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ÖFFENTLICHER VERKEHR: Fahrplan: Bund pfeift SBB zurück

Für Luzerner gibt es nun doch frühmorgens keine tägliche Direktverbindung ins Tessin – weil den SBB die Bewilligungen dafür fehlen. Luzerner Politiker kämpfen weiter.
Martina Odermatt und Alexander von Däniken
Und täglich bewegen sich die Pendlermassen am Bahnhof Luzern. (Bild: Manuela Jans/LZ, Luzern, 23. Juli 2015))

Und täglich bewegen sich die Pendlermassen am Bahnhof Luzern. (Bild: Manuela Jans/LZ, Luzern, 23. Juli 2015))

Martina Odermatt und Alexander von Däniken

kanton@luzernerzeitung.ch

Erst war die Rede davon, dass Luzern bereits um 8.18 Uhr die erste tägliche Direktverbindung nach Lugano erhält. Dann hiess es, der Zug fahre um 9.18 Uhr täglich nach Locarno. Jetzt kommt die Verbindung gar nur am Wochenende zu Stande. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) bewilligte den SBB den Zug von Basel über Luzern nach Locarno nur von Freitag bis Montag. Das hat das BAV gestern bekannt gegeben, gut versteckt in einer Medienmitteilung.

Ausschlaggebend für die reduzierte Bewilligung ist laut BAV der Auftrag von Bundesrat und Parlament, die Trassees für Güter- als auch für den Personenverkehr zu sichern und beiden ein attraktives Angebot zu ermöglichen. Andreas Windlinger vom BAV spricht von einem schwierigen Entscheid. Er wisse um die Wichtigkeit der frühen Luzerner Direktverbindungen ins Tessin. Zwar wird das zur Diskussion stehende Trassee für nächstes Jahr vom Güterverkehr noch nicht beansprucht. «Die Erfahrung zeigt aber, dass es kaum möglich ist, auf einmal eingeführte Angebote des Personenverkehrs wieder zurückzukommen», heisst es im Schreiben. Windlinger verweist aber darauf, dass es für die SBB durchaus Alternativen gäbe, damit die frühmorgendliche Verbindung doch noch möglich ist. Die konkrete Fahrplanerstellung sei jedoch Aufgabe der SBB. Diese nahmen die Entscheidung des BAV gestern «zur Kenntnis». Man prüfe «mit Hochdruck» mögliche Alternativen.

«So etwas dürfen wir uns nicht bieten lassen»

Der Hitzkircher FDP-Ständerat Damian Müller hat sich schon für den Durchgangsbahnhof und bessere Zugverbindungen von Luzern ins Tessin eingesetzt. Zum Rückzieher des BAV sagt er: «Das ist total unverständlich. Offensichtlich funktioniert die Kommunikation zwischen SBB und BAV überhaupt nicht.» Müller erinnert daran, dass die SBB schon im Sommer angekündigt hatten, eine tägliche Direktverbindung von Luzern ins Tessin um 8.18 Uhr zu ermöglichen. Daraus wurde eine tägliche Direktverbindung um 9.18 Uhr. Und jetzt soll diese nur zwischen Freitag und Montag gelten. «So etwas dürfen wir uns nicht bieten lassen», sagt Müller, während der Krienser CVP-Ständerat Konrad Graber mit ungläubigem Lachen auf die Nachricht reagiert. Auch er setzt sich leidenschaftlich für eine bessere Stellung Luzerns im Schweizer Bahnverkehr ein. «Ich fühle mich vorgeführt», sagt Graber. Die beiden Ständeräte wollen sich mit anderen Bundesparlamentariern weitere Schritte überlegen, Graber werde gar über die Verkehrskommission aktiv werden. Eine Korrektur beim Fahrplan 2018 sei zwingend.

Auch die Zentralschweizer Sektion von Pro Bahn, der Interessenvertretung der Bahnkunden, nimmt die Nachricht bestürzt auf. Präsidentin Karin Blättler: «So ein Angebot muss die ganze Woche gelten. Eine halbe Lösung geht nicht».

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