ÖV: VBL wollen neues Busdepot in Ebikon

Die VBL-Garage im Weinbergli platzt aus allen Nähten. Deshalb sucht das Unternehmen Alternativen – und ist in der Agglomeration fündig geworden.

Drucken
Teilen
Aus diesem Gelände in Ebikon soll das neue VBL-Busdepot gebaut werden. Das Grundstück Riedholz gehört der katholischen Kirchgemeinde. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Aus diesem Gelände in Ebikon soll das neue VBL-Busdepot gebaut werden. Das Grundstück Riedholz gehört der katholischen Kirchgemeinde. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Neun neue Doppelgelenkbusse haben die VBL im Jahr 2014 gekauft. Diesen Monat hat das Verkehrsunternehmen die Beschaffung für 24 weitere Fahrzeuge ausgeschrieben (Ausgabe vom 10. April). Dieser Ausbau hat zur Folge, dass das Busdepot im Weinbergli «aus allen Nähten» platzt, wie die VBL in einer gestern verschickten Medienmitteilung schreiben. Bereits heute sind einige Busse der Linien 2 und 12 in einem angemieteten Provisorium beim Bahnhof Rothenburg untergebracht.

«Wir haben verschiedene Standorte im Rontal für ein neues Busdepot geprüft», sagt VBL-Sprecher Christian Bertschi. Das Rontal sei als Standort im Fokus, weil man von dort aus die Linien 22, 23 und 26 gut bedienen könne. Bedient werden sollen dereinst auch die neue Linie 18, die von Ebikon über das Kantonsspital in Luzern nach Littau führen soll sowie die nach Ebikon verlängerte Linie 1. Diese Projekte werden jedoch nicht vor 2019 umgesetzt.

Platz für 12 bis 20 Fahrzeuge

Nun will sich das Verkehrsunternehmen auf einen Standort im Ebikoner Riedholz-Gebiet konzentrieren. Auf dem rund 8000 Quadratmeter grossen Grundstück, dass der katholischen Kirchgemeinde Ebikon gehört, will das Ebikoner Bauunternehmen Schmid AG ein Gebäude mit Mehrfachnutzung erstellen. Die VBL würden dann das Erdgeschoss dieses Gebäudes kaufen und als neues Depot nutzen. «Wir gehen davon aus, dass wir dort rund 2500 Quadratmeter Garagierungsfläche hätten», sagt Bertschi. Je nach Fahrzeugtyp sollen in der neuen Garage zwischen 12 und 20 Fahrzeuge Platz finden.

Das Grundstück ist nicht an einer Hauptverkehrsstrasse gelegen. Es liegt auf der westlichen Seite der Bahngleise. Die Zufahrt würde von der Zentralstrasse in Ebikon über den Tunnel Richtung Buchrain erfolgen. In Ebikon wie auch in Richtung Buchrain sind keine Strom-Oberleitungen vorhanden. Stellt dies ein Problem dar? «Nein, denn die Trolleybusse könnten allenfalls kurze Strecken auch ohne direkte Stromzufuhr zurücklegen», erklärt Christian Bertschi.

Kirchgemeinde muss entscheiden

Bevor das neue Depot weiter geplant werden kann, muss die Kirchgemeinde Ebikon ihre Zustimmung geben. Sie will das Grundstück nur im Baurecht abgeben. «Das ist für uns langfristig attraktiver», sagt Kirchgemeindepräsident Ubald Zemp. Auf dem fraglichen Grundstück befinden sich eine grosse Scheune sowie drei weitere, kleinere Gebäude. Sie sollen abgerissen werden. Die Kirchgemeinde wird am 1. Juni an einer ausserordentlichen Versammlung über die Abgabe des Grundstücks im Baurecht befinden. Noch unklar ist die Nutzungsdauer. «Das wird Teil der Verhandlungen sein», sagt Ubald Zemp.

Kosten sind noch offen

Für die VBL ist klar: «Je länger die Nutzungsdauer, desto besser für uns», sagt Christian Bertschi. Er verweist aber darauf hin, dass diese Verhandlungen in erster Linie die Schmid AG als Investorin führen wird. «Wir wären nur Stockwerkeigentümer», so Bertschi. Ebenfalls offen sind die Kosten für das Projekt. Laut Bertschi sei man in der Planung noch nicht so weit, um detailliert sagen zu können, welche Anteilskosten die VBL übernehmen müssten.

Pünktlich zum Fahrplanwechsel 2016 sollen die jetzt bestellten neuen Busse losfahren. Doch für diese Busse hat man in der Garage Weinbergli definitiv keinen Platz mehr. Umso dringender ist die Realisierung eines neuen Depots. Bis Dezember 2016 wird es nicht reichen: «Wenn alles reibungslos läuft, rechnen wir damit, dass das neue Depot in Ebikon frühestens Mitte 2017 eröffnet werden kann», sagt Bertschi. In der Zwischenphase müsste darum ein weiteres Provisorium gefunden werden.

Dominik Weingartner