ÖFFENTLICHER VERKEHR: Schnellbusse: Uneinigkeit nach Pilotversuch

Der Testbetrieb des Sonnenbergexpress sei ein Erfolg gewesen, heisst es bei den VBL. Stimmt nicht, kontert der zuständige Verband und kritisiert den Alleingang.

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Grafik der geplanten Tangentiallinien. (Grafik Tao Gutekunst/Neue LZ)

Grafik der geplanten Tangentiallinien. (Grafik Tao Gutekunst/Neue LZ)

Der Testbetrieb des Sonnenbergexpress ging am Samstag zu Ende. Seit dem 2. Juni verkehrte die Tangentiallinie von Kriens durch den Sonnenbergtunnel nach Emmenbrücke Sprengi. Jeden Werktag und für die Benutzer kostenlos.

Pro Tag 150 Retourpassagiere
«Der Sonnenbergexpress ist ein Erfolg», sagt Norbert Schmassmann, Direktor der Verkehrsbetriebe Luzern (VBL). Während der Probezeit seien die Frequenzen konstant gestiegen und betragen nun am Schluss pro Tag total gut 150 Personen, die dieses Angebot in beide Richtungen genutzt haben. An den insgesamt 18 Betriebstagen haben total 1967 Fahrgäste das Versuchsangebot genutzt, wie aus einer am (heutigen) Dienstag publizierten Bilanz hervorgeht. Die VBL machen sich für weitere Tangentiallinien stark, wie etwa Verbindungen zwischen dem Maihofquartier und dem Sedel, der Kantonsschule Alpenquai und der Kantonsschule Reussbühl oder dem Rengglochexpress zwischen Malters und Kriens.

Alleingang wird kritisiert
Die VBL müssten das neue Angebot via Zweckverband öffentlicher Agglomerationsverkehr (ÖVL) bestellen, damit es definitiv wird. Dort ist man jedoch skeptisch. Das Angebot sei nur von vier bis fünf Personen pro Kurs genutzt worden, sagt ÖVL-Geschäftsführerin Pia Maria Brugger Kalfidis: «Das sind schlechte Zahlen.» Laut Brugger befürwortet zwar auch der ÖVL Tangentiallinien wie den Sonnenbergexpress. Aber: «Wir kritisieren, dass wir von den VBL nicht über das Projekt informiert wurden.» Der Alleingang der VBL sei mitverantwortlich für die schlechte Auslastung der Sonnenbergexpress-Kurse.

Sasa Rasic/scd