OBERKIRCH: Geburtshaus baut kräftig aus

1,5 Millionen Franken investiert das Geburtshaus «Terra Alta» in einen Um- und Ausbau. Knackpunkt war die Suche nach einer geeigneten Übergangslösung.

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So soll das neue Geburtshaus in Oberkirch im Frühling 2016 aussehen. (Bild: Visualisierung Dolmus Architekten Luzern)

So soll das neue Geburtshaus in Oberkirch im Frühling 2016 aussehen. (Bild: Visualisierung Dolmus Architekten Luzern)

Seit gut neun Jahren gibt es das Geburtshaus «Terra Alta» in Oberkirch. Letztes Jahr konnte mit 220 Neugeborenen ein Rekord verzeichnet werden (Ausgabe vom Mittwoch). Wegen der hohen Nachfrage musste letztes Jahr eine monatliche Obergrenze der Geburten eingeführt werden. Um mehr Platz zu bieten, wird nun kräftig investiert: Anfang September beginnen die Um- und Ausbauarbeiten am bestehenden Geburtshaus.

Herausforderung für Architekten

Im Frühling 2016 wird das Geburtshaus dann dank einem neuen Anbau über drei zusätzliche Familienzimmer, grössere Aufenthaltsräume und zwei neue Gebärzimmer verfügen. Zudem wird der Schulungsraum neu vom betrieblichen Geburts- und Wochenbettalltag so gut wie möglich getrennt. Dolmus Architekten aus Luzern haben den Einladungswettbewerb für das Projekt gewonnen. Bei der Planung habe es einige Herausforderungen gegeben, sagt Gani Turnuc, Projektleiter und zusammen mit Cédric von Däniken Inhaber des Architekturbüros: «Die Nutzungen mussten klar strukturiert und Synergien effizient genutzt werden. Und trotz der Vergrösserung und den hygienischen Anforderungen muss das Haus natürlich zwingend den familiären Charakter beibehalten.»

Zwei Attikawohnungen

Während der Bauarbeiten kann das Geburtshaus nicht genutzt werden. «Das Suchen einer passenden Übergangslösung war ein Knackpunkt», sagt Renate Ruckstuhl, Hebamme und Mitglied der Geschäftsleitung. Mehr oder weniger per Zufall sei man aber auf eine ideale Lösung gestossen. In der neuen Überbauung der Grüter AG an der Länggasse in Sursee, rund fünf Minuten vom Geburtshaus entfernt, kann «Terra Alta» während der Umbauzeit zwei Attikawohnungen mieten. «In der 300 Quadratmeter grossen Wochenbettwohnung gibt es sechs gemütliche Wochenbettzimmer und einen Aufenthaltsraum mit Küche, alle Zimmer haben Zugang auf den grossen Balkon», schwärmt Ruckstuhl, die von einem «echten Glücksfall» spricht. In der zweiten, gegenüberliegenden Wohnung werden zwei Gebärzimmer und die Administration eingerichtet. Bauliche Anpassungen seien kaum notwendig, sagt Ruckstuhl. «Einzig eine Gebärbadewanne muss installiert werden.» Der Liegenschaftsbesitzer habe sich dabei aber sehr kooperativ gezeigt.

Ein grosser Brocken

Gut 1,5 Millionen Franken kosten die Bauarbeiten und die Übergangslösung. Ein grosser Brocken für eine relativ kleine Aktiengesellschaft. Doch es könne finanziert werden, betont Ruckstuhl. «Es gibt ‹Terra Alta› seit bald zehn Jahren, und der Betrieb wird wirtschaftlich geführt.» Auch die Aufnahme auf die Luzerner Spitalliste 2012 hilft dem Geburtshaus. «Das hat im Bezug auf die Nachfrage zusätzlichen Schub gegeben, weil für die gebärenden Frauen seither keine Zusatzkosten mehr entstehen.» Man sehe für die Zukunft wenig Risiko, so Ruckstuhl. Die Nachfrage werde weiterhin steigen, und Betreuungsqualität und Sicherheit seien im «Terra Alta» gewährleistet. «Sonst würden sie den Ausbau nicht machen.»

Cyril Aregger