gastgemeinde an der diesjährigen Feier.

In der ersten Reihe: Kantonsratspräsident Josef Wyss, Korpskommandant und Armeechef Thomas Süssli sowie Regierungspräsident Paul Winiker (von links).

Bild: PD

Die Festrede hielt Armeechef und Korpskommandant Thomas Süssli. «Die Stärke des Volkes misst sich am Wohl der Schwachen», zitierte er die Bundesverfassung. Er schlug den Bogen vom Lokalhelden Winkelried zu den Helden, die in Coronazeiten gewirkt haben: das Pflege-, das Verkaufspersonal, Lehrpersonen und Eltern, Arbeitende im öffentlichen Verkehr sowie Menschen, die andern das Einkaufen abgenommen haben.

Mit dem «helvetischen Milizsystem», das seinen Ausdruck in Vereinen, Kultur, aber auch in der Armee finde, schlug Süssli den Bogen zu «seinem» Betrieb und dem Coronaeinsatz. Da konnte ein neues Mobilmachungssystem getestet werden: per SMS. 5000 Angehörige der Armee seien auf Gesuche der zivilen Behörden hin im Einsatz gewesen: «Es sind 300'000 Tage Assistenzdienst geleistet worden.»

Muss sich die Armee auf Pandemien ausrichten?

Süssli wies weiter darauf hin, dass die Welt seit 1386 «volatiler, unsicherer, komplexer» geworden sei. Muss man nun die Armee auf Pandemien ausrichten? Süssli greift das zu kurz. «Welche Art von Krise kommt als Nächstes? Wann? Wie lange dauert sie?», fragt er. Die Armee müsse auf alle Krisen vorbereitet sein. Dazu gehöre eine gute Ausrüstung. Auch eine Luftwaffe, kam der Armeechef auf die Gegenwart zu sprechen, sei kein Selbstzweck. Der Erfolg der Eidgenossenschaft sei nie selbstverständlich gewesen, hart hätten unsere Vorfahren dafür arbeiten müssen, und an uns liege es nun, diese Errungenschaften weiterzuentwickeln: «Die Zeit für Helden ist nicht vorbei.»

In die gleiche Kerbe schlug Kantonsratspräsident Josef Wyss (CVP). In Zeiten des Wandels gelte es, Entwicklungen zu antizipieren: «Um die Zukunft zu gestalten braucht es innovative Köpfe.»

Gemeinnützige Vereine profitieren von kleiner Feier

Für Regierungspräsident Paul Winiker (SVP) war das Virus ebenfalls ein Thema. Krieg gewonnen? Er winkt ab, Teilerfolg, das schon, aber er gehe an zwei Fronten weiter: Zweite Welle? Rezession? Die Regierung sei zuversichtlich, keinesfalls gelassen. Diese sparte übrigens mit der kleineren Gedenkfeier Geld – und spendete darum je 5000 Franken an Benevol Luzern, die Plattform Freiwilligenarbeit Sempach und den Verein Kirchliche Gassenarbeit Luzern.