Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

OBERKIRCH: Streit um die Sure geht weiter

Die Abstimmung zur Revitalisierung der Sure fiel sehr knapp aus. Hängige Einsprachen könnten die Umsetzung der Massnahmen verzögern. Der federführende Gemeinderat kündigt derweil seinen Rücktritt an.
Urs-Ueli Schorno
Im Bereich Hofbach soll die Sure für 2,6 Millionen Franken revitalisiert werden. (Bild: Boris Bürgisser (Oberkirch, 28. November 2017))

Im Bereich Hofbach soll die Sure für 2,6 Millionen Franken revitalisiert werden. (Bild: Boris Bürgisser (Oberkirch, 28. November 2017))

Urs-Ueli Schorno

ursueli.schorno@luzernerzeitung.ch

Ganz knapp, mit 46 Stimmen Unterschied, genehmigten die Oberkircher am Sonntag den Finanzierungsplan für das 2,6-Millionen-Franken-Revitalisierungsprojekt an der Sure. Der Gemeinderat hatte sich im Vorfeld dafür starkgemacht und wollte mit der Konsultativabstimmung die breite Unterstützung der Bevölkerung einholen. Dem Kanton sollte so guter Grund für ein schnelles Vorwärtsmachen geliefert werden. Doch das Ergebnis ist, dass die Oberkircher in dieser Frage gespalten sind – für den Gemeinderat offensichtlich überraschend.

Der Gemeinderat will dennoch eine positive Stellungnahme an den Kanton als Bauherr abgeben. Liege die Bewilligung der Dienststelle Verkehr und Infrastruktur vor, sollen sich die Bauarbeiten über zwei Winter erstrecken, sagte Bauvorsteher Sacha Heller (FDP) nach der Abstimmung zu unserer Zeitung. Bis 2022 würden die Massnahmen also umgesetzt sein.

Doch dieser Zeitplan ist keineswegs in Stein gemeisselt: Noch sind Einsprachen hängig. «Diese wollte der Gemeinderat eigentlich bereinigen, bevor es zur Abstimmung kommt», gibt Fridolin Roos zu bedenken, eine der federführenden Kräfte im Gegnerkomitee. Er verweist dabei auf das Protokoll der Gemeindeversammlung vom 15. Mai 2017, dem eine entsprechende Aussage des Gemeinderats zu entnehmen ist. Roos selbst ist Unterzeichner einer Einsprache, die von 13 Personen unterschrieben wurde. Hinzu kommt eine weitere hängige Einsprache. Sobald der Kanton grünes Licht für das vorliegende Projekt geben sollte, sind die Einsprecher, sowie Umweltverbände, berechtigt, gegen diese Bewilligung Beschwerde zu erheben. «Falls wir vor Kantonsgericht gelangen würden, kann sich der Zeitplan nach unseren Informationen um zwei, bis drei Jahre verzögern», rechnet Roos vor.

Er fordert, die Gemeinde solle die Einwände der Gegner endlich ernst nehmen: «Wir haben immer gesagt, dass wir gegen dieses konkrete Projekt sind und nicht grundsätzlich gegen Massnahmen, welche die Natürlichkeit der Sure erhalten oder wiederherstellen sollen. Wenn das Projekt nachgebessert wird, können wir uns durchaus vorstellen, die Einsprachen zurückziehen.» Konkret verweist er auf eine Stellungnahme des Umweltverbandes WWF. Dieser hatte sich zwar im Grundsatz für Revitalisierungsmassnahmen ausgesprochen, forderte aber folgende Anpassungen, die sich mit denen von Roos und seinen Mitstreitern decken:

– Auf den Einsatz von Kies zur Schaffung von Zugängen soll verzichtet werden, weil das Material in der Sure nicht vorkommt.

– Ein Schwerpunkt soll auf die Renaturierung des Auenwalds gelegt werden. Konkret soll der Bestand an Hochstammbäumen, gesichert werden.

– Von einigen Anwohnern wird vermutet, das Projekt könnte dazu benutzt werden, illegale Bauten – eine Brücke – nachträglich zu legalisieren. Falls dem so sei, müsste dieses Vorgehen in Frage gestellt werden.

– Zudem sei das Projekt zu sehr auf Freizeitaktivitäten ausgelegt.

Um all diese Punkte nachzubessern, wäre wohl eine zweite öffentliche Auflage des Projekts notwendig.

Kommt es zu einer zweiten öffentlichen Auflage?

Aus Sicht des Kantons ist zurzeit nicht davon auszugehen, dass eine solche erforderlich ist. «Wir begrüssen, dass eine Mehrheit der Bevölkerung das Projekt Revitalisierung Sure Oberkirch unterstützt», hält Mirija Weber, Kommunikationsverantwortliche des Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartements auf Anfrage fest. Zurzeit warte man die Stellungnahme der Gemeinde ab. Anschliessend werde das Projekt unter Einbezug der Einsprachen weiterbearbeitet. Ob diese zu Anpassungen führen, könne derzeit nicht beantwortet werden.

Kurz nach der Abstimmung hat übrigens der Oberkircher Bauvorsteher Sacha Heller seine Demission als Gemeinderat auf den 1. August hin angekündigt. Mit dem Ausgang der Abstimmung habe dies aber nichts zu tun, hält er auf Anfrage fest. «Sicher ist es aber schöner nach der Zustimmung den Rücktritt bekannt zu geben.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.