ÖFFENTLICHE VERWALTUNG: Beim Kanton ist mit 65 Jahren Schluss

Mit 65 scheidet man bei der Kantonsverwaltung aus dem Erwerbsleben. Doch Luzern denkt über die Abschaffung der Altersguillotine nach. Nidwalden ist weiter.

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(Symbolbild Keystone)

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Bei der Verwaltung des Kantons Luzern gibt es beim Pensionsalter eine klare Linie. Mit dem Erreichen des Pensionsalters von 65 endet das Arbeitsverhältnis automatisch. Ausnahmen sind selten.

«Momentan haben wir sieben Männer die über 65 sind und noch bei uns arbeiten», sagt Gertrud Schaub, kantonale Dienststellenleiterin Personal. Um nach 65 bei der Verwaltung weiterarbeiten zu können, braucht es eine Bewilligung. Dabei muss ein schriftlicher Antrag eingereicht und von der Regierung genehmigt werden. Schaub: «Ein aufwändiges Verfahren.»

«Wer noch arbeiten will, kann dies auch tun»
Die Alterslimite stammt aus den Achtzigerjahren. So sollte damals die hohe Arbeitslosigkeit gesenkt werden. Da sich die Ausgangslage nun verändert hat und aufgrund der demografischen Entwicklung die Bevölkerung immer älter wird, soll die Beschränkung nun fallen. «Die Dienststelle Personal will die Prozedur vereinfachen und strebt eine Gesetzesänderung an», sagt Schaub.

«Ich stehe der Idee der Dienststelle offen gegenüber», sagt Regierungsrat Marcel Schwerzmann, der für das Staatspersonal zuständig ist. Falls der Bedarf an Arbeitskräften steige, könne er sich diese Lösung durchaus vorstellen. Es sei eine Tatsache, dass das Durchschnittsalter der Verwaltungsmitarbeiter steige.

Die derzeitige Regelung empfindet er nicht als Schikane für arbeitswillige Senioren. Schwerzmann: «Wer nach Erreichen des Pensionsalters noch arbeiten will, kann das auch tun.»

Ältere nehmen den Jüngeren keine Arbeitsplätze weg
«Die Hürden für eine Weiterbeschäftigung nach dem Pensionsalter sind bei den Behörden meistens höher als in der Privatwirtschaft», sagt Alex Beck, Ökonom und Projektleiter bei der Wirtschaftsorganisation Avenir Suisse, wo er sich mit dem Thema «alternde Gesellschaft» auseinandersetzt. Deshalb befürworte er die Vereinfachung von Erwerbsarbeit nach dem Pensionsalter in den Verwaltungen.

Die älteren Mitarbeiter seien oft erfahrene Angestellte, die mit ihrem umfangreichen Know-how von Nutzen sein können. Zudem entkräftet Beck ein häufiges Vorurteil: «Die Befürchtung, dass die Älteren den Jungen die Arbeitsplätze wegnehmen, ist nicht gerechtfertigt.» In Ländern, welche Frühpensionierungen aus diesem Grund forciert haben, seien deswegen nicht mehr Arbeitsplätze für Junge entstanden.

Nidwalden beschäftigt am meisten Mitarbeiter über 65
Eine Umfrage des «Tages-Anzeigers» zeigt die Situation in anderen Kantonen. In Nidwalden hat der Kanton die fixen Altersgrenzen aufgehoben und beschäftigt nun 28 Mitarbeiter über 65. In Schwyz sind es 6. Und Obwalden meldet «nur Einzelfälle». In Zug gilt wie in Luzern das automatische Ende nach Erreichen des Rentenalters.

Sasa Rasic

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Luzerner Zeitung.