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Online-Umfrage soll klären, wie Emmer sich das Emmen der Zukunft vorstellen

Die Gemeinde Emmen muss ihre Ortsplanung revidieren. Dafür will sie herausfinden, wie sich die Einwohner die Entwicklung ihrer Quartiere vorstellen – und plant neben einer repräsentativen Umfrage eine offensive Kommunikationskampagne.
Beatrice Vogel
Das Ortsbild von Emmen soll sich weiterentwickeln. Hier ein Blick in die Gerliswilstrasse. (Bild: Boris Bürgisser (Emmen, 23. Januar 2019))

Das Ortsbild von Emmen soll sich weiterentwickeln. Hier ein Blick in die Gerliswilstrasse. (Bild: Boris Bürgisser (Emmen, 23. Januar 2019))

Wie soll sich die Gemeinde Emmen räumlich entwickeln? Welchen Charakter sollen ihre Quartiere haben? Und was fehlt heute in den einzelnen Gebieten für eine bessere Lebensqualität? Solche Fragen stehen bezüglich der Ortsplanung im Raum, die in den kommenden Jahren revidiert wird. Zwar ist die Ortsplanung – bestehend aus Bau- und Zonenreglement, Zonenplan sowie Erschliessungs- und Verkehrsrichtplan – ein planerisches Instrument für Behörden und Bauherren. Doch liegen ihr konkrete Vorstellungen über die Entwicklung der Gemeinde zugrunde.

Welche Vorstellungen die Bevölkerung hat, will die Gemeinde nun herausfinden. Zwar muss die Ortsplanungsrevision ohnehin eine öffentliche Mitwirkung durchlaufen, doch in Emmen will man viel weiter gehen: Bevor die Planungsinstrumente überhaupt ausgearbeitet werden, sollen die Bewohner sagen, was sie davon erwarten. Dies soll mittels einer repräsentativen Umfrage und einzelnen qualitativen Befragungen geschehen. Das Vorhaben stellt die Gemeinde unter das Motto «Qualität Emmen».

«Bevölkerung wird ernst genommen»

Konkret wird es eine Online-Umfrage zum städtebaulichen Gesamtkonzept geben, an der jeder Emmer teilnehmen kann. Das Konzept beruht auf dem Siedlungsleitbild von 2014, soll allerdings detaillierter sein als dieses. Die Erarbeitung des städtebaulichen Gesamtkonzepts wurde an das Team Van de Wetering Atelier für Städtebau, MRS Partner, Fahrni Landschaftsarchitekten und die Hochschule Luzern vergeben (wir berichteten). Darüber hinaus werden Anspruchsgruppen wie die Quartiervereine, der Gewerbeverein oder die IG Seetalstrasse auf qualitativer Ebene befragt.

«Unser Ziel ist, überprüfen zu können, ob unsere Vorschläge den Vorstellungen der Bevölkerung entsprechen, und ob noch andere Wünsche im Raum sind.»

Das sagt Christine Bopp, Projektleiterin der Ortsplanungsrevision Emmen. «Die Bevölkerung wird mit ihren Anliegen ernst genommen.» Dabei geht es auch um die frühzeitige Legitimation der späteren Planungsinstrumente – der Gemeinderat erhofft sich davon weniger Einsprachen bei der planungsrechtlichen Umsetzung.

So sollen die Emmerinnen und Emmer beispielsweise sagen können, wie sie sich die Gestaltung des öffentlichen Raumes vorstellen, wo es Tempo-30-Zonen geben soll, wo verdichtet gebaut werden kann, oder welche Gebäude und Ortsbilder als identitätsstiftende Elemente gelten. Wobei wahrscheinlich nicht jeder Vorschlag aufgenommen werden könne, sagt Christine Bopp. «Aber wir werden alle prüfen und begründen, warum gewisse Anregungen nicht einfliessen.»

Webseite ist bereits online

Möglichst viele Einwohner sollen also an dieser Umfrage teilnehmen. Kein einfaches Unterfangen, nehmen doch in der Regel die wenigsten Leute Kenntnis von Mitwirkungsverfahren. Deshalb geht die Gemeinde in die Offensive mit einer Kommunikationskampagne. Dafür arbeitet sie mit der Kommunikationsagentur Creafactory AG zusammen. Diese will der Bevölkerung auf möglichst vielen Kanälen klar machen, dass sie mitreden kann, sei es über Social Media, Wandzeitungen in den Quartieren oder Standaktionen. Auf diesen Kanälen kann die Bevölkerung auch gleich Rückmeldungen geben, die in die Auswertung mit einfliessen. Werner Schaeppi von Creafactory:

«Ich glaube, es ist das erste Mal, dass eine Gemeinde bei so einem Thema die Bevölkerung so stark einbindet.»

Eine erste Standaktion wird es am 15. und 16. Februar im Emmen Center geben. Zudem ist die Webseite zur Ortsplanungsrevision, die auch das Motto widerspiegelt, bereits online (www.qualitaet-emmen.ch). Auf dieser soll von Mitte Mai bis Mitte Juni auch die Umfrage aufgeschaltet werden.

Der weitere Zeitplan sieht folgendermassen aus: Neben der repräsentativen Umfrage wird 2019 das städtebauliche Gesamtkonzept vervollständigt. Ende Jahr soll dieses dem Einwohnerrat zur Kenntnisnahme unterbreitet werden. Danach startet die planungsrechtliche Umsetzung, die Ende 2022 abgeschlossen sein soll. Eine Volksabstimmung (fakultatives Referendum) ist per 2023 möglich.

Die letzte Gesamtrevision der Ortsplanung ist über 20 Jahre her. Das Planungsinstrument wird auf einen Zeithorizont von 15 Jahren hin aktualisiert. Der Einwohnerrat hat dafür einen Kredit von 1,28 Millionen Franken genehmigt.

Weitere Infos: www.emmen.ch/revision und www.emmen.ch/siedlungsleitbild

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