ÖV: Die neuen Feinstaubfilter wirken sich nur örtlich aus

Die gute Nachricht zuerst. Auf dem Bahnhofplatz in der Stadt Luzern ist die Feinstaubbelastung deutlich zurückgegangen. Doch auf die Luft im ganzen Stadtgebiet hat der Einbau von Partikelfiltern in die Diesel-Linienbusse nur wenig Einfluss.

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Der Bahnhofplatz gehört den Linienbussen. Ihre Feinstaubfilter zeigen hier auch die grösste Wirkung. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Der Bahnhofplatz gehört den Linienbussen. Ihre Feinstaubfilter zeigen hier auch die grösste Wirkung. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Vor 13 Jahren hatten der Kanton und die Stadt die Feinstaubbelastung am Bahnhofplatz in Luzern gemessen. Seither wurden sämtliche Busse des öffentlichen Verkehrs mit Filtern ausgerüstet, die den krebserzeugenden Dieselruss aus den Abgasen entfernen.

Im Winter 2013/14 wurde die Schadstoffbelastung am Bahnhofplatz erneut gemessen. Wie die Stadt am Mittwoch mitteilte, konnte dabei ein "deutlicher Rückgang" der vom Verkehrs verursachten Feinstaubbelastung festgestellt werden.

Dies sei ein klarer Hinweis, dass die Partikelfilter und der leichte Rückgang des Verkehrsaufkommens auf der nahen Seebrücke Wirkung zeigten, heisst es im Communiqué.

Allerdings hat sich im restlichen Stadtgebiet die Feinstaubbelastung kaum verringert. Der am Bahnhofplatz festgestellte Trend sei über die ganze Stadt betrachtet nur schwach erkennbar, schreibt die Stadt.

Noch immer über der Alarmgrenze

Doch am Bahnhofplatz bleibt die Feinstaubbelastung weiterhin zu hoch. Diese liegt um rund einen Drittel über dem Immissionsgrenzwert und ist etwa gleich hoch wie an anderen Orten der Stadt mit viel Verkehr, heisst es in der Mitteilung. Auch der Tagesgrenzwert wird nach wie vor zu oft überschritten.

Wer am Busperron B auf einen Bus wartet, atmet viel Stickstoffdioxid ein, das wie der Feinstaub von Dieselfahrzeugen stammt. Der Jahresmittelwert ist dort drei Mal höher als der Grenzwert. Mit zunehmendem Abstand zu den Auspuffen nimmt der Stickstoffgehalt der Luft indes schnell ab.

Die Stadt Luzern geht davon aus, dass die Luft in den nächsten Jahren dank neuen Abgasvorschriften sauberer wird. Die erwartete Reduktion werde aber nicht ausreichen, um die Gesundheit der Bevölkerung in ausreichendem Mass zu schützen. Der Stadtrat wolle deshalb noch in diesem Jahr einen neuen Aktionsplan beschliessen und bis 2020 umsetzen. (sda)