Onlinewettbewerb

Mit Gutscheinen gegen den Coronablues – Luzerner Touristiker helfen lokalen Betrieben durch das Januarloch

Die Tourismusbüros im Seetal und der Region Sempachersee haben einen Onlinekalender lanciert. Es ist auch eine Art moralische Unterstützung für die von Corona arg gebeutelten Firmen.

Reto Bieri
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Das Seetal und die Region Sempachersee spannen zusammen: Die Tourismusorganisationen der beiden Regionen haben einen Onlinewettbewerb lanciert. Jeden Tag öffnet sich im Januarloch-Kalender auf der entsprechenden Website ein «Türchen». Dahinter verbergen sich Gutscheine von Restaurants, Hotels oder Hofläden aus beiden Regionen.

Beim Januarloch-Kalender werden noch bis zum 30. Januar täglich Gutscheine verlost.

Beim Januarloch-Kalender werden noch bis zum 30. Januar täglich Gutscheine verlost.

Bild: PD

Auslöser für die Aktion ist die Coronakrise und die schwierige Situation für Gastro- und Tourismusbetriebe. «Wir wollen unseren Mitgliedern damit zeigen, dass wir auch in schlechten Zeiten für sie da sind», sagt Peter Regli, Geschäftsführer von Sempachersee Tourismus. Die Verlosungen der Gutscheine finden täglich noch bis zum 30. Januar statt. Die Preise summieren sich auf einen Gesamtwert von 6000 Franken und werden von den beiden Tourismusorganisationen gesponsert. Regli:

«Wir wollen nicht, dass unsere Mitglieder in dieser schwierigen Situation finanziell noch zusätzlich belastet werden.»

Der Fokus wird auf die Bereiche Essen, Übernachten und regionale Produkte gelegt. Die Gutscheine sind zum Beispiel für Vilmas Pasta in Grosswangen oder das Restaurant Liebhaberei in Rain.

Zwischen 300 und 500 Personen pro Tag machen mit

Die Januarloch-Idee ist an den Adventure-Kalender angelehnt, einen Onlinewettbewerb, den im Sommer alle Tourismusregionen im Kanton Luzern gemeinsam und erfolgreich durchgeführt haben. Beim Januarloch-Kalender machen rund 35 Betriebe mit. Insgesamt zählt Sempachersee Tourismus 142 Mitglieder, bei Seetal Tourismus – die Organisation umfasst das Aargauer und das Luzerner Seetal – sind es 130.

Die Rückmeldungen seien sehr positiv. «Die Betriebe sind froh, dass wir etwas machen», sagt Peter Regli. Die Zugriffe auf die Websites seien zum Teil doppelt so hoch wie normalerweise. Am Wettbewerb nehmen täglich zwischen 300 und 500 Personen teil. Regli zieht eine positive Zwischenbilanz: «Wir sind gut unterwegs.»

Rückgang bei den Übernachtungen von 30 bis 40 Prozent

Weniger gut sieht es bei den Rückmeldungen der Mitglieder bezüglich Corona aus. Besonders schwierig sei die Situation für die Restaurants. Bei den Hotels sei es sehr unterschiedlich. 2019 zählte die Region Sempachersee laut Regli rund 225'000 Übernachtungen, 2020 werden es voraussichtlich etwa 130'000 sein, die Zahl ist noch nicht definitiv.

«Es zeichnet sich ein Rückgang von 30 bis 40 Prozent ab. Insbesondere bei den für uns wichtigen Übernachtungen im Businessbereich lief nicht viel. Man kann dies nicht mit Wochenend-Gästen kompensieren», sagt Regli. Interessanterweise sei der vergangene September der beste Monat überhaupt gewesen in der Region Sempachersee. «Warum, können wir allerdings noch nicht genau sagen.»

Kalender richtet sich nicht gegen die anderen Tourismusregionen

Doch warum machen beim Januarloch-Kalender nicht wie im Sommer wieder alle Luzerner Tourismusregionen mit? Regli: «Das ist der kurzen Vorlaufzeit geschuldet. Die Idee haben wir sehr spontan im Dezember entwickelt. Wir wollten schnell reagieren, und mit zwei Regionen geht das besser.»

Eine Mitarbeiterin von Sempachersee Tourismus sitzt im Vorstand von Seetal Tourismus, die Wege seien deshalb kurz und unkompliziert. Der Januarloch-Kalender richte sich überhaupt nicht gegen die anderen Tourismusregionen in Luzern, Willisau und im Entlebuch, betont Peter Regli und sagt:

«Mit fünf Regionen wäre es organisatorisch schwieriger geworden.»

Tourismusprojekt der Landregionen verzögert sich

Mit den anderen sei man nach wie vor im Gespräch und mache viele gemeinsame Aktivitäten im Marketing, auch aufgrund der Erfahrungen im Sommer. Diese würden wohl Anpassungen am Projekt «Positionierungsstrategie Tourismus Luzern Land» nach sich ziehen. Dieses wurde 2020 lanciert. Damit wollen die vier Landregionen touristisch noch näher zusammenzurücken.

«Wegen Corona sind wir mit dem Projekt rund ein halbes Jahr im Rückstand», sagt Peter Regli. Im Frühling werden weitere Projektschritte folgen. «Wir werden uns organisatorisch so aufstellen, dass wir künftig noch schneller agieren können.»

Erste Massnahmen daraus sind bereits umgesetzt. Seit Juli ist ein Produktmanager angestellt. Im 60-Prozent-Pensum kümmert sich Sandro Bucher um übergreifende Projekte der vier Luzerner Landregionen.

Hinweis: www.sempachersee-tourismus.ch/januarloch-kalender