Kommentar

Ökihof Horw: Das Problem wird verlagert

Wer am Samstag mit dem Auto in Horw zum Entsorgen vorfährt, zahlt ab 1. Januar fünf Franken. Das Erheben einer Gebühr ist jedoch eine äusserst drastische Massnahme, meint Redaktorin Beatrice Vogel.

Beatrice Vogel
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Beatrice Vogel

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Die chronische Überlastung des Ökihofs in Horw ist eine unhaltbare Situation, ganz zu schweigen von der verfahrenen Standortsuche. Nun sieht sich der Gemeindeverband Real zum Handeln gezwungen und führt eine Gebühr ein: Wer am Samstag mit dem Auto in Horw zum Entsorgen vorfährt, zahlt ab 1. Januar fünf Franken.

Der Versuch zur Lenkung ist nachvollziehbar angesichts der Überlastung am Samstag. Das Erheben einer Gebühr ist jedoch eine äusserst drastische Massnahme. Nicht nur, dass der Bürger seinen Abfall selbst zur Entsorgungsstelle bringt – er muss auch noch Eintritt bezahlen. Und die wenigsten Kunden bringen ihren Abfall zu Fuss oder mit dem Velo zum Ökihof. Denn in der Regel ist es sperriges Material, das dort entsorgt wird. Des Weiteren besteht die Gefahr, dass dadurch mehr rezyklierbares Material im Hauskehricht landet, für dessen Abholung man ja ohnehin Gebühren zahlt.

Die andere Lenkungsmassnahme ist sinnvoller: Am Mittwoch werden die Öffnungszeiten bis 20 Uhr verlängert. Unbefriedigend ist jedoch, dass dies nur an einem Wochentag geschieht. Dass der Ökihof regulär um 17.30 Uhr schliesst, ist unzeitgemäss, zumal ein Grossteil der Bevölkerung berufstätig ist. Doch der Horwer Ökihof soll anscheinend nicht kundenfreundlicher werden, solange es keinen neuen Standort gibt. Lieber nehmen es die Behörden wie auch Real in Kauf, dass das Problem verlagert wird – zu einem anderen Ökihof oder in den Güselsack. Beatrice Vogel