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OBERKIRCH/SURSEE: Projekt für den Fall eines Jahrhunderthochwassers

Ein Grossprojekt soll die Hochwasserfluten des Hofbaches in Zukunft bändigen. Vor allem gegen einen Teil des Projekts regt sich Widerstand: den Abriss eines 200 Jahre alten Wehrs.
Jessica Bamford
Hochwasserschutz_Sursee

Hochwasserschutz_Sursee

Um die Surseer und Oberkircher Bevölkerung vor Hochwasser zu schützen, sollen 6,2 Millionen Franken investiert werden (Ausgabe vom 8. September 2016). Davon übernehmen Bund und Kanton 4 Millionen Franken. 2016 lag das Projekt öffentlich auf. Laut Sylvia Durrer, Projektleiterin des Kantons, sind mehrere Einsprachen eingegangen. Es wird bemängelt, dass das Projekt zu teuer sei und dass ein so altes Wehr nicht einfach abgerissen werden sollte. Sylvia Durrer beantwortet die wichtigsten Fragen.

Sylvia Durrer, was sind die grössten Veränderungen, die in Oberkirch und Sursee umgesetzt werden sollen?

Bei starken Niederschlägen sollen die Wassermassen aus dem Hofbach und dem Sempachersee gestoppt werden, bevor sie in der Sure nach Sursee gelangen, wo sie oft Überschwemmungen verursachen. Deshalb sollen ein Hochwasserrückhaltebecken im Gebiet Münige und ein neues Stauwehr beim Ausfluss Sempachersee entstehen.

Viele Anwohner zeigen wenig Verständnis für die hohen Kosten. Könnte der Schutz auch mit weniger Aufwand gewährleistet werden?

Wir haben verschiedene Varianten geprüft, und diese hat sich als beste Lösung erwiesen. Damit die Massnahmen langfristig gut genug sind, haben wir mit den Wassermassen eines Jahrhunderthochwassers gerechnet. Dies entspricht dem schweizerischen Standard. Die verhinderten Schäden sind in diesem Fall höher als die Kosten der Massnahmen, und das Projekt ist somit wirtschaftlich sinnvoll.

Ein Leser setzt sich besonders gegen das neue Wehr am Ausfluss des Sempachersees ein. Weshalb ist es nötig?

Das bisherige Wehr wird jeweils von Hand bedient. Das Wasser braucht vom Seeausfluss zum Auffangbecken rund 30 Minuten, was einer Wassermenge von etwa 30 000 Kubikmetern entspricht. Somit ist bereits ein Viertel der Kapazität genutzt. Würde das Wehr weiterhin von Hand geschlossen, kämen weitere Wassermengen hinzu: Um das Wehr zu schliessen, braucht es rund 30 Minuten. Zwischen dem Signal und der Schliessung liegen etwa 30 Minuten. In dieser Zeit fliessen weitere 8000 Kubikmeter Wasser aus dem See ins Rückhaltebecken. Dadurch würde mehr als die Hälfte der Kapazität des Beckens aufgebraucht, wodurch der Schutz verringert wird. Die automatische Schliessung des neuen Wehrs dauert hingegen nur wenige Minuten. So kann das Rückhaltebecken für das Wasser aus dem Hofbach zur Verfügung stehen.

Könnte das Rückhaltebecken grösser gebaut werden, sodass die 8000 Kubikmeter Wasser kein Problem wären?

Die topografischen Verhältnisse in Münige lassen nur den Rückhalt einer beschränkten Menge Wasser zu. Wenn noch mehr Wasser zurückgehalten werden sollte, müssten zusätzliche Dämme errichtet und alle Dämme und Mauern höher gebaut werden. Dies würde zu Mehrkosten und Interessenskonflikten mit den direkten Anstössern führen.

Der Leser sorgt sich auch um den kulturellen Wert des über 200-jährigen Wehrs. Beeinflusst das den Entscheid?

Das besagte Wehr steht nicht unter Denkmalschutz. Wir haben unter Abwägung aller Interessen das beste Massnahmenpaket gesucht, um den Hochwasserschutz sicherzustellen.

Jessica Bamford

jessica.bamford@luzernerzeitung.ch

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