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ÖKOLOGIE: Klimawandel setzt Stadtbäumen zu

Hitze, Trockenheit und Pilzkrankheiten machen den Schattenspendern in Luzern zu schaffen. Besonders einheimische Arten sind diesen Bedingungen weniger gut gewachsen.
Stefan Dähler
Alleen mit verschiedenen Baumarten wie an der Horwerstrasse sind weniger anfällig auf Schädlinge. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 12. August 2016))

Alleen mit verschiedenen Baumarten wie an der Horwerstrasse sind weniger anfällig auf Schädlinge. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 12. August 2016))

Stefan Dähler

stefan.daehler@luzernerzeitung.ch

Die Stadt ist für viele Bäume zunehmend ein extremer Lebensraum. Grund dafür ist die Klimaerwärmung. «Diese stellt für uns eine grosse Herausforderung dar», sagt Cornel Suter, Leiter der Stadtgärtnerei. In Luzern stehen rund 11000 Bäume, deren Unterhalt kostet jährlich pro Exemplar zwischen 95 und 120 Franken. Am stärksten vertreten sind Arten wie Rosskastanien, Eichen, Hainbuchen und Ahorne.

Doch diese leiden unter den klimatischen Bedingungen. «In der Stadt ist das noch ausgeprägter als ausserhalb, weil Fassaden und Beläge die Wärme abstrahlen, es viele Strassenflächen gibt und die Häuser nahe beieinander stehen», sagt Suter. In der Innenstadt ist es gemäss Meteo Schweiz durchschnittlich 2 bis 3 Grad wärmer als auf dem Land, wobei der Effekt nachts und im Sommer stärker ist. Ausserdem beobachtet Suter, dass es längere Trockenphasen gebe, dafür auch heftigere Regenfälle.

Bäume verlieren den Jahresrhythmus

Das alles wirke sich nicht nur im Sommer, sondern auch im Winter negativ aus. «Es kommt vor, dass Bäume viel zu früh anfangen auszutreiben oder sogar zu blühen, was wiederum die Gefahr von Frostschäden erhöht.»

Generell würden die Bäume aus dem Jahresrhythmus geraten. So kam es auch schon vor, dass Kastanien an der Obergrundstrasse im Herbst in der Blüte standen (Ausgabe vom 8. Oktober 2016). «Wir beobachten ausserdem vermehrt, dass Bäume bereits im August das Laub verlieren.» Dies, weil sie wegen der trockenen und heissen Bedingungen nicht mehr genug Energie hätten, alle Blätter zu versorgen.

Daraus könne ein Teufelskreis entstehen. «Durch den frühen Laubabfall gibt es mehr Fälle von Sonnenbrand. So entstehen Risse in der Rinde, was die Bäume schwächt und anfälliger auf Schädlinge und Krankheiten macht», sagt Suter. Apropos Krankheiten: Durch die veränderten Lebensbedingungen treten einzelne verstärkt auf, zum Beispiel die Massaria, ein Pilzbefall bei Platanen.

Die harten Bedingungen für die Bäume führen dazu, dass einzelne Äste dürr werden und ein Sicherheitsrisiko darstellen oder gar die Bäume ganz absterben. Ende 2017 musste die Stadt 134 Bäume fällen, was ein überdurchschnittlich hoher Wert sei, so Suter. Normalerweise seien es 90 bis 100 Bäume.

Eine gute Mischung als Gegenmittel

Wie geht die Stadt mit diesem Problem um? «Wir pflanzen vor allem robustere, teilweise südländische Baumarten, die besser mit Hitze und Trockenheit umgehen können», sagt Suter. Ein Beispiel sei etwa die Japanische Zelkove. «Gewisse einheimische Bäume neu zu pflanzen, ist teils in der dichten Innenstadt leider nicht mehr sinnvoll.» Weiter setzt die Stadtgärtnerei vermehrt auf Mischalleen mit verschiedenen Baumarten. Ein Beispiel dafür ist an der Horwerstrasse zu sehen. «Die Absicht dahinter ist, dass nicht alle Bäume gleichzeitig betroffen sind, wenn eine gewisse Art von einem Schädling oder einer Krankheit heimgesucht wird. Zudem entsteht ein abwechslungsreicher Lebensraum für Flora und Fauna.»

Um die klimatischen Bedingungen noch genauer zu erfassen, plant die Stadt ausserdem eine Stadtklimaanalyse. Dies ist dem Raumentwicklungskonzept zu entnehmen, das noch bis am 6. Februar öffentlich aufliegt. Wann genau die Analyse erstellt wird, steht noch nicht fest.

Weiter ist dem Raumentwicklungskonzept zu entnehmen, dass der Baumschutz im Rahmen der Zusammenführung der Bau- und Zonenordnungen (BZO) von Littau und des alten Stadtgebiets nach Littau ausgedehnt werden soll. Was heisst das? «Derzeit sind alle Bäume auf altem Stadtgebiet geschützt», erklärt Cornel Suter. «Eingreifende Rückschnitte und Fällungen müssen gemäss BZO bewilligt werden.» In der Littauer BZO ist diese Regelung derzeit nicht enthalten, künftig soll sie nun auf dem ganzen Stadtgebiet gelten. Die Zusammenführung der beiden BZO ist im Jahr 2022 vorgesehen (Ausgabe vom 6. Januar).

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