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ÖV: VBL testen Elektro-Bus aus Polen

Das 12 Meter lange Modell der Firma Solaris kommt ohne Fahrleitungen aus. So schnell wird der Trolleybus aber nicht aus dem Luzerner Stadtbild verschwinden.
Stefan Dähler
Ein «Solaris Urbino 12 electric» während einer Testfahrt in der polnischen Stadt Posen. (Bild: PD/Solaris)

Ein «Solaris Urbino 12 electric» während einer Testfahrt in der polnischen Stadt Posen. (Bild: PD/Solaris)

Stefan Dähler

stefan.daehler@luzernerzeitung.ch

Diesen Frühling kommt es zu einer Premiere in Luzern. Die VBL planen erstmals Testfahrten mit einem rein batteriebetriebenen Bus. «Wir gehen davon aus, dass die Zukunft des Busses bei der Elektromobilität liegt», sagt VBL-Mediensprecher Christian Bertschi. «Gegenüber den aktuellen Dieselbussen in unserer Flotte haben diese den Vorteil, dass sie kein CO2 ausstossen und auch deutlich leiser sind.»

Beim Testmodell handelt es sich um einen 12 Meter langen Bus der polnischen Firma Solaris, einen «Urbino 12 electric». Dieses Modell wird in der Schweiz derzeit noch nirgends eingesetzt. «Fahrzeuge mit dieser Länge sind im VBL-Netz derzeit auf den Linien 14, 21 und 25 im Einsatz», sagt Bertschi. Ob der Batteriebus auch auf diesen Strecken eingesetzt wird, sei noch offen.

Fahrzeit von bis zu 24 Stunden

Die Firma Solaris produziert seit 2011 Batteriebusse. Der «Urbino 12 electric» wird seit 2014 hergestellt und ist gemäss Angaben der Herstellerfirma unter anderem in Oslo, in den deutschen Städten Berlin, Dresden, Düsseldorf, Hamburg, Hannover und Oberhausen sowie in den polnischen Städten Warschau, Krakau, Inowroclaw und Jaworzno fix im Einsatz. Er könne bis zu 24 Stunden am Stück fahren. Ausgerüstet ist er mit Lithium-Ionen-Batterien. An der internationalen Automobil-Ausstellung 2016 in Hannover wurde der «Urbino 12» als «Bus of the Year 2017» ausgezeichnet. Beurteilt wurden damals Kriterien wie ­Beschleunigung, Bremsweg, ­Vibrations- und Geräuschpegel.

Wann genau der Test in Luzern stattfindet, steht noch nicht fest. Solaris will darüber zu einem späteren Zeitpunkt informieren. Der Test soll gemäss VBL unter anderem darüber Aufschluss geben, welche Reichweite der Bus in der Praxis hat und ob er sich auch für hügelige Strecken eignet. Eine ­offene Frage sei ausserdem, was mit der Batterie geschehen soll, wenn sie ihre Lebensdauer erreicht hat. Aufgeladen werde die Batterie jeweils im Busdepot.

Dass der Bus wegen leerer Batterie plötzlich stehen bleibt, müssen die Fahrgäste nicht befürchten. Wie bei herkömmlichen Benzin- oder Dieseltanks wird die Batterieleistung angezeigt, sodass der Chauffeur im Notfall frühzeitig ins Depot zurückfahren kann und die VBL einen ­Ersatzbus schicken können.

Geht es in Littau auch ohne Fahrleitungen?

Wie erwähnt, handelt es sich beim Testbus um ein kleineres Modell. «Stand heute ist die Technologie noch nicht so weit, dass man mit Doppelgelenktrolleybussen längere Strecken im Batteriebetrieb fahren kann», sagt Bertschi.

Für die ab 2022 geplante neue Linie 3 zwischen Würzenbach und Littau laufen jedoch ­Abklärungen, ob man zumindest abschnittweise auf Fahrleitungen verzichten kann. Die Hochschule Luzern erarbeite derzeit im Auftrag des Verkehrsverbunds eine entsprechende Studie. Dies auch, weil die geplante Erstellung neuer Fahrleitungen in Ebikon für die Verlängerung der Linie 1 zur Mall of Switzerland zu Diskussionen geführt hat. «Der Verzicht auf Leitungen wäre wohl am ehesten auf flachen Streckenabschnitten denkbar, auf steileren Abschnitten brauchen die Busse viel Energie», sagt Bertschi. Entschieden ist aber noch nichts – ausser, dass auf der Linie 3 Doppelgelenktrolleybusse zum Einsatz kommen sollen, da sonst die Kapazität nicht ausreichen würde.

Bereits heute seien Doppelgelenktrolleys in der Lage, kurze Strecken ohne Fahrleitung zu ­bewältigen – etwa in Kriens an der Fasnacht, wenn die Hauptstrasse aufgrund des Umzugs ­gesperrt ist. «Allerdings geht das nur, wenn man die Heizung beziehungsweise die Klimaanlage abschaltet. Für längere Strecken wäre das aber kaum praktikabel und würde bei den Fahrgästen wohl schlecht ankommen», sagt Bertschi.

Der Bus «Solaris Urbino 12 electric» unterwegs in Hamburg. (Bild: PD / Solaris)

Der Bus «Solaris Urbino 12 electric» unterwegs in Hamburg. (Bild: PD / Solaris)

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