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ÖFFNUNGSZEITEN: Weitere Warenhäuser in den Startlöchern

Manor will längere Öffnungszeiten. Die Konkurrenten warten nun gespannt ab, ob die Stadt dies bewilligt. Im Visier haben sie aber vor allem den Samstag.
Raphael Gutzwiller
Madeleine Schüpfer (links) lässt sich von Claudia Bieri im Globus beraten. Die Warenhaus-Betreiber hoffen vor allem auf längere Öffnungszeiten am Samstag. (Bild Pius Amrein)

Madeleine Schüpfer (links) lässt sich von Claudia Bieri im Globus beraten. Die Warenhaus-Betreiber hoffen vor allem auf längere Öffnungszeiten am Samstag. (Bild Pius Amrein)

Raphael Gutzwiller

Es ist eine Meldung, die aufhorchen lässt: Das Warenhaus Manor will länger offenhalten – am Abend, aber auch am Sonntag. Manor hat dazu bei der Stadt Luzern ein Gesuch eingereicht, aktuell befindet es sich in Prüfung (Ausgabe vom Donnerstag). Möglich macht dies eine Ausnahmeregelung, die Touristenläden längere Öffnungszeiten und Sonntagsverkauf ermöglicht. Davon profitieren heute Läden wie Bucherer, Gübelin oder Casagrande, zu deren Kunden zu einem Grossteil Touristen gehören.

Auf diesen Zug könnten bald weitere namhafte Geschäfte aufspringen. So sagt Migros-Mediensprecherin Rahel Kissel-Probst: «Wir beobachten den Ausgang des Bewilligungsverfahrens mit Interesse.» Ebenfalls ein solches Gesuch bei der Stadt zu stellen, sei im Moment aber nicht geplant. Die Meinung der Migros zu den Ladenöffnungszeiten ist ebenfalls klar: «Jedes Unternehmen soll selber entscheiden können, bis wann und ab wann es sein Verkaufsgeschäft offenhält», so Kissel-Probst.

Globus: «Müssten es anschauen»

Ebenfalls noch untätig ist der direkte Konkurrent von Manor. David Simon, Geschäftsführer von Globus Luzern, sagt: «Wir haben bisher nichts unternommen, um auch am Sonntag zu öffnen.» Allerdings sei das Gesuch, das Manor gestellt habe, auch für den Globus prüfenswert. «Wenn Manor als Warenhaus den Sonntagsverkauf bewilligt bekäme, wäre das etwas Neues. Das würde bedeuten, dass wir ebenfalls am Sonntag öffnen könnten», so Simon. «Wir müssten dann mit anderen Läden und der City-Vereinigung überlegen, was man unternehmen könnte.» Für Simon ist klar: «Es wäre zu wenig attraktiv, wenn nur ein Warenhaus am Sonntag öffnen könnte. Andere Läden müssten mitziehen können.»

Hinter den Sonntagsverkauf setzt der Globus-Geschäftsführer aber ein Fragezeichen. Er sagt: «Ich glaube, das ganze Jahr hindurch sonntags zu öffnen, macht wenig Sinn.» Sinnvoller fände er, einen Ausbau des Weihnachtsverkaufes oder des Verkaufs zu den Tourismus-starken Zeiten. Heute dürfen Geschäfte an zwei Sonntagen vor Weihnachten öffnen. «Schon im November am Sonntag zu öffnen, wäre für uns interessanter», so David Simon. Hauptanliegen von Simon betreffend den Öffnungszeiten wäre allerdings der Samstag. Die Schliessung in Luzern bereits um 16 Uhr sieht er als Problem. «Der Samstag ist der traditionell wichtigste Einkaufstag. Dass die Läden in der Spitzenstunde bereits schliessen müssen, ist im Vergleich zu den umliegenden Kantonen ein grosser Nachteil», so Simon.

«Ich würde es daher begrüssen, wenn die Rahmenbedingungen vergleichbar mit denjenigen der Nachbarkantone wären.»

Ein weiterer Manor-Konkurrent in der Luzerner Innenstadt ist der Coop City. Dort hält man sich mit konkreten Aussagen noch zurück. Klar ist: Ein Gesuch hat Coop nicht eingereicht. Das ist auch vom neuen Einkaufszentrum «Mall of Switzerland» in Ebikon zu vernehmen. Dort möchten die Verantwortlichen vorerst das Gespräch mit den Behörden suchen. Sowohl Coop als auch die «Mall» sprechen sich für deutlich längere Ladenöffnungszeiten aus.

«Uhrenindustrie profitiert schon»

Franz Stalder, Präsident der City-Vereinigung, findet es richtig, dass Manor ein Gesuch eingereicht hat. Damit könnte das Warenhaus am Sonntag und an den restlichen Tagen länger öffnen. «Ich bin für Gerechtigkeit: Die Uhrenindustrie und die Läden im Bahnhof profitieren schon lange von längeren Öffnungszeiten dank dieser Touristenregel», so Stalder. Deshalb habe er den Warenhäusern den Tipp gegeben, die Erdgeschosse so umzubauen, dass sie erreichen, dass 50 Prozent der Kunden Touristen sind. Das ist die Mindestlatte, um die Ausnahmeregelung zu erhalten. «Die Warenhäuser können dann eine Etage öffnen, der Rest bleibt geschlossen», erklärt Stalder. Eine ganzheitliche Lösung für die Innenstadt fände er aber besser. Nur dann würden sich längere Öffnungszeiten für die Läden auch wirklich lohnen.

Auch Pierre Rügländer, Präsident des Quartiervereins Altstadt, ist für eine moderate Liberalisierung der Öffnungszeiten. «Ich finde, die Läden sollten gerade am Samstag nicht nur bis 16 Uhr offen haben.» Allerdings hält er nichts davon, die Öffnungszeiten auf den Sonntag auszudehnen. Rügländer sagt: «Dass touristische Geschäfte offen haben dürfen, finde ich gut. Allerdings soll nicht die ganze Altstadt sonntags öffnen, das wäre doch absolut unnötig.» Es würden sowieso nicht alle Geschäfte von einem solchen Sonntagsverkauf Gebrauch machen, so Rügländer. «Gerade für kleinere Läden wäre das nicht möglich.»

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