ÖV-Tarife: Bund will sich nicht mehr einmischen

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Öffentlicher Verkehr Das Problem ist bekannt: In der Schweiz werden Reisen mit dem ÖV entweder über Streckenbillette oder Zonentarife abgegolten. Versuche, die beiden Systeme zu vereinheitlichen, sind bisher gescheitert. Der Bund wollte im Rahmen der Organisation der Bahninfrastruktur (OBI) ein Machtwort sprechen. Neu sollen nicht mehr die Transportunternehmen allein über die Tarife entscheiden, sondern bei Uneinigkeiten eine neue Stelle mittels sogenannter Systemführerschaft (Ausgabe vom 9. Januar).

Dieser Vorschlag ist umstritten. Einzelne Kantone ziehen eine dezentrale Tarifhoheit vor. Darum sieht der Bundesrat «zurzeit keinen Bedarf, gesetzliche Grundlagen zu schaffen, um für Fahrten innerhalb von Tarifverbundgebieten Vorschriften bezüglich Sortiment und Tarifhöhe zu erlassen», wie aus der Antwort auf eine Motion des Walliser FDP-Nationalrats Philippe Nantermod hervorgeht. Dieser hatte gefordert, dass der Bundesrat die gesetzlichen Bestimmungen ändert: nämlich so, dass die Tarife für den direkten Verkehr landesweit gelten und Reisende zwischen den diversen Billetten wählen können. Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion. (avd)