OHMSTAL: Öko-Kommune plant eine neue Siedlung

Eine Gemeinschaft möchte in Ohmstal ein Ökodorf bauen. Die Behörden freuts. Auch wenn verschiedene Lebensweisen aufeinanderprallen.

Drucken
Teilen
Auf diesem Gelände in Ohmstal will eine Gruppe von rund 30 Personen ein Ökodorf erstellen. Im Hintergrund das Restaurant Kurhaus. (Bild Pius Amrein/Neue LZ)

Auf diesem Gelände in Ohmstal will eine Gruppe von rund 30 Personen ein Ökodorf erstellen. Im Hintergrund das Restaurant Kurhaus. (Bild Pius Amrein/Neue LZ)

Ohmstal ist ein kleines Dorf. Knapp 350 Seelen leben im idyllischen Ort zwischen Hügeln und Wäldern. Einen Dorfkern gibt es nicht, zu verstreut liegen die einzelnen Häuser.

Ein Dorf mitten im Dorf
Das könnte sich aber bald ändern. Eine Gemeinschaft von rund 30 Menschen möchte sich in Ohmstal niederlassen. Sie plant mitten im Dorf den «Aufbau einer ganzheitlichen Dorfgemeinschaft», sagt René Duveen, Mitglied des Gemeinschaftsteams. Dieses Siedlungsmodell heisst Ökodorf.

Die Ökodorf-Bewohner leben in Minergiehäusern, pflanzen Gemüse und Früchte an, sind sozial engagiert und leben in einer offenen, basisdemokratischen Gemeinschaft. Noch ist aber nicht klar, ob sie wirklich in Ohmstal wohnen werden. Auch im Emmental, in Baselland, in der Ostschweiz und in Graubünden habe man Bauplätze angeschaut, so Duveen.

Gut für die Schule, das Baugewerbe und die Steuereinnahmen
«Wir sind der Gemeinschaft gegenüber sehr positiv eingestellt», sagte der Ohmstaler Gemeindepräsident Beat Lichtsteiner auf Anfrage. Kleine Dörfer wie Ohmstal hätten mit verschiedenen Problemen zu kämpfen, sagt er. Zum einen fehlen Steuereinnahmen in der Gemeindekasse, zum anderen ringt die Dorfschule ums Überleben, weil Kinder für genügend grosse Schulklassen fehlen.

Und genau darin liegt nun die Hoffnung der Ohmstaler Behörden. Fast die Hälfte der Bewohner der Gemeinschaft sind Kinder. Die Erwachsenen gehen normalen Beschäftigungen nach, es sind Ingenieure unter ihnen und Lehrer, und zahlen entsprechend Steuern. Zudem rechnen beide Seiten mit einer stetigen Weiterentwicklung der Siedlung. Auch das lokale Baugewerbe hofft auf Aufträge. Und die geplanten öffentlichen Plätze und Verbindungswege gäben Ohmstal den gewünschten dörflichen Charakter.

Der Ohmstaler Gemeindepräsident versucht allfällige Ängste zu dämpfen: «Die Siedlung entsteht nicht von einem Tag auf den andern. Sie entwickelt sich langsam.» Eine erste Chance, sich gegenseitig zu beschnuppern, erhalten die Dorfbewohner und die Ökodorfgruppe am 19. August. Dann präsentiert der Trägerverein Ökodorf an einer öffentlichen Veranstaltung seine Visionen.

Harry Tresch

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Luzerner Zeitung.