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ÖV: Die neue Ticket-App der VBL im Praxistest

Seit rund zehn Tagen kann man das Bus- und Zugbillett mit der «Fairtiq»-App lösen. Sie funktioniert gut, es gibt aber noch Kinderkrankheiten.
Die neue VBL-App «Fairtiq» merkt automatisch, welche Strecke der Benutzer fährt. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Die neue VBL-App «Fairtiq» merkt automatisch, welche Strecke der Benutzer fährt. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Seit Ende April kann die neue App der Verkehrsbetriebe Luzern verwendet werden. Zusätzlich zum bisherigen virtuellen Ticket und dem herkömmlichen Papierticket aus dem Billettautomaten können Fahrgäste nun auch mit der App «Fairtiq» ordnungsgemäss Billette innerhalb des Tarifverbunds Passepartout lösen. Die «einfachste Fahrkarte der Schweiz» soll gleichzeitig auch die fairste sein, weil dem Kunden immer der günstigste Tarif verrechnet werden soll (Ausgabe vom 29. April). Doch hält die App auch wirklich, was sie verspricht? Im Praxistest zeigt sich: Sie funktioniert gut. Aber nicht immer.

Warnmeldung ist nicht zuverlässig

Die Fahrt startet von der Bushaltestelle Maihofmatte-Rotsee und soll nicht länger als eine Kurzstrecke sein. Erwarteter Preis mit der Halbtax-Ermässigung: 3 Franken. Der 1er-Bus nähert sich, und nach der Wischbewegung auf dem Smartphone wechselt das Display von weiss auf grün. Der Abfahrtsort Maihofmatte-Rotsee wird registriert. Diese Fahrtberechtigung ersetzt das traditionelle Ticket, denn der Zielort ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt.

Die Bustüren öffnen sich, und die Fahrt kann losgehen. Zunächst funktioniert das Ganze einwandfrei. Doch beim Aussteigen am Bahnhof Luzern kommt bereits ein erster Mangel: Auf die Warnmeldung, welche daran erinnert, dass die «Fahrt» in der App beendet werden sollte, wartet man vergebens. Denn die App sollte erkennen, dass man sich nun anders fortbewegt. Macht nichts, die Reise wird fortgesetzt. Die Fahrzeit läuft weiter.

Preisberechnung funktioniert

Mit der S-Bahn S 4 geht es weiter in Richtung Wolfenschiessen. Nächster Halt: Allmend/Messe. In der Unterführung hat das Smartphone Schwierigkeiten mit der Ortung und registriert «Mönchweg» als falschen Zielort. Dies hat allerdings keine Auswirkungen auf den Preis. Mit dem Halbtax kostet die Fahrt drei Franken.

Weiter geht es nach Horw. Erfreulicherweise verrechnet «Fairtiq» beim Aussteigen keinen Rappen für diese Fahrt. Denn die Stunde seit dem ersten Einstieg ist noch nicht um, und das «Billett» von vorhin gilt weiterhin. Fährt man von Horw weiter nach Stansstad, funktioniert auch dort die Preisberechnung tadellos. Weil die Zone 10 verlassen wurde, verrechnet die App am Ende 1.20 Franken. Die bisherigen Fahrtkosten belaufen sich also auf 4.20 Franken.

App erkennt früheres Ticket

Einziger Mangel: Auch hier funktionierte die Warnmeldung nicht – trotz kurzem Verweilen am Bahnhof und einem Spaziergang. Auch bei der Rückfahrt nach Luzern und der anschliessenden Busfahrt bis zum Luzernerhof erkennt die App, dass das bezahlte «Billett» für die Zonen 10 und 21 noch immer gültig ist (Geltungsdauer insgesamt zwei Stunden). Nachdem dieses Ticket seine Gültigkeit verliert, geht es mit dem 1er-Bus zurück zum Ausgangsort Maihofmatte-Rotsee für nochmals 2.50 Franken. Am Nachmittag erfolgt für 3 Franken die letzte Busfahrt bis zum Pilatusplatz.

«ÖV-Live» weniger verlässlich

Wer richtig zusammengezählt hat, stellt fest, dass die totalen Fahrtkosten von 9.70 Franken eine Tageskarte für 8.40 Franken übersteigen (mit Halbtax-Ermässigung für die Zonen 10 und 21). Und dies, obwohl die App den Tagesbestpreis verspricht. Doch die anfängliche Skepsis ist unbegründet: Am Ende des Tages wird tatsächlich der Tagesbestpreis verrechnet, und die 1.30 Franken werden annulliert.

Das Fazit über «Fairtiq» fällt nach dem Reisetag deshalb gut aus. Weil die andere VBL-App «ÖV-Live» manchmal nicht wie gewünscht funktioniert und nicht die richtigen Abfahrtzeiten anzeigt, lagen die Erwartungen in die neue Anwendung eher tief. Doch die App hält beinahe alles, was sie verspricht: Einzig die fehlenden Erinnerungsmeldungen zum Beenden der Fahrt funktionierten beim Praxistest nicht. Fährt also jemand zuerst mit öffentlichen Verkehrsmitteln und danach mit seinem Auto weiter, sollte er besser daran denken, die ÖV-Fahrt richtig zu beenden.

Gabriela Jordan

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