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Ökihof Horw und Kriens: Rodung ist «grundsätzlich verboten»

Für den neuen Ökihof-Standort Horw/Kriens müssten rund 3000 Quadratmeter Wald gerodet werden. Das verbietet ein Bundesgesetz – eine Ausnahmebewilligung ist jedoch möglich.
Hugo Bischof

Der Ökihof Horw/Kriens soll vom heutigen Standort an der Technikumstrasse etwa 250 Meter südwestlich in das Gebiet Grüt verlegt werden. Das schlagen die FDP-Ortsparteien Kriens und Horw vor (wir berichteten).

Für einen Neubau des Ökihofs im Gebiet Grüt auf Krienser Boden müsste ein rund 3000 Quadratmeter grosses Waldstück gerodet werden. Das dürfte nicht ganz einfach werden, denn Rodungen sind in der Schweiz gemäss Artikel 5 des Waldgesetzes «grundsätzlich verboten».

Es müssen «wichtige Gründe» vorliegen

Ausnahmebewilligungen sind allerdings möglich. «Sie dürfen erteilt werden, wenn die Gesuchsteller nachweisen, dass für die Rodungen wichtige Gründe bestehen, die das Interesse an der Walderhaltung überwiegen, und weitere Voraussetzungen erfüllt sind», sagt Sebastian Kaufmann. Er ist Leiter des Fachbereichs Walderhaltung bei der Dienststelle Landwirtschaft und Wald (lawa) des Kantons Luzern.

«Voraussetzung für eine Ausnahmebewilligung ist unter anderem, dass das Werk auf den vorgesehenen Standort angewiesen ist.»

Wichtige Gründe können der Bau einer Autobahn durch den Wald (definitive Rodung) oder der Bau einer unterirdischen Gasleitung (temporäre Rodung) sein. Nicht als wichtige Gründe gelten «finanzielle Interessen, wie die möglichst einträgliche Nutzung des Bodens oder die billige Beschaffung von Land für nichtforstliche Zwecke».

Zum aktuellen Fall Ökihof Horw/Kriens könne derzeit keine Aussage gemacht werden, sagt Kaufmann, «da es sich um ein laufendes Verfahren handelt». Zudem: «Ein Rodungsgesuch liegt uns noch nicht vor.» Kaufmann betont allerdings:

«Für jede Rodung muss grundsätzlich Realersatz in gleicher Grösse und in derselben Gegend geleistet werden.»

Man werde für jeden gefällten Baum im Grüterwald zwei neue Bäume pflanzen, «voraussichtlich am Pilatushang», sagt dazu die FDP. Eine Wiederaufforstung ist allerdings nicht zwingend. In Ausnahmefällen kann darauf verzichtet werden, «soweit als Rodungsersatz gleichwertige Massnahmen zu Gunsten des Natur- und Landschaftsschutzes getroffen werden», heisst es im Gesetz. Mögliche Massnahmen sind: Aufwertung von Waldrändern (etwa durch zusätzliche Sträucher); Schaffung von Baumhecken, Baumgürteln oder Alleen im Siedlungsbereich; Erhaltung von Kulturlandschaftselementen (etwa Trockenmauern); Wiederherstellung von Trockenwiesen sowie Hoch- und Flachmooren von nationaler Bedeutung.

300 Rodungen pro Jahr bewilligt

Von 2000 bis 2010 wurden pro Jahr in der Schweiz durchschnittlich rund 300 Rodungen bewilligt und dabei etwa 130 Hektaren Wald (0,01 Prozent der Schweizer Waldfläche) gerodet. Von 2000 bis 2008 kam es im Zusammenhang mit Rodungen zu 32 Bundesgerichtsfällen, «was angesichts der Interessenslage und der in vielen Gebieten engen Verzahnung von Siedlung und Wald wenig ist», schreibt der Bund.

Die FDP kämpft in Kriens mit einer Gemeindeinitiative, in Horw mit einer Petition für ihr Anliegen. Für den Krienser Gemeinderat und Bauvorsteher Matthias Senn (FDP) ist dies «ein interessanter Anstoss, um Bewegung in die verfahrene Situation beim Ökihof zu bringen». Mit Volksabstimmung, Umzonung und Einsprachen liegt ein Baubeginn aber in weiter Ferne.

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