Open-Air-Kinos: Betreiber im Kanton Luzern ziehen positive Bilanz

Vergangene Woche ist der letzte Filmabend zu Ende gegangen. Besonders gut gelaufen ist der Film über den Umweltaktivisten Bruno Manser, er zog die Scharen an.

Hugo Bischof & Fabienne Mühlemann
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Stadt Luzern

  • 40 Filmabende vom 15. Juli bis 23. August
  • Arena am See beim Alpenquai

Das Open-Air-Kino Luzern fand zum 29. Mal statt. «Unser Ziel war es, das Coronaschutzkonzept 1 zu 1 umzusetzen», sagt der langjährige Organisator Franz Bachmann. Das sei gelungen. Das Aufsuchen der Plätze per Check-in-App habe funktioniert. Die Abstände wurden eingehalten. Das Verlassen der Plätze nach Filmende verlief ruhig und geordnet, beginnend mit der ersten Reihe wie im Flugzeug. Um ein allzu grosses Gedränge zu verhindern, gab es bei den meisten Filmen keine Pause.

«Wir erhielten sehr viele positive Rückmeldungen», sagt Bachmann. «Wir konnten unserem Publikum in diesem Sommer unter den schwierigen Begleitumständen besonders viel Freude bereiten.» Nach vielen Filmen sei applaudiert worden. Highlights für den Organisator Bachmann waren die Auftritte von prominenten Gästen wie etwa Mike Müller (bei «Moskau einfach») oder Franz Hohler (bei «Spitteler reloaded»).

Das Publikum während einer Filmvorführung im Open-Air-Kino Luzern.

Das Publikum während einer Filmvorführung im Open-Air-Kino Luzern.

Bild: PD

Gelfingen

  • 22 Filmabende vom 21. Juli bis 12. August
  • Schlosspark Heidegg

Das Open-Air-Kino beim Schloss Heidegg wird ebenfalls von Franz Bachmann organisiert. Er betont: «Wir hatten das gleiche Schutzkonzept wie in Luzern, und auch hier hat es funktioniert.» Wie schon in den letzten Jahren seien viele Stammkunden gekommen: «Die Stimmung war gut, trotz der besonderen Umstände.»

Bachmann ist stolz, dass auch beim Open-Air-Kino Heidegg viele prominente Ehrengäste anwesend waren und vor Beginn der Filmvorführung zu den Gästen sprachen: «Dieses bewährte Konzept werden wir auch in den kommenden Jahren weiterführen.»

Das Schloss Heidegg. Seine Parkanlage ist Standort des Open-Air-Kinos.

Das Schloss Heidegg. Seine Parkanlage ist Standort des Open-Air-Kinos.

Bild: PD

Ettiswil

  • 12 Filmabende vom 29. Juli bis 27. August
  • Schloss Wyher, Innenhof

Zum ersten Mal ein Open-Air-Kino durchgeführt hat Roger Widmer, Pächter des Schloss Wyher. «Es war eine neue Erfahrung für mich und ich habe praktisch nur positive Rückmeldungen erhalten», sagt Widmer. So lag die durchschnittliche Auslastung bei etwa 80 Prozent, rund 100 Personen fanden im Innenhof des Schlosses Platz. «Das liegt über den Erwartungen, wir haben mit 70 Prozent gerechnet.» Auch das Angebot mit Abendessen sei von rund einem Drittel der Besucher genutzt worden. Einige wenige hätten gefragt, ob auch nur ein Kinobesuch ohne Essen oder Dessert möglich sei. «Doch das wollen wir auch im nächsten Jahr nicht anbieten, das ist unser Konzept. Wir wollen uns so von anderen abheben», sagt Widmer.

Sein persönliches Highlight sei der Bruno-Manser-Film gewesen, so Widmer. «Es war ein sehr eindrücklicher Schweizer Film und mit den Bäumen im Innenhof gab es ein stimmiges Ambiente.» Wegen der Coronakrise wurden über den Sommer viele Veranstaltungen im Schloss Wyher abgesagt. «Im August fanden nur gerade sechs Events statt», sagt Widmer. Das Open-Air-Kino konnte daher ein wenig Abhilfe schaffen, aber nicht den Ausfall kompensieren. «Mit dem Kino konnten wir den August trotzdem ein wenig abfedern.»

