ÖFFENTLICHER VERKEHR: Tiefbahnhof: Parlament demonstriert Einigkeit

Das Luzerner Kantonsparlament hat eine erste Weiche für den Bau eines Tiefbahnhofs gestellt. Den Beschluss über eine erste 20 Millionen-Tranche fällte es symbolträchtig im Bahnhof Luzern.

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Die Schlussabstimmung des Kantonsrats im Bahnhof Luzern. (Bild Robert Bachmann/Neue LZ)

Die Schlussabstimmung des Kantonsrats im Bahnhof Luzern. (Bild Robert Bachmann/Neue LZ)

Um die Bedeutung des Tiefbahnhof­projekts zu unterstreichen und ein klares Signal nach Bern zu senden, verschob sich der Kantonsrat am Montag um 11.30 Uhr für die Schlussabstimmung in den Bahnhof Luzern. In der Bahnhofhalle im Untergeschoss wurde unter Namensaufruf über einen Sonderkredit von 20 Millionen Franken abgestimmt. Alle 118 anwesenden Kantonsräte stimmten der Vorlage zu. Mit wenigen Ausnahmen wurde auch eine Resolution an den Bundesrat unterzeichnet,in welcher die Bedeutung des Milliardenprojekts für den schweizweiten Schienenverkehr betont wird.

Der Sonderkredit ist zur Finanzierung eines Vorprojekts vorgesehen. Damit möchte Luzern für das Projekt Flagge zeigen und den Planungsablauf beschleunigen. 

Der aussergewöhnlichen Beschlussfassung im Bahnhof war die Eintretens- und Detailberatung im Kantonsratssaal vorausgegangen.

Das Volk möglichst früh einbeziehen 
In seinem Eintretensvotum strich Baudirektor Max Pfister die Bedeutung der Vorlage hervor. Das milliardenteure Jahrhundertbauwerk werde die künftige wirtschaftliche Entwicklung von Luzern wesentlich beeinflussen.

Bereits den Sonderkredit von 20 Millionen Franken möchte die Regierung vors Volk bringen. Dazu wäre sie zwar erst ab einer Ausgabenhöhe von 25 Millionen Franken verpflichtet. In Anbetracht der grossen Bedeutung des Projekts erachtet sie es aber als sinnvoll, möglichst früh die Zustimmung des Volks einzuholen.

Mehrheitlich positive Voten aus den Fraktionen
In der dreistündigen Sondersitzung wurde deutlich, dass  alle Fraktionen eine Verbesserung der Bahninfrastruktur in Luzern befürworten. Aus der SVP-Fraktion wurde jedoch die Forderung laut, das Tempo zu drosseln und auch Alternativprojekte (wie die Verlegung des Bahnhofs an den Sedel) in die Projektphase miteinzubeziehen.

Auch die übrigen Fraktionen verlangten von der Regierung die Prüfung von Alternativen zur Tunnelvariante unter dem Luzerner Seebecken. Im Gegensatz zur SVP sprachen sich jedoch FDP, CVP, SP und Grüne explizit gegen eine Verlegung des Bahnhofs an die Stadtgrenze aus.

Zu reden gab ausserdem die Frage, ab wann dereinst der Tiefbahnhof zu einem Durchgangsbahnhof werden soll. Die Mehrheit des Rats setzte durch, dass bereits im Vorprojekt entsprechende Abklärungen getätigt werden sollen.

Zusatzkredit für erste Arbeiten
Am Nachmittag genehmigte das Parlament einen Nachtragskredit von 500'000 Franken für Projektierungsarbeiten, die noch dieses Jahr in Angriff genommen werden müssen.

Das Projekt Tiefbahnhof Luzern umfasst einen doppelspurigen Tunnel ab Ebikon, der das Seebecken von Luzern unterquert und direkt in einen neuen Tiefbahnhof unter dem bestehenden Bahnhof führt.

bac/scd

HINWEIS
Homepage des Zentralschweizerischen Komitees »

Augenschein der Kantonsratsabstimmung im Bahnhof:

Info-Film des Kantons mit Animationen des Tiefbahnhofs: