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ÖFFENTLICHER VERKEHR: Luzerner ÖV soll sich stärker selber finanzieren

Bis ins Jahr 2021 soll der Kostendeckungsgrad des öffentlichen Verkehrs weiter steigen. Dieses Ziel des ÖV-Planungsberichts widerstrebt der Ratslinken – vor allem aus einer Sorge.
Evelyne Fischer
Wird ab Dezember bis nach Willisau verlängert: die S-Bahn-Linie 61 von Luzern nach Schachen. (Bild: Dominik Wunderli (Schachen, 15. Juni 2016))

Wird ab Dezember bis nach Willisau verlängert: die S-Bahn-Linie 61 von Luzern nach Schachen. (Bild: Dominik Wunderli (Schachen, 15. Juni 2016))

Welches Angebot für Bus und Bahn soll der Kanton Luzern bereitstellen? Diese Frage klärt der «ÖV-Bericht 2018 bis 2021», den der Kantonsrat am Montag mit 74 zu 37 Stimmen bei 2 Enthaltungen bloss zur Kenntnis nahm – entgegen dem Ansinnen der Regierung, die auf Zustimmung hoffte. In der Schlussabstimmung wurde die Vorlage mit 107 Stimmen bei einer Enthaltung verabschiedet.

Zu den wichtigsten Massnahmen gehört die Verlängerung der S 61 Luzern–Schachen nach Willisau. So profitiert das Hinterland ab Dezember 2019 zu den Hauptverkehrszeiten von einer dritten stündlichen Direktverbindung nach Luzern. Geplant ist auch der Bau diverser ÖV-Verknüpfungspunkte, etwa die Trolleybusverlängerung nach Ebikon. Die Kantons- und Gemeindebeiträge steigen von 78,2 Millionen Franken (2017) auf 81,6 Millionen (2021).

SP und Grüne befürchten höhere Ticketpreise

Kontrovers diskutiert wurde das Ziel, 2021 einen Kostendeckungsgrad von 58 Prozent zu erreichen. Derzeit liegt er bei 56 Prozent. Bei der Gründung des Verkehrsverbunds Luzern (VVL) im Jahr 2010 betrug er 47 Prozent. SP und Grüne befürchten, dies gehe mit höheren Billettpreisen einher, und versuchten mittels Bemerkungen korrigierend einzugreifen. Doch sowohl Marcel Budmiger (SP, Luzern) wie auch Monique Frey (Grüne, Emmen) scheiterten. Letztere verlangte, den Kostendeckungsgrad bei 55 Prozent zu fixieren. «Denn ich gehe davon aus, dass die Transportunternehmen bereits heute effizient und wirtschaftlich arbeiten.»

Regierungrat Robert Küng (FDP) wollte von höheren Billettpreisen nichts wissen: «Preiserhöhungen sind nur im Umfang der Teuerungen vorgesehen.» Die Kompetenz dafür liege jedoch nicht allein beim VVL. Es brauche eine Abstimmung mit den Tarifverbünden benachbarter Kantone. Ein höherer Deckungsgrad schaffe den «nötigen Anreiz», damit der Ausbau effizient erfolge. «Nur so lassen sich die geplanten 81 Massnahmen finanzieren.»

Eine grosse Unbekannte ortete die vorberatende Kommission Verkehr und Bau unter dem Vorsitz von Rolf Bossart (SVP, Schenkon) in allfälligen Lenkungsmassnahmen. Die Neugier war offenbar auch beim Rest des Rates geweckt: Der VBK-Antrag, die sogenannten Push- und Pull-Massnahmen (zu deutsch: Druck und Anreiz) seien konkret aufzuzeigen, wurde einstimmig gutgeheissen. Stichworte wie «Parkplatzbewirtschaftung» oder «kaum neue Parkplätze in Ballungsgebieten» kamen bei Daniel Keller (SVP, Udligenswil) schlecht an. «Wir Gewerbler sind auf eine genügend grosse Anzahl von Parkplätzen angewiesen. Die SVP hat das Gefühl, dass der Bericht eine Umerziehungsfunktion hat.» Baudirektor Küng meinte, um Siedlung und Verkehr aufeinander abzustimmen, brauche es eine «Lenkung auf effiziente Verkehrsträger».

Überwiesen wurde Gaudenz Zemps Bemerkung (FDP, St. Niklausen), wonach Spitzenbelastungen durch ein «intelligentes Mobilitätsmanagement» gebrochen werden sollen. Lösungen müssten zusammen mit Unternehmen, Wirtschaftsverbänden und Schulen erarbeitet werden.

Evelyne Fischer

evelyne.fischer@luzernerzeitung.ch

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