ÖV: Neuer Zonenplan und generell höhere Preise

Pendler in den Kantonen Luzern, Nidwalden und Obwalden müssen sich ab dem 14. Dezember auf neue Billet-Zonen einstellen. In der Region Luzern kommt es bei dabei teilweise zu markanten Preissprüngen nach unten oder oben.

Drucken
Teilen
Wer mit dem Bus fährt, muss sich auf neue Zonenpläne einstellen. (Bild: Archiv Boris Bürgisser / Neue LZ)

Wer mit dem Bus fährt, muss sich auf neue Zonenpläne einstellen. (Bild: Archiv Boris Bürgisser / Neue LZ)

Am 14. Dezember führt der Tarifverbund Passepartout wie bereits im Frühling angekündigt einen neuen Zonenplan ein. Ab dann gelten für Einzelbillette nur noch 29 statt wie bisher 79 Zonen. Die 35 separaten Zonen für Abonnemente werden aufgehoben, wie der Tarifverbund Passepartout am Mittwoch mitteilte.

Mit der Revision solle der Zonenplan insgesamt übersichtlicher und verständlicher werden, schreibt der Tarifverbund. Fahrgäste, Interessenverbände und der Luzerner Kantonsrat hatten den gültigen Zonenplan in der Vergangenheit als zu kompliziert kritisiert. Der alte Zonenplan hatte in der Stadt Luzern für Kritik gesorgt, weil es für den Stadtteil Littau zwei verschiedene Tarifzonen gab.

Die neue Einteilung der öV-Zonen basiert auf der Distanz der Hauptachsen. Die Stadt und Agglomeration Luzern, die für Einzelfahrkarten in vier Zonen aufgeteilt ist, wird neu nur noch aus einer grossen Zone bestehen. Aufgrund ihrer Grösse ist sie aber teurer als andere Zonen. Zudem zählt sie in Kombination mit anderen Zonen doppelt.

Alte Tickets bleiben gültig

Vorteile soll es auch für die Landschaft geben. Dank den grösseren Zonen können die Passagiere vermehrt unterschiedliche Reisewege und Verkehrsmittel wählen, um von A nach B zu gelangen.

Die Einführung der neuen Tarifzonen an sich soll keine Mehr- oder Mindereinnahmen bringen. Teurer wird das Bus- und Bahnfahren ab dem Fahrplanwechsel im Allgemeinen aber trotzdem.

Der Tarifverbund hebt die Preise um durchschnittlich 2,6 Prozent. Er orientiert sich damit dem Verband öffentlicher Verkehr (VöV). Dieser beschloss auf nationaler Ebene eine Preiserhöhung von durchschnittlich 3 Prozent.

Mit der Einführung der neuen Tarifzonen in der Region Luzern kommt es bei Billetten und Abos teilweise zu markanten Preissprüngen nach unten oder oben. Bereits gekaufte Tickets wie Mehrfahrten- oder Jahreskarten könne noch bis zum Verfalldatum benutzt werden. Für sie gelten die alten Tarifbestimmungen.

Mit dem neuen Zonenplan werden zwei neue touristische Destinationen ins Passepartout-Gebiet aufgenommen. Es sind dies der Postautokurs ins Naherholungsgebiet Langis am Glaubenberg und die Buslinie entlang der Panoramastrasse zwischen Sörenberg und Giswil.

Hinweis:
Preisvergleich zwischen 50 Strecken »
Weitere Infos auf www.passepartout.ch/2015

Die sieben wichtigsten Fragen zum neuen Zonenplan

1. Warum wird eine neue Zoneneinteilung eingeführt?

Durch die Vereinfachung des gesamten Tarifzonenplans mit identischen Abo- und Billett-Zonen erfüllt der Tarifverbund Passepartout einen politischen Auftrag, der auf ein Postulat Peter Zosso zurückgeht. Weiter haben repräsentative Kundenumfragen gezeigt, dass die Reduktion der Komplexität einem grossen Kundenbedürfnis entspricht. Im Rahmen der Gesamtlösung können ausserdem diverse Begehren von Fahrgästen, Gemeinden und Quartieren, wie beispielsweise vom Stadtteil Littau, berücksichtigt werden.

