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OBWALDEN/LUZERN: Sie knattern mit Zweitaktern über Pässe

Um die 1000 Töfflifahrer meisterten am Samstag am bekannten Alpenbrevet eine 110 Kilometer lange Strecke. Mit dabei waren auch zwei Alpnacher. Für sie ist das Töffli Jugenderinnerung und Lebensgefühl zugleich.
Die Alpnacher Jost Wallimann (links) und Ueli Wallimann absolvierten gestern mit weiteren Töffli-Fans das Alpenbrevet. Der Anlass ist beliebt. Innert Kürze waren die 1000 Startplätze vergeben – Hunderte Zuschauer sahen dem Start in Sarnen zu (Bild rechts). (Bild: Roger Grütter (Sarnen, 22. Juli 2017))

Die Alpnacher Jost Wallimann (links) und Ueli Wallimann absolvierten gestern mit weiteren Töffli-Fans das Alpenbrevet. Der Anlass ist beliebt. Innert Kürze waren die 1000 Startplätze vergeben – Hunderte Zuschauer sahen dem Start in Sarnen zu (Bild rechts). (Bild: Roger Grütter (Sarnen, 22. Juli 2017))

Matthias Piazza

matthias.piazza@obwaldnerzeitung.ch

Im 10-Minuten-Takt knatterten sie los. 1000 Töffli starteten am Samstag beim Schulhausareal Sarnen zu ihrer 110 Kilometer langen Rundfahrt über den Glaubenberg ins Entlebuch, von Sörenberg über die Panoramastrasse nach Giswil und von dort über Flüeli-Ranft zurück nach Sarnen. Mittendrin im Pulk: Jost Wallimann (56) und Ueli Wallimann (47). Die beiden (nicht miteinander verwandten) Alpnacher gehören zu den Glücklichen, die sich eine Teilnahme am 8. Red-Bull-Alpenbrevet, dem ersten in der Zentralschweiz, sichern konnten.

Bei 1000 Plätzen sollte dies auch kein Problem sein, sollte man meinen – falsch gedacht. Die je 250 Startplätze, die an vier Terminen für kurze Zeit per Internet buchbar waren, waren innert Kürze ausverkauft. «Ich liess vier Browser parallel laufen, um einen Startplatz zu ergattern», erzählt Jost Wallimann. Die erstmalige Teilnahme am Alpenbrevet klappte. Konkurrenzdenken sei fehl am Platz – im Gegenteil. Wer die Fahrt unter vier Stunden absolviert, wird gar von einem nächsten Alpenbrevet ausgeschlossen. «Wenn ich problemlos den steilen Aufstieg auf die Älggi­alp schaffe, bin ich zufrieden.»

Austausch mit Gleichgesinnten

Sein Kollege Ueli Wallimann hat schon mehrmals an Alpenbrevets teilgenommen. Er weiss: «Es geht um den Plausch. An solchen Anlässen kann man sich mit Gleichgesinnten austauschen, sein Netzwerk vergrössern, sich am Anblick der anderen Töffli erfreuen.» Der Anlass ist für die beiden Töffli-Enthusiasten eines der Highlights im Jahr – aber bei weitem nicht der einzige. Einen festen Platz im Kalender haben auch die Ausfahrten im Frühling und Herbst mit ihren elf Töfflikollegen. Fünf Tage lang befuhren sie diesen Frühling sechs Pässe im Tessin, übernachteten teilweise im Stroh. «Wir lassen so die Jugend wieder aufleben», sagt Jost Wallimann lachend.

Damals wurde auch der Samen gelegt für ihre Faszination für die Zweitakter. «In unserer Generation war es selbstverständlich, dass man mit 14 vom Velo aufs Töffli wechselte, für den Weg zur Schule und später zur Arbeit.» Inzwischen ist eine richtige Leidenschaft daraus geworden. Denn der Zweitakter wird nicht einfach ab Stange gekauft. «Aus zwei Occasionstöffli baue ich ein neues zusammen», erzählt Ueli Wallimann. Dafür klappern die beiden Scheunen in der Umgebung nach alten Töffli ab – und entdecken dort manchmal ein ganzes Arsenal. Jost Wallimann beschäftigte sich einen ganzen Monat damit, die Funktionsweise eines bestimmten Zweitaktmotors kennen zu lernen. Denn zusammengebaut und repariert wird selbst, davon zeugt auch die hauseigene Werkstatt. Nur sehr selten sei man in einer professionellen Werkstatt anzutreffen. Mittlerweile sind sie versierte Fachleute. Das kam ihnen bei ihren Ausfahrten immer wieder zugute – etwa bei unverhofften Pannen.

Um Leistung gehe es bei den Ausfahrten aber nie, sondern um Gemütlichkeit, wie man sie mit einem Auto oder Töff nicht erlebe. «Da macht es auch nichts, wenn wir im ersten Gang einen Pass hinauftuckern. Das macht Spass.» Davon lassen sich sogar andere Verkehrsteilnehmer anstecken. «Selbst entgegenkommende Lastwagenfahrer hupen und winken uns.» Töfflifahren sei eben zum Kult geworden, meinen sie übereinstimmend.

«Die Strecke über den Glaubenberg eignet sich wunderbar für die Tour, ist eine Herausforderung für Mensch und Maschine», begründet Eventkoordinator Felix Meier den Entscheid, das 8. Red-Bull-Alpenbrevet in der Region Sarnen auszutragen. Zudem habe sich den Teilnehmern eine fantastische Berglandschaft geboten. Dass die 1000 Startplätze innert Kürze ausverkauft waren, führt er auf die grosse Popularität der Töffliszene zurück. «Offenbar haben wir den Puls der Zeit getroffen.» Um den Verkehrsfluss zu gewährleisten, wurde ein Teil der Brünigstrasse gesperrt und die Töffli in vier Staffeln auf ihre Reise geschickt.

Die Alpnacher Jost Wallimann (links) und Ueli Wallimann absolvierten am Samstag mit weiteren Töffli-Fans das Alpenbrevet. (Bild: Corinne Glanzmann (Alpnach, 18. Juli 2017))

Die Alpnacher Jost Wallimann (links) und Ueli Wallimann absolvierten am Samstag mit weiteren Töffli-Fans das Alpenbrevet. (Bild: Corinne Glanzmann (Alpnach, 18. Juli 2017))

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