Öffentlicher Verkehr
Der Krienser Stadtrat startet einen neuen Versuch für den Erhalt der Busverbindung in die Kuonimatt

Die Buslinie 16 soll auch künftig das Krienser Quartier erschliessen. Der Einwohnerrat fordert den Stadtrat auf, nochmals mit dem Verkehrsverbund Luzern zu verhandeln.

Stefan Dähler
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Voraussichtlich ab Ende 2022 fährt der 16er-Bus nicht mehr ins Krienser Kuonimatt-Quartier. Stattdessen sieht der Verkehrsverbund Luzern (VVL) eine Linienführung via Ringstrasse vor. Dies wegen tiefer Frequenzen in der Kuonimatt und weil sich in der Nähe mehrere weitere Haltestellen befänden (wir berichteten). Hier sehen Sie die geplante Linienführung:

Der Krienser Stadtrat hat sich bereits in der Vergangenheit dafür eingesetzt, dass das Quartier weiterhin über einen direkten Busanschluss verfügt. Nun startet er noch einen Versuch, um die Aufhebung des Anschlusses zu verhindern. Der Krienser Einwohnerrat hat am Donnerstag ein entsprechendes SP-Postulat überwiesen.

Wichtig für Schulkinder, die in den Schwimmunterricht müssen

Postulant Michael Portmann argumentierte, dass durch den Verlust der Bushaltestellen in der Kuonimatt die ÖV-Grundversorgung im Quartier gemäss Norm des VVL teils nicht mehr gewährleistet wäre. Das bedeutet, dass einige Gebiete weiter als 300 Meter von der nächsten Haltestelle entfernt wären. Für Schulkinder des Schulhauses Kuonimatt, die für den Schwimmunterricht ins Krauer müssen, sei der Anschluss besonders wichtig, so Portmann. «Die Durchwegung zur Ringstrasse ist nicht gegeben und der Mattenhof ist rund 800 Meter entfernt.» Zudem verwies er darauf, dass das Anliegen von vielen Menschen aus dem Quartier komme und nicht nur von ihm.

Die Buslinie 16 auf der Rosenstrasse im Kuonimatt-Quartier.

Die Buslinie 16 auf der Rosenstrasse im Kuonimatt-Quartier.

Bild: Dominik Wunderli (Kriens, 14. August 2019)

Gegen die Überweisung des Postulats sprach sich Daniel Rösch (FDP) aus. Die Kuonimatt werde nicht komplett abgeschnitten, sondern bleibe von mehreren Bushaltestellen umschlossen, argumentierte er. Weiter sei die Busfahrt durch die enge Rosenstrasse aus Sicherheitsgründen zweifelhaft. Allenfalls könnten innovative Angebote wie ein Rufbus eine alternative Lösung darstellen.

Haltestelle müsste hindernisfrei werden

Der Stadtrat zeigte sich bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Man wolle nochmals prüfen, ob es möglich ist, die Qualität des ÖV-Anschlusses zu bewahren, sagte Bauvorsteher Maurus Frey (Grüne).

Allerdings gibt es einige Stolpersteine. So müsste nicht nur der VVL überzeugt werden. Es wäre auch nötig, die drei Haltestellen im Quartier in den nächsten Jahren hindernisfrei umzugestalten. Zwei davon befinden sich im Eigentum von Strassenbaugenossenschaften. Ob diese einen Umbau finanzieren wollen, sei sehr fraglich, räumte Michael Portmann ein. Zudem seien die Platzverhältnisse dort begrenzt. Genügend Platz bestünde dagegen bei der Busschleife Kuonimatt, die der Stadt Kriens gehört. Finanziert werden könnte der Umbau allenfalls aus dem Fonds der Mehrwertabgabe.