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ONLINEREDAKTION: René Meier: «Bei uns muss sich jeder für alle Themen interessieren»

René Meier (37) ist als stellvertretender Leiter der Onlineredaktion ein Bindeglied zwischen Print und Internetauftritt unserer Zeitung. Er schätzt das direkte Feedback der Leser. Dass er dabei eigentlich nie richtig Feierabend hat, gehört für ihn dazu.
Roger Rüegger
René Meier, stellvertretender Leiter Online der «Luzerner Zeitung», vor seinem Arbeitsplatz. (Bild: Eveline Beerkircher (Luzern, 26. November 2017))

René Meier, stellvertretender Leiter Online der «Luzerner Zeitung», vor seinem Arbeitsplatz. (Bild: Eveline Beerkircher (Luzern, 26. November 2017))

René Meier, Ihre Sinne sind als Onlinejournalist stets geschärft. Selbst nach Arbeitsschluss schalten Sie nie ganz ab. Wird von Ihnen erwartet, dass Sie jederzeit bereit sind?

Wenn es in der Nähe brennt, rückt man als Onlinereporter aus. Das ist selbstverständlich und gehört für mich zum Berufsstolz.

Also auch wenn Sie nicht im Dienst sind?

Journalisten haben sowieso nie Feierabend. Und wir vom Onlineteam sollten den Anspruch haben, die Ersten zu sein, die eine Nachricht schreiben und diese auf unserer Website veröffentlichen.

Freizeit ist Ihnen also nicht so wichtig?

Doch, schon, aber es ist eine Eigenheit des Journalisten, immer alles wissen zu wollen. Die ist bei uns vom Online wohl besonders ausgeprägt.

Wie meinen Sie das?

Ich muss wissen, in welchem Land US-Präsident Trump derzeit zu Besuch ist. Ebenso wichtig ist es für uns von der Onlineredaktion, was die Leute im Luzerner Hinterland beschäftigt. Ich persönlich weiss gerne, was läuft. Wir sind nicht unterteilt in verschiedene Redaktionen wie im Print, wo es ein Ressort für Regionales, Überregionales oder Sport gibt. Bei uns muss sich jeder für alle Themen interessieren.

Welches ist die tägliche Herausforderung eines Onlinejournalisten?

Wir pflegen einerseits den klassischen Nachrichtenjournalismus. Ziel ist, nicht nur eine Geschichte zum richtigen Zeitpunkt zu pu­blizieren, sondern sie auch fortlaufend zu aktualisieren. Die Startseite luzernerzeitung.ch gewichten wir mit den aktuellen Ge­­schehnissen. Zum Beispiel das tödliche Lawinenunglück, das sich zum Winterauftakt in Engelberg ereignet hat. Das fand online viel Beachtung.

Dieses Thema haben wir in unserer Printausgabe natürlich auch publiziert.

Genau. Die Geschichte haben wir online mit einem Leservideo ergänzt, das uns eine Reporterin zukommen liess. Generell können wir Geschichten online mit Bildergalerien, Videos, Quiz oder Wettbewerben anreichern.

Welches Equipment haben Sie dabei, wenn Sie ausrücken? Nehmen wir an, wenn’s irgendwo brennt.

Ich bin gut ausgerüstet: Foto- und Filmkamera, Mikrofon und natürlich auch ein Notizblock. Das Wichtigste ist jedoch das Handy zum Übermitteln der ersten Bilder oder Videos. Im Idealfall haben wir die Möglichkeit, mit dem Laptop gleich an Ort und Stelle zu arbeiten.

Sie sehen, welche Storys bei den Onlinenutzern gut ankommen. Welche Themen werden am meisten gelesen?

Um es in unserer Sprache zu sagen: Blut und Blech. Unfälle, Verkehrsmeldungen und Verbrechen. Aber auch Gastrogeschichten finden viele Klicks. Zudem interessieren sich unsere Leser stark dafür, was vor ihrer Haustüre etwa in Willisau, Altdorf oder der Stadt Luzern passiert. Wir sind nah am Puls unserer Nutzer, ihr Feedback kommt direkt zu uns, das schätze ich sehr.

Sie sind seit sechs Jahren bei der «Luzerner Zeitung». Wie hat sich Ihr Beruf in dieser Zeit verändert?

Heute geht alles sehr viel schneller. Dennoch muss die Onlineredaktion sicherstellen, dass die News wasserdicht sind. Wir erhalten jeden Tag eine Flut von E-Mails, Meldungen und Hinweisen von Leuten und Augenzeugen. Bevor wir diese ins Netz stellen, überprüfen wir deren Wahrheitsgehalt. Das Angebot im Internet ist riesig, dasjenige von Falschmeldungen leider auch.

Sie wollten schon als Bub Journalist werden. Warum wussten Sie so früh, wo es Sie beruflich hintreibt?

Schreiben und Lesen sind mir in der Schule immer leichtgefallen. Als ich von der Primarschule heimkam, las ich meiner Mutter jeden Tag die Nachrichten von Unfällen aus der «Luzerner Zeitung» vor. Und als Zehnjähriger habe ich mit einem Artikel bei einem Wettbewerb im «Drogistenstern» den 1. Preis gewonnen. Das festigte meinen Entschluss.

Wo hat Ihre Journalistenlaufbahn begonnen?

Ich habe in Freiburg Medien- und Kommunikationswissenschaft studiert. Ich bin in Altishofen aufgewachsen, daher absolvierte ich beim «Willisauer Boten» ein Praktikum und berichtete über verschiedene Veranstaltungen. An die 1.-August-Feier in Uffikon oder das Jahreskonzert der Musikgesellschaft Altishofen erinnere ich mich noch gut.

Und wie sind Sie in die Redaktion der «Luzerner Zeitung» am Maihof gekommen?

Mit einer Blindbewerbung. Ich wurde vom damaligen Leiter der Regionalen Ressorts zum Gespräch eingeladen. Ein Job war damals zwar nicht zu haben, aber ich wurde auf eine Liste gesetzt. Als ich später ein Inserat für einen freien Mitarbeiter in der Onlineredaktion sah, habe ich mich beworben.

Sie haben mehrere Male die Schweizer Fussballer an Auswärtsspiele begleitet. Auch an die WM in Brasilien. Sie scheinen ein grosser Fussballfan zu sein?

Ich bin sicherlich ein Fan der Schweizer Nationalmannschaft. Aber sportlich mag ich Eishockey lieber. Ich besitze auch eine Saisonkarte des EVZ. Aber ich würde mir nie anmassen, darüber zu schreiben, wenn Sie auf das hinaus wollten. Eishockey ist einfach ein toller Sport. Wenn ich Feierabend habe, verbringe ich aber noch viel lieber Zeit mit meiner sieben Monate alten Tochter.

Roger Rüegger

roger.rueegger@luzernerzeitung.ch

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