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ÖFFENTLICHER VERKEHR: Direktverbindung ins Tessin: SBB halten Zürich hoch

Künftig geht es nur noch von Freitag bis Montag frühmorgens direkt von Luzern ins Tessin. Für die SBB gäbe es Alternativen. Doch ändern wollen sie nichts.
Martina Odermatt
Zugpassagiere können seit Montagmorgen wieder über den Bahnhof Luzern reisen. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 27. März 2017))

Zugpassagiere können seit Montagmorgen wieder über den Bahnhof Luzern reisen. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 27. März 2017))

Martina Odermatt

martina.odermatt@luzernerzeitung.ch

Das hatte gesessen: Nachdem die Luzerner sich auf einen 8.18-Direktzug von Luzern nach Lugano eingestellt hatten, kam letzte Woche die Nachricht, dass der Zug eine Stunde später kommt – und erst noch nach Locarno und nicht nach Lugano fährt. Am Mittwoch verkündete das Bundesamt für Verkehr (BAV) dann die nächste Hiobsbotschaft: Sie erteilte die Bewilligung für diese Verbindung nur für Freitag bis Montag (wir berichteten). Die restlichen Werktage über werde das Trassee, welches für diese Verbindung benutzt wird, für den Güterverkehr reserviert.

Pascal Süess, Geschäftsführer des Verkehrsverbunds Luzern, war zuversichtlich, dass diesem Zug täglich eine Trassee zugeteilt würde: «Entsprechend sind wir enttäuscht, dass die direkte Zugverbindung nach Locarno nur Freitag bis Montag geführt werden soll.» Das Argument des BAV, dass eine eingeführte Verbindung nicht mehr rückgängig gemacht werden kann, «scheint uns in dem Fall wenig überzeugend, da mit der Eröffnung des Ceneri-Basistunnels im Jahr 2020 der Gotthard-Fahrplan in jedem Fall angepasst werden muss», sagt ­Süess. Er habe Verständnis dafür, dass für den Güterverkehr ausreichend Kapazitäten reserviert sein müssten. Doch das Netznutzungskonzept, welches hier das erste Mal angewendet wurde, würde nur wenig Spielraum offen lassen. «Die Frage, wie die Trassenzuteilung zwischen Güterverkehr und Personenverkehr am Gotthard gehandhabt werden soll, muss auf der politischen Ebene diskutiert werden», fordert Süess. Er hofft, dass sich das BAV und die SBB nochmals an einen Tisch setzen und gemeinsam eine Lösung finden, den Zug die ganze Woche anzubieten.

Karin Blättler, Präsidentin von Pro Bahn Zentralschweiz, ortet genau hier das Problem: «Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Zusammenarbeit zwischen dem BAV und den SBB nicht funktioniert und die Kommunikation gestört ist.» Primär sei das BAV in der Pflicht, das Trassee zur Verfügung zu stellen.

Regierungsrat gibt Hoffnung noch nicht auf

Auch der Luzerner Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdirektor Robert Küng bedauert den Entscheid, dass das BAV die Direktverbindung nur teilweise bewilligt hat: «Uns ist es wichtig, dass Luzern eine echte Drehscheibe im Bahnverkehr wird! Dazu gehören auch gute Verbindungen auf der Nord-Süd-Achse.» Die unterschiedlichen Aufgabenbereiche des Bundesamtes und den SBB bedingten, dass sich die beiden Stellen eng austauschen. «Dabei finden sie hoffentlich auch eine für Luzern gute Lösung.»

Das BAV, das vom Bund den Auftrag erhalten hat, die Trassees für Güter- und Personenverkehr gleichermassen attraktiv zu halten, deutete gestern an, dass es durchaus Alternativen für die SBB gäbe. Zürich hat sechs Direktverbindungen ins Tessin, bevor der erste Zug von Luzern aus direkt nach Lugano rollt. Eine Möglichkeit, den Anschluss für Luzern zu garantieren, läge darin, eine der «Zürcher» Verbindungen zu kappen. Doch die SBB halten an Zürich fest. Sprecherin Franziska Frey: «Im Vorfeld der Gesuchstellung wurden etliche Varianten geprüft, welche jedoch an anderen Stellen stark negative Auswirkungen auf die Kundinnen und Kunden gehabt hätten und deswegen verworfen wurden. Wir stehen nach wie vor hinter dem von uns gewählten Angebot.»

Im Oktober wird der definitive Fahrplan vorliegen. Dass sich an der jetzigen Situation viel ändert, darf bezweifelt werden. Denn laut Sprecherin Franziska Frey können sich Luzerner nur bei etwas sicher sein: dass von Freitag bis Montag ein direkter Frühzug ins Tessin fährt. FDP-Regierungsrat Küng gibt sich aber kämpferisch: «Wir bleiben dran und werden uns für weitere direkte Verbindungen in den Süden starkmachen.»

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