Öffentlicher Verkehr
Quartier beim Flugplatz Emmen soll mit Bus besser erschlossen werden

Die Gemeinde will das Emmer Busnetz überprüfen. Dies soll auch einem Gebiet mit neuen Wohnungen und Arbeitsplätzen zugute kommen, das bislang kaum ÖV-Anschluss hat.

Beatrice Vogel
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Emmen verfügt über ein weit verzweigtes lokales Busnetz. Doch nicht alle Quartiere sind gut erschlossen – oder nicht mehr. So wurde vor rund zehn Jahren die Linie 53 gestrichen, die das Quartier Rüeggisingen via Emmen Center gar mit dem Bahnhof Luzern verband. Derzeit gibt es keinen Bus, der das am nördlichen Rand von Rüeggisingen liegende Gebiet Kolben und den daneben gelegenen Militärflugplatz bedient.

Viele Emmer Quartiere sind mit dem ÖV gut erschlossen - hier die Haltestelle Emmenfeld.

Viele Emmer Quartiere sind mit dem ÖV gut erschlossen - hier die Haltestelle Emmenfeld.

Bild: Dominik Wunderli (Emmen, 23. Dezember 2016)

Für den unabhängigen Einwohnerrat Paul Jäger, seines Zeichens stellvertretender Flugplatzkommandant, ist dies kein haltbarer Zustand. Zumal im Gebiet Kolben in den letzten Jahren neue Wohnungen entstanden sind und bald das neue Zentrum für Luftfahrzeugerprobung beim Flugplatz in Betrieb genommen wird. Über 80 Mitarbeitende der Armasuisse werden dort tätig sein. Ein Fussweg von über einem Kilometer bis zur nächsten Bushaltestelle sei nicht praktikabel, weshalb derzeit viele Leute aufs Auto ausweichen.

Jäger fordert deshalb in einem Postulat, dass der Gemeinderat sich für eine bessere ÖV-Erschliessung des Gebiets einsetzt. Namentlich fordert er die Wiedereinführung einer Buslinie Halten-Rüeggisingen-Waldibrücke oder zumindest die Anfahrt des Militärflugplatzes durch den ÖV zu Spitzenzeiten. Bei der Tankanlage des Flugplatzes könnte der Bus wenden.

Gemeinderat will Missstand beheben

Der Gemeinderat nimmt das Postulat entgegen und räumt ein, dass das besagte Gebiet schlecht erschlossen sei. Eine «Stichfahrt» in das Gebiet sei wegen des schlechten Kosten-Nutzen-Ergebnisses bisher nicht umgesetzt worden. Da sich durch die neuen Wohnungen und Arbeitsplätze die Situation verändert habe, müsse die ÖV-Erschliessung aber wieder angegangen werden.

«Diesem Missstand wird in der laufenden Ortsplanungsrevision Rechnung getragen», heisst es in der Antwort des Gemeinderats. Eine planerische Überprüfung des Emmer Busnetzes sei bereits veranlasst, der Verkehrsverbund Luzern (VVL) werde die Gemeinde dabei unterstützen. Dafür habe der VVL für 2022 Ressourcen reserviert. Von isolierten Einzelmassnahmen sei jedoch abzusehen. Vielmehr werde die Neuplanung des Emmer Busnetzes mit dem langfristigen kantonalen Buskonzept «Bus 2040» koordiniert, das derzeit in Planung sei.