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ÖV: SBB-Drittverkaufsstellen im Kanton Luzern bleiben wohl erhalten

Noch vor kurzem wollten die SBB Drittverkaufsstellen schliessen. Doch nun hat sich der Wind gedreht. Das freut betroffene Gemeinden im Kanton Luzern.
Ein Bild, das bald der Vergangenheit angehört: Billettausgabe am Bahnschalter Nottwil. (Bild: Pius Amrein (Nottwil, 7. September 2016))

Ein Bild, das bald der Vergangenheit angehört: Billettausgabe am Bahnschalter Nottwil. (Bild: Pius Amrein (Nottwil, 7. September 2016))

Matthias Stadler

matthias.stadler@luzernerzeitung.ch

Wo kaufen Sie heute Ihr Zug­billett? Früher war die Antwort klar: am Schalter. Heute gibt es unzählige Möglichkeiten. Am Handy, am Billettautomaten, am Computer, beim Kondukteur, bei der Gemeindeverwaltung – oder nach wie vor am Schalter. Die SBB haben in gewissen Gemeinden auch Verträge mit externen Anbietern, welche das Bahn­angebot im Sortiment führen. SoAABB22etwa an Postschaltern oder inAABB22Migrolino-Läden. 52 solche Drittverkaufsstellen gibt es in der Schweiz, vier davon im Kanton Luzern.

Da die SBB-Billette aber immer öfter online gekauft werden, nehmen die Frequenzen an den Schaltern ab. Deswegen beschlossen die Bundesbahnen, die Zusammenarbeit mit ihren externen Partnern per Ende 2017 zu beenden. Doch das Bundesparlament machte diesen Plänen einen Strich durch die Rechnung. Es nahm vergangenen Sommer und Herbst eine Motion an, welche ein Moratorium für die Schliessung von solchen Drittverkaufsstellen bis 2020 fordert. Damit müssen die SBB ihr Vorhaben, solche Drittverkaufsstellen zu schliessen, vorläufig auf Eis legen.

Bund gibt SBB den Takt an

Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) teilte den SBB nach dem Parlamentsentscheid mit, dass sie für die Übergangszeit bis Ende 2020 mit den betroffenen Verkaufsstellen – wie etwa der Post oder Migrolino – neue Verträge abschliessen müssen. Und das setzen die SBB dieser Tage um. «Wir haben den politischen Auftrag erhalten. Und wir führen diesen selbstverständlich aus», sagt SBB-Sprecher Reto Schärli gegenüber unserer Zeitung. So hätten die Bundesbahnen mit allen Partnern Kontakt aufgenommen und diesen ein Angebot für eine Zusammenarbeit bis Ende 2020 unterbreitet. Die Gespräche stünden nun vielerorts vor dem Abschluss. Voraussichtlich Anfang 2018 seien die Verträge spruchreif.

Beratungscenter in Nottwil geplant

Im Kanton Luzern sind laut Reto Schärli die Verkaufsstellen in Ebikon (Post), Rothenburg Dorf (Post), Reiden (Migrolino) und Nottwil (privater Stationshalter) vom Entscheid betroffen. Will heissen, in diesen externen Verkaufsstellen können voraussichtlich weiterhin auch SBB-Billette gekauft werden.

Der Nottwiler Gemeindepräsident Walter Steffen sagt, dass die Gemeinde «unmittelbar vor der Vertragsunterzeichnung» stehe. Zudem wird ein «Beratungscenter Handicap» gebaut, in welchem ab Mitte Jahr auch spezifisch Beratungen für Personen mit einer Behinderung angeboten werden (Ausgabe vom 13. September). Dies auch mit Blick auf das in unmittelbarer Nähe liegenden Paraplegiker-Zentrum. Rund um den Schalter werden einige bauliche Anpassungen vorgenommen. «Das ­alles sind gute Nachrichten», sagt Walter Steffen. Dass der Schalter mit drei Mitarbeiterinnen bleibe, habe auch damit zu tun gehabt, dass sich verschiedene Organisationen und Behörden gewehrt hätten: «Der Einsatz für den Schalter hat sich wirklich gelohnt. Wir sind froh, haben uns die Bundesparlamentarier unterstützt.»

Auch in Ebikon herrscht Freude. Die Post soll weiterhin SBB-Billette verkaufen können: «Das ist für die Bevölkerung ein klarer Mehrwert, besonders auch für die ältere Generation», erklärt Geschäftsführer Alex Mathis. Er weist allerdings auf den gesellschaftlichen Wandel hin. So verlagere sich die Nachfrage ins Internet. «Diesem Trend können wir uns nicht entziehen.»

Generationenkonflikt im Gange

Das sagt auch Bernhard Büchler, Gemeindepräsident von Rothenburg. Dort kann die Post weiterhin SBB-Angebote im Sortiment führen. «Es gibt einen ­gewissen Generationenkonflikt zwischen der physischen und der digitalen Welt.» Er wisse von der Bevölkerung aber, dass sie eine solche Dienstleistung schätze. «Man sollte dies auch bei künf­tigen Lösungen nicht aus den ­Augen verlieren.»

In Reiden soll die Migrolino ihr SBB-Angebot behalten. Gemeindepräsident Hans Kunz erklärt, dass es vor allem für die ­ältere Generation positiv sei, wenn es im Dorf einen Schalter gebe. Denn diese hätte oft kein Internet. Aber schliesslich sei es wohl eine Frage der Zeit, bis solche Schalter verschwänden.

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