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Ökihof Horw und Kriens: Für den neuen Standort müssen Bäume fallen

Die FDP-Ortsparteien Kriens und Horw wollen punkto Abfallentsorgung vorwärts machen. Der aus ihrer Sicht optimale Standort für den Ökihof ist heute noch Wald. Für den Ersatz schlagen sie eine Aufforstung im doppelten Umfang vor.
Sandra Monika Ziegler
Der Ökihof für Kriens und Horw hat seine Kapazitätsgrenzen erreicht. (Bild: Nadia Schärli (Horw, 7. August 2017))

Der Ökihof für Kriens und Horw hat seine Kapazitätsgrenzen erreicht. (Bild: Nadia Schärli (Horw, 7. August 2017))

Der aktuelle Standort des Ökihof Horw/Kriens am Steinibachweg in Horw sorgt seit Jahren für Ärger. Anwohner beklagen Lärm, Mehrverkehr und die Staus auf den Zufahrtsstrassen. Denn der Ökihof hat seine Kapazitätsgrenzen erreicht, er ist überlastet. An Wochenenden werden gar Verkehrslotsen eingesetzt. Ein neuer Standort dränge sich deshalb dringend auf, wie die beiden FDP-Ortsparteien argumentieren. Betrieben wird der jetzige Ökihof im Auftrag von Kriens und Horw vom Gemeindeverband Recycling Entsorgung Abwasser Luzern (Real).

Nun nehmen die FDP-Ortsparteien von Kriens und Horw einen neuen Anlauf und das Heft in die Hand. Denn sie wollen «keine 10 Jahre mehr warten» und eine «umweltgerechte Entsorgung langfristig sicherstellen». In Kriens wird mit einer Gemeindeinitiative, in Horw mit einer Petition dafür gekämpft. Ihr Vorschlag: Der Ökihof soll Richtung Autobahn in den Grütwald auf Krienser Boden verschoben und dort mit einem integrierten Forsthof gebaut werden. Und zwar auf die Parzelle mit dem Flurnamen Grüt, die in dieser Grafik als «vorgeschlagener Standort» eingezeichnet ist:

Das knapp 5200 Quadratmeter grosse Grundstück in Kriens gehört der Korporation Horw. Davon wollen die Initianten 3000 Quadratmeter für den Ökihof nutzen. Die Korporation würde für eine Lösung Hand bieten, wie sie auf Anfrage bestätigt. Über den Preis oder andere Details sei jedoch noch nicht verhandelt worden.

Höchste Punktzahl erreicht

Die FDP-Parteien favorisieren den Standort Grüt, weil er bei der Standortanalyse durch die Planteam SA die höchste Punktzahl erreicht hat. Von maximal zehn Punkten wurden 8,57 erreicht. Das ist auch dem Krienser Bauvorsteher und FDP-Mitglied Matthias Senn bekannt: «Es ist tatsächlich so, dass der Standort Grüt die höchste Punktzahl erreicht hat. Weil es sich dabei aber um ein Stück Wald handelt, wird das Planungsverfahren sehr komplex werden.»

Denn das Stück Land zwischen Pilatusmarkt und Autobahn müsste auch in eine Zone für öffentliche Zwecke eingezont werden. Das Volk muss entscheiden Dass das Roden zu einem Knackpunkt werden könnte, sieht auch Roger Erni, Krienser FDP-Einwohnerrat: «Ein Ökihof im Wald? Das wird bestimmt kontrovers diskutiert, doch entscheiden muss das Volk.» Erni betont, dass für jeden gefällten Baum im Grütwald zwei neue Bäume – voraussichtlich am Pilatushang – gesetzt werden. Und mit der Doppelaufforstung am Pilatushang würde anstelle der «bescheidenen grünen Lunge» ein wertvollerer Wald entstehen. Auch deshalb hoffen die Ortsparteien auf eine breite Unterstützung.

Druck auf den Krienser Stadtrat

Der geplante Standort Grüt ist dem Horwer SVP-Gemeinderat Robert Odermatt bekannt: «Er wäre bestens geeignet für den Bau und Betrieb eines Ökihofs. Diesen Standort habe ich bereits vor sechs Jahren dem damaligen Gemeinderat Kriens schriftlich vorgeschlagen und seither regelmässig thematisiert.» Leider habe dieser und der Stadtrat von Luzern bisher ablehnend reagiert. Da die Fläche auf dem Gemeindegebiet von Kriens liegt, seien Horw die Hände gebunden.

«Wir lobbyieren regelmässig sowohl bei Real als auch beim Stadtrat Kriens. Durch die in Kriens gestartete Gemeinde-initiative für eine Umzonung erhoffen wir uns natürlich, dass Bewegung in die Sache kommt», so Odermatt. Der Krienser Stadtrat hat nach Einreichung der Initiative ein Jahr Zeit um einen Vorschlag dem Einwohnerrat zu präsentieren.

Auf folgender Karte sehen Sie den neuen Standort beim Grütwald von der Hergiswilerstrasse aus:

Jahrelanger Streit mündet in einer Initiative

Als der Ökihof am Steinibachweg in Horw vor über 20 Jahren eröffnet wurde, gab es dort mehrheitlich noch grüne Wiesen. Doch mit der Erschliessung und den Bauten kam der Verkehr, und der Ökihof erreichte seine Kapazitätsgrenzen. Seit 2005 haben sich die Gemeinden Kriens und Horw über das weitere Vorgehen gestritten und die geplagten Anwohner klagten gar gegen die beiden Gemeinden. Während Kriens einen Neubau an gleichem Standort propagierte, pochte Horw auf einen neuen Standort. Der Schwarze Peter wurde weiter hin- und hergeschoben. Mit seiner Motion löste Urs Rölli, FDP-Einwohnerrat in Horw und Initiant des Petitionskomitees, 2014 eine Standortevaluation aus. Eine Arbeitsgruppe, in der Horw, Kriens und Luzern vertreten sind, prüfte über 20 Standorte. Urs Rölli: «Von diesen Standorten stehen heute nicht mehr alle zur Verfügung.» So habe etwa der Kanton Luzern letzten Herbst Anspruch auf ein Gebiet beim Grosshof erhoben. Und Private, so Rölli, bauen lieber verdichtet auf ihrem Land, als es für den Ökihof zu veräussern. Mit Initiative und Petition der FDP-Ortsparteien steht nun ein konkreter Standort zur Debatte. (sam)

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