Eine Vorstellung im Innenhof des Schloss Wyher.

Eine Vorstellung im Innenhof des Schloss Wyher.

Bild: PD

Rickenbach

  • 6 Filmabende vom 23. Juli bis 9. August
  • bis zu 180 Gäste
  • Rickenbacher Dorfwirtschaft

In Rickenbach haben Monika und Remo Fehlmann zum ersten Mal ein Open-Air-Kino auf die Beine gestellt. Doch darin waren sie bereits geübt: 20 Jahre lang waren sie die Organisatoren des Freiluftkinos in Nottwil. «Meine Frau und ich wollten für die Bevölkerung des Michelsamts und der Region Sursee einen Farbtupfer während der Sommerferien bieten, trotz Corona», sagt der Mitinhaber der Rickenbacher Dorfwirtschaft. «Durch den Mix mit den Young Talents, über die Open-Air-Kino-Abende und den Jazz-Matinees konnten wir eine breite Bevölkerungsschicht ansprechen», so Fehlmann.

So seien die Filme an mehreren Abenden ausgebucht gewesen und die Organisatoren konnten jeweils bis zu 180 Gäste begrüssen. Etwa zwei Drittel der Besucher hätten vor Ort zu Abend gegessen. Auch das Schutzkonzept, welches auf dem ganzen Gelände durch Hinweisschilder sichtbar war, sei gut eingehalten worden. «Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden und werden auch nächstes Jahr ein Sommerfestival durchführen», sagt der Gastronom.

Open-Air-Kino in der Dorfwirtschaft in Rickenbach.

Open-Air-Kino in der Dorfwirtschaft in Rickenbach.

Bild: PD

Sursee

  • 6 Filmabende vom 10. bis 15. August
  • bis zu 200 Gäste
  • auf dem Klosterparkplatz

«Leider konnten wir nach 27 Jahren zum ersten Mal nicht alle Gäste willkommen heissen, da wir nur zwei Sektoren à 100 Personen bereitstellen konnten», sagt Robert Schnyder, OK-Präsident des Open-Air-Kinos Sursee. Das Schutzkonzept habe die Verantwortlichen stark gefordert, doch es habe gut funktioniert. Die Stimmung vor dem Film wie auch in der Pause sei ein wenig speziell gewesen, da sich die Besucher mehrheitlich auf ihren Sitzplätzen aufhielten. Trotzdem hält Schnyder fest: «Es war eine tolle Woche, alles hat reibungslos geklappt.»

So seien zwei Abende ausverkauft gewesen und auch die anderen waren gut besetzt. Insbesondere der Bruno-Manser-Film: «Da wurden wir von den Besuchern überrannt», sagt Schnyder. Daher werde der Film vielleicht im nächsten Jahr gleich nochmals gezeigt.

Autokino Root

  • 12 Autokino-Filmabende zwischen dem 3. Juli und 29. August
  • 60 Autoparkplätze plus 20 Sitzplätze für Besucher, die mit Velo oder ÖV anreisten
  • Areal Aeschbach Chocolatier Root

Nicht zuletzt dank der Coronakrise sei das Autokino im Stil der amerikanischen 50er-Jahre zu einem Erfolg geworden, teilten die Veranstalter mit. Das Autokino in Root fand dieses Jahr erstmals statt. Gezeigt wurden zwölf Film-Highlights verschiedener Genres. Besucht wurden die zwölf Filmabende von rund 1500 Personen.

Das Autokino in Root

Das Autokino in Root

Bild: Boris Bürgisser (Root, 8. August 2020)

«Die Rückmeldungen der Gäste waren durchwegs positiv», sagt OK-Mitglied Andrea Zimmermann vom Verein ZVAK (Zentralschweizer Vereinigung der Freund*innen des Automobilkinos). «Nicht nur die Filme fanden bei den Besucherinnen und Besuchern Anklang, auch die Rollergirls und Popcornboys, von denen sie ganz im Stil der amerikanischen 50er-Jahre direkt im Auto bedient und kulinarisch verwöhnt wurden, stiessen auf Begeisterung.» Der Verein ZVAK arbeitet nicht gewinnorientiert. Ermöglicht wurde der Anlass durch Sponsoren. Das Autokino in Root soll auch nächstes Jahr stattfinden.

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