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ÖFFENTLICHER VERKEHR: Luzerner Regierung will Bus und Bahn besser aufeinander abstimmen

Der Regierungsrat präsentiert seine mittelfristigen Pläne für den öffentlichen Verkehr. Schwerpunkte sind die bessere Vernetzung von Bahn und Bus – sowie von Stadt und Land.
Das RBus-System (hier ein Bus beim Schappecenter) soll ausgebaut werden. (Bild: Pius Amrein (Kriens, 26. Juli 2017))

Das RBus-System (hier ein Bus beim Schappecenter) soll ausgebaut werden. (Bild: Pius Amrein (Kriens, 26. Juli 2017))

Urs-Ueli Schorno

ursueli.schorno@luzernerzeitung.ch

ÖV-Planung ist der Balanceakt zwischen zwei Faktoren – den Engpässen bei der Infrastruktur und den finanziellen Möglichkeiten. Konkret: Weil der Kanton das Angebot im öffentlichen Verkehr in den kommenden Jahren stark erweitern will, braucht er mehr Geld. Die Beiträge von Kanton und Gemeinden sollen deshalb ab 2021 um insgesamt 2 Millionen Franken auf 81,6 Millionen Franken erhöht werden, wie der Regierungsrat in seinem eben verabschiedeten ÖV-Bericht 2018 bis 2021 fordert und wie es der Aufgaben- und Finanzplan im gleichen Zeitraum vorsieht.

Was der Steuerzahler dafür erhalten soll: vor allem die bessere Vernetzung von Bahn und Bussen. Ein Beispiel ist die im Bericht ausführlich ausgewiesene Verlängerung der S61 nach Willisau, wie sie die SBB bis 2019 vorsehen, mit Anpassungen beim Busnetz Luzern West. «In der Region gibt es eine starke Nachfrage nach besseren Verbindungen», betont Romeo Degiacomi, Mediensprecher des Verkehrsbundes Luzern, der darauf verweist, das einige Änderungen auf dem Busnetz bereits mit dem neuen Fahrplan umgesetzt sind. Um bessere Anschlüsse und kürzere Reisezeiten ins und vom Hinterland zu realisieren, sollen die Busverbindungen ausgebaut werden: «So planen wir einen Wiggertal-Express zwischen Dagmersellen und Willisau mit jeweils attraktiven Bahnanschlüssen. Zudem wird das Busnetz südlich von Wolhusen optimiert.» Die S61 bedient dann auf dem Weg nach Luzern die Stationen Littau, Malters, Wolhusen und Menznau. Leidtragende sind die Schachener, deren Zugverbindungen ausserhalb der Stosszeiten weniger werden. «Wir haben verschiedene Gespräche mit der Gemeinde geführt», fügt Degiacomi an. Auch hier sollen Busse in die Bresche springen, die in Malters Anschluss auf die S61 haben. «Das hat den Vorteil, dass mit drei neuen Bushaltestellen künftig unter anderem auch das Industriegebiet erschlossen ist.»

Die Regierung betont im Bericht, dass dieses Massnahmenpaket «ein aufwärtskompatibler Zwischenschritt zum Durchgangsbahnhof Luzern» sei – Der «Wiggertaler Express» ist also auch ein «Tiefbahnhof-Turbo».

Bushub Ebikon weiter im Fokus

Weiterhin hohe Priorität geniesst im Bericht das RBus-System, das mit Doppelgelenk-Trolleybussen Kapazität erhöhen und Fahrzeiten verkürzen soll. Konkrete Projekte für die Agglomeration sind die Verlängerung der Trolleybus-Linie 1 bis zur Mall of Switzerland sowie die neue Linie 3 zwischen Würzenbach und Littau. Zur besseren Verknüpfung von Bahn und Bus werden weitere Bushubs unter anderem in Kriens Mattenhof oder Ebikon erstellt. Bei Letzterem treffen in Zukunft sechs Buslinien aufeinander und ermöglichen den Umstieg auf die S-Bahn und zukünftige Regio-Express-Verbindungen nach Zürich. Weiter sollen auch die digitalen Angebote, etwa die «Fairtiq»-App, weiterentwickelt werden.

Mit den rund 8o Massnahmen will man auch die Effizienz steigern: «Wir streben einen Kostendeckungsgrad von 58 Prozent an.» Heute sind es 55 Prozent. Erreicht werden soll dieser vor allem durch bessere Auslastung – Tariferhöhungen kann Degiacomi zwar nicht ausschliessen, diese sollen aber höchstens «teuerungsbedingt» und wenn, dann «moderat» ausfallen. «Wir wollen weiterhin einen öffentlichen Verkehr für alle anbieten, nicht nur für jene, die es sich leisten können.»

Erste Reaktionen auf die Pläne der Regierung, die der Kantonsrat voraussichtlich im Januar 2018 behandelt, liessen nicht lange auf sich warten: Die SP begrüsste in einer Mitteilung vom Montag «die allgemeine Stossrichtung», forderte aber zugleich, die «Massnahmen umzusetzen», statt «weiter auf­zuschieben». Man bezweifle zudem, dass die geplante Aufstockung des Budgets um 2 Millionen Franken zur Umsetzung ausreichen werde.

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