Öffentlicher Verkehr
Luzerner Regierungsrat gibt grünes Licht für E-Ladestationen – die VBL freuen sich

Die Blockade rund ums Elektrobus-Pilotprojekt hat sich aufgelöst: Die Regierung hat für 1,2 Millionen Franken die nötige Infrastruktur bewilligt. Die Verkehrsbetrieben Luzern wollen die Verzögerungen so kurz wie möglich halten.

Simon Mathis
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Ein Elektrobus bei einer VBL-Testfahrt in der Stadt Luzern.

Ein Elektrobus bei einer VBL-Testfahrt in der Stadt Luzern.

Bild: PD/VBL

Der Verkehrsverbund Luzern (VVL) hat Investitionskosten in der Höhe von rund 1,2 Millionen Franken für Ladestationen von Elektrobussen genehmigt. Dies gestützt auf die Zustimmung des Regierungsrates, wie der VVL in einer Mitteilung schreibt.

Die Ladestationen führten in den vergangenen Monaten zu Unmut. Die Verkehrsbetriebe Luzern (VBL) behaupteten im Juni, dass der Kanton die Finanzierung der E-Ladestationen bewusst blockiere. «Deshalb wird es beim Projekt ganz sicher zu Verzögerungen kommen», so die VBL. Ursprünglich war eine Inbetriebnahme der E-Busse beim Fahrplanwechsel im Dezember 2021 geplant. Mittlerweile spricht der VVL von einem Projektstart Mitte oder Ende 2022.

VBL wollen trotzdem bereits im Dezember beginnen

Laut VBL ist die Verzögerung auf den Subventionsstreit zurückzuführen. Bekanntermassen fordern VVL und Bundesamt für Verkehr von den Verkehrsbetrieben rund 22 Millionen Franken zurück. Sie werfen den VBL vor, mit einem Verrechnungstrick unberechtigt Subventionsgelder eingenommen zu haben. Der Verkehrsverbund hingegen bestreitet dies; der Entscheid des Regierungsrates habe nichts mit dem Subventionsstreit zu tun.

Die VBL haben ihre drei E-Busse bereits bestellt; die Fahrzeuge sollen im Oktober ausgeliefert werden. Geplant ist, dass sie auf der Linie 10 zwischen Bahnhof Luzern und Obergütsch zum Einsatz kommen. Trotz Verzögerung wollen die Verkehrsbetriebe bereits Ende Jahr mit dem Pilotprojekt beginnen. «Wir werden nun mit Hochdruck an einer Lösung arbeiten, damit wir unsere drei Elektrobusse auf der Linie 10 mindestens in einem Teilbetrieb bereits per Fahrplanwechsel im kommenden Dezember einsetzen können», sagt Laurent Roux, der neue VBL-Geschäftsführer, auf Anfrage. Die Meldung zu den Ladestationen habe man «mit Freude zur Kenntnis genommen». Das Unternehmen danke der Regierung und dem VVL für den Entscheid.

Die künftige E-Bus-Linie 10 gehört zu einem Pilotprojekt, das der VVL selbst angestossen hat. Am Projekt beteiligen sich zudem die Transportunternehmen PostAuto und die Rottal Auto AG. Die drei E-Busse von PostAuto werden die Linien 70 und 89 (Rothenburg – Sempach-Neuenkirch – Bäch) befahren. Die Rottal Auto AG wird vier E-Busse auf die Linien 60 (Rothenburg – Buttisholz) und 64 (Ruswil – Spital) schicken.

Bild: PD/VVL

Im Gegensatz zu den VBL sind die beiden anderen Transportunternehmen im Bestellungsprozess noch nicht so weit fortgeschritten; sie rechnen auch erst mit einer Inbetriebnahme im Spätherbst oder Winter 2022. Die fünf Elektrobus-Pilotlinien sind Teil der E-Bus-Strategie des Verkehrsverbundes Luzern (VVL). Sie verfolgt das Ziel, dass bis 2040 im Kanton nur noch Busse fahren, die mit erneuerbarer Energie betrieben werden.