Oberster Willisauer Touristiker will Stadtpräsident werden

Mit André Marti will die FDP das Präsidium in Willisau halten. Und: Die CVP will auch künftig den Stadtammann stellen. Die Linken akzeptieren das.

Niels Jost
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Es dauert zwar noch fast ein halbes Jahr, bis der Gesamtstadtrat im eben erst mit Gettnau fusionierten Willisau neu gewählt wird. Doch bereits jetzt bringen sich die grössten beiden Ortsparteien mit ihren Kandidaten in Stellung.

Die FDP portiert André Marti als neuen Stadtpräsidenten und damit als Nachfolger von Parteikollegin Erna Bieri-Hunkeler, welche ihren Rücktritt bereits im vergangenen Mai bekannt gegeben hatte. Ebenso klar ist, dass die bisherige FDP-Stadträtin Sabine Büchli bei den Wahlen vom 27. September wieder antreten wird, wie die FDP mitteilt.

Will Willisaus neuer Stadtpräsident werden: André Marti von der FDP.
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Stadträtin Sabine Büchli will für eine weitere Legislatur kandidieren.
Soll Stadtammann Wendelin Hodel beerben: Daniel Bammert von der CVP.
Stellt sich zur Wiederwahl: CVP-Stadtrat Pius Oggier.
Auch die einzige linke Vertreterin stellt sich zur Wiederwahl: SP-Stadträtin Irma Schwegler.

Will Willisaus neuer Stadtpräsident werden: André Marti von der FDP.

Bilder: PD

Wegen Fusion: Mit Bekanntgabe der Kandidaten zugewartet

Auch die Parteileitung der CVP schlägt bereits jetzt einen Nachfolger für den ebenso zurücktretenden Stadtammann Wendelin Hodel vor: Daniel Bammert. Zudem stelle sich Stadtrat Pius Oggier für eine weitere Legislatur zur Verfügung.

Dass FDP und CVP ihre Kandidaten jetzt bekannt geben, ist kein Zufall. Die Suche nach Nachfolgern fürs Präsidium und den Ammann läuft seit geraumer Zeit. Mit der Bekanntgabe habe man aber zuwarten wollen, bis die Fusion mit Gettnau sakrosankt ist. Die Abstimmung ging bekanntlich vergangenen Sonntag über die Bühne.

André Marti: Unternehmer und Neo-Kantonsrat

Mit André Marti portiert die FDP einen bekannten Willisauer fürs Stadtpräsidium. Der 47-jährige Architekt und Wirtschaftsingenieur «ist breit abgestützt» in der Gemeinde, wie FDP-Ortsparteipräsident Toni Steiger auf Anfrage sagt. So präsidiert er sowohl Willisau Tourismus als auch die Feldmusik Willisau und ist Mitinhaber der Stadtmühle.

Weiter wurde der ehemalige kantonale Wirtschaftsförderer vor einem Jahr neu in den Luzerner Kantonsrat gewählt – «mit einem sehr guten Resultat», wie Steiger betont. Zudem sei er als selbstständiger Siedlungs- und Immobilienentwickler genug flexibel für das 50-Prozent-Pensum des Präsidiums.

Daniel Bammert: Wirtschaftsprüfer und in Controllingkommission

Das ebenso gewichtige Amt im fünfköpfigen Stadtrat, jenes des Stadtammanns mit einem Pensum von rund 80 Prozent, soll künftig CVP-Parteileitungsmitglied Daniel Bammert bekleiden.

Der 34-jährige, verheiratete Vater eines Sohnes und diplomierte Wirtschaftsprüfer ist bereits in der Controllingkommission tätig. «Er bringt die fachlichen Kompetenzen und den Willen für dieses Amt mit», sagt CVP-Ortsparteipräsident Ludwig Peyer.

Keine Kandidaten aus Gettnau gefunden

Zwei neue Kandidaten, beide aus Willisau: Bleibt da das frisch zugeheiratete Gettnau aussen vor? Peyer und Steiger betonen, dass man sich mit der Gettnauer CVP und FDP abgesprochen habe. Aus Gettnau habe sich niemand finden können. Auch die dortigen, amtierenden Gemeinderäte haben schon vor der Fusionsabstimmung signalisiert, kein Interesse für ein Amt im Willisauer Stadtrat zu haben.

Ob André Marti und Daniel Bammert Konkurrenz erhalten, ist unklar. Die SVP hat sich noch nicht mit den Wahlen beschäftigt. Anders die SP und Grünen: Sie anerkennen den Anspruch der FDP und CVP fürs Präsidium und den Ammann und schlagen SP-Stadträtin Irma Schwegler zur Wiederwahl vor. Eine eigene Kandidatur schliessen die Grünen derzeit aus.

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