OBERGERICHT: «Der Fahrer hätte warten müssen»

Der Chauffeur, der 2005 eine Frau überfahren hatte, stand am Mittwoch vor dem Obergericht. Dort stritt man über die Sichtverhältnisse.

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Die Unfallstelle bei der Poststelle an der Zürichstrasse. (Archivbild Neue LZ)

Die Unfallstelle bei der Poststelle an der Zürichstrasse. (Archivbild Neue LZ)

Beim Rückwärtsmanöver mit seinem Post-Lastwagen hat der Chauffeur A.* am 28. September 2005 eine 88-jährige Frau überfahren. Diese starb noch auf der Unfallstelle.

Am Mittwoch stand A.* deswegen vor dem Luzerner Obergericht. Die Verteidigung forderte einen Freispruch. In erster Instanz ist A. im November 2008 vom Amtsgericht Luzern-Stadt der fahrlässigen Tötung schuldig gesprochen und zu einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je 70 Franken (bedingt) sowie einer Busse von 350 Franken verurteilt worden.

«Entscheidend ist schlicht, ob die Sicht schlecht ist oder nicht», zitierte der Staatsanwalt sinngemäss ein Bundesgerichtsurteil aus dem Jahre 2006. Normalerweise sei eine Postangestellte bei der Rampe erschienen, um die Einfahrt zu unterstützen. An diesem Tag sei sie zu spät gekommen. «Also hätte A. auf sie warten oder zumindest telefonieren müssen.» A. habe selber ausgesagt, dass wegen des Sonnenlichteinfalls die Sicht auf den Monitor nicht optimal gewesen sei.

Der Staatsanwalt bezeichnete den vorinstanzlichen Schuldspruch und das Urteil als «angemessen und vertretbar». Das Urteil wird schriftlich zugestellt.

Pirmin Bossart

* Name der Redaktion bekannt

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Donnerstag in der Neuen Luzerner Zeitung.