2. Welche Kriterien waren massgebend bei der Ausgestaltung des neuen Tarifzonenplans?

Oberstes Ziel war es, die Komplexität zu reduzieren und ein System mit identischen Tarifzonen für alle Tickets zu schaffen. Dies erhöht die Kundenzufriedenheit und baut Verunsicherungen ab. Grundsätzlich basiert die Zoneneinteilung auf der Distanz auf den Hauptachsen. Weiter wurden die Kundenströme, räumliche Gegebenheiten und neue Angebotskonzepte wie AggloMobil due berücksichtigt. Insgesamt müssen mit dem neuen Tarifzonenplan die gleichen Einnahmen generiert werden wie beim alten System.

3. Wieso gibt es teilweise markante Preisverschiebungen?

Insgesamt werden die gleichen Einnahmen wie bis anhin angestrebt. Wird bei einem Zonensystem die Einteilung geändert, sind grundsätzlich Preissprünge nach unten und oben unvermeidbar. Zudem verstärkt die Vereinheitlichung der heute unterschiedlich grossen Billett- und Abo-Zonen diesen Effekt noch. Durch die neue Zoneneinteilung werden einige Strecken günstiger, andere aber auch teurer. Es handelt sich vielmehr um eine Verschiebung der Einnahmen als um eine flächendeckende Verteuerung.

4. Warum werden die Preise um 2.6 Prozent erhöht?

Der Verband öffentlicher Verkehr (VöV) hat auf nationaler Ebene eine allgemeine Tariferhöhung beschlossen, welche vom Preisüberwacher genehmigt wurde. Die Gründe dafür sind neben dem Angebotsausbau vom letzten Fahrplanwechsel auch die vom Bund geforderte Nutzerfinanzierung. Der Tarifverbund Passepartout orientiert sich an diesem Entscheid und erhöht die Preise um durchschnittlich 2.6 Prozent. Da sich mit der neuen Zoneneinteilung die Preise auf zahlreichen Verbindungen verändern, kann die allgemeine Tariferhöhung nicht einzeln nachvollzogen werden.

5. Können gültige Tickets mit alten Zonen weiterhin benutzt werden?

Alle Fahrausweise mit erstem Geltungstag vor dem 14. Dezember 2014 können noch bis zum Verfallsdatum benutzt werden. Es gelten die alten Tarifbestimmungen und der alte Tarifzonenplan.

6. Gibt es weiterhin ein Kurzstrecken-Billett?

Innerhalb der Zone 10 kann weiterhin für eine einfache Fahrt bis zu sechs Bushaltestellen ein Kurzstrecken-Billett gelöst werden. Auf Buskursen, welche über die Autobahn verkehren und auf sämtlichen Bahnen ist das Kurzstrecken-Billett wie bis anhin nicht gültig.

7. Wieso gibt es in der Zone 10 eine eigene Preisstufe?

Für Fahrten innerhalb der Zone 10 gibt es eine eigene Tarifstufe "Zone 10", welche preislich zwischen einer Zone und zwei Zonen liegt. Dies wurde notwendig, da bei der alten Zoneneinteilung die Stadt und Agglomeration aus vier Zonen besteht. Wird die Zone 10 mit weiteren Zonen kombiniert, zählt sie doppelt (Beispiel: Malters-Luzern =3 Tarifzonen). Auch mit der alten Zoneneinteilung musste für Fahrten von ausserhalb in die Stadt mindestens zwei Zonen bezahlt werden.

sda/rem

Der neue Zonenplan in der Stadt Luzern, gültig ab 14. Dezember 2014. (Bild: PD)

Der neue Zonenplan in der Stadt Luzern, gültig ab 14. Dezember 2014. (Bild: PD)

Der heutige Zonenplan in der Stadt Luzern. (Bild: PD)

Der heutige Zonenplan in der Stadt Luzern. (Bild: PD)

Der neue Zonenplan in den Kantonen Luzern, Ob- und Nidwalden, gültig ab dem 14. Dezember 2014 (Bild: PD)

Der neue Zonenplan in den Kantonen Luzern, Ob- und Nidwalden, gültig ab dem 14. Dezember 2014 (Bild: PD)

Der Zonenplan, wie er heute gültig ist. (Bild: PD)

Der Zonenplan, wie er heute gültig ist. (Bild: PD)