Nutzung von Wasserkraft umstritten

Die Wasserkraft kann im Kanton Luzern nur sehr wenig zur Deckung des Strombedarfs beitragen. Diesen ernüchternden Schluss hat der Kantonsrat am Montag gezogen. Potential sieht die bürgerliche Mehrheit zwischen Flühli und Sörenberg.

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Im Kanton Luzern ist die zusätzliche Nutzung von Wasserkraft umstritten. Das Bild stammt vom Bau des Wasserkraftwerks Ettisbühl bei Malters Ende November 2010. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

Im Kanton Luzern ist die zusätzliche Nutzung von Wasserkraft umstritten. Das Bild stammt vom Bau des Wasserkraftwerks Ettisbühl bei Malters Ende November 2010. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

Wo neue Kraftwerke möglich wären, setzen Umweltschutz oder Wirtschaftlichkeit Schranken. In Sachen Wasserkraft ist Luzern ein Zwerg. Die Kraftwerke können gerade 9000 Haushalte mit Strom versorgen. Wird das wirtschaftliche Ausbaupotential voll genutzt, werden es 16'500 sein. Zum Vergleich: Die Grimselkraftwerke produzieren Strom für 450'000 Familien.

Skeptische Stimmen von links bis rechts

Angesichts des vom Regierungsrat in ihrem Planungsbericht dargelegten geringen Potentials der Wasserkraft kommt für die SVP nur ein Nein zu einem Ausbau der Wasserkraftnutzung in Frage, wie Daniel Keller erklärte. Es wäre falsch, für wenigen und sehr teuren Strom Erholungsgebiete zuzubetonieren, sagte er.

Aus ökologischen Gründen skeptisch war auch die Ratslinke. Erneuerbare Energien seien nicht per se gut, sagte Alain Greter (Grüne). Oberste Priorität müssten Spar- und Effizienzmassnahmen haben. Silvana Beeler (SP) setzt auf eine Optimierung bestehender Anlagen. Bei der Bewilligung neuer Anlagen bestehe die Gefahr, dass die letzten naturnahen Gewässer für eine marginale Stromproduktion zerstört würden.

Optimistischer beurteilte die FDP die Nutzung der Wasserkraft. Naturschutz und Stromproduktion seien vereinbar, sagte Robert Küng. Peter Zurkirchen (CVP) forderte, dass neue Anlage nicht die Optimierung bestehender Anlagen verunmöglichen dürften.

Anträge der Linken, den Natur- und Landschaftsschutz zu stärken, wurden abgelehnt. SP und Grünen ging es vor allem darum, der «Goldgräberstimmung», zu der die kostendeckende Einspeisevergütung bei den Kraftwerkprojekten geführt habe, entgegenzuhalten.

Potential in der Lammschlucht

Erfolg hatte dagegen ein Antrag der vorberatenden Kommission zur Unterstützung einer möglichen Wasserkraftnutzung in der Lammschlucht zwischen Schüpfheim und Flühli. In dieser liege ein grosses Potenzial, fand die bürgerliche Mehrheit. Pius Kaufmann (CVP) sagte, ein Kraftwerk in der Lammschlucht sei im Geist der Biosphäre Entlebuch. Adrian Borgula (Grüne) warnte vergeblich davor, die letzten natürlichen Flussläufe zu verbauen.

In der Schlussabstimmung nahm der Kantonsrat vom Planungsbericht über die Wasserkraftnutzung gegen die Stimmen der SVP im zustimmenden Sinne Kenntnis.

